Nachruf Johannes Paul II

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Nachruf Johannes Paul II

Beitragvon micha » Sa Apr 09, 2005 15:04:22:

http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... ight=#7332

Forum: Politik Verfasst am: 15.09.2001 - 15:51 Titel: Re: Terroranschläge New York - Krieg?
Was ist bizarre Logik? Ich will versuchen, sie anzuwenden. Das Bizarre ist das Unvorstellbare. Dazu stelle ich Unlogik und Logik gegenüber.

Unlogisch:
Ein Moslem gibt auf, wenn etwas das erste Mal nicht geklappt hat. Logisch: Auf den Papst wird ein zweites Attentat verübt, denn er ist so etwas wie der Teufel in den Augen der muslimischen Fundamentalisten. Wie beim World-Trade-Center wird die Sache in noch größerem Stil zu Ende gebracht.
Unlogisch:
Ein Einzelattentäter macht das gleiche wie beim ersten Mal. Logisch: Die Vollendung des Attentats auf den Papst wird mit der atomaren Zerstörung einer europäischen Großstadt verbunden, nämlich Rom. Rom liegt Afganistan/Pakistan am nächsten, wenn Wasserwege für ein Mini-U-Boot benutzt werden.

http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... ight=#7458
Forum: Religion Verfasst am: 19.12.2001 - 13:32 Titel: Re: Kann der Koran Mordinstrument sein?
Spiegel Online vom 16.12.01
Zitat:
Rom - Ein Anschlag auf den Petersdom in der Heiligen Nacht wäre das "maximal erreichbare Ziel" für islamische Terroristen, zitiert die "Bild am Sonntag" den ehemaligen Terror-Spezialisten der CIA, Vincent Canistraro. Zitatende

Unsere Warnung vor einem Anschlag auf Rom und das Papsttum liegt schon Monate zurück. Nun kommt eine besonders kluge Warnung eines CIA Terror-Spezialisten a. D. im Nachherein. Abgehalfterte Spezialisten machen sich gerne wichtig.

Zu verantworten hat die CIA die Anschläge am 11. September, die sie trotz massiver dezidierter Warnungen von mehreren Seiten - unter anderem auch von mir im August 2000 in einer CNN-Diskussion, irgendwo steht es hier im Forum - nicht als Gefahr in ein Sicherheitskonzept eingeschlossen hatte. Die Legitimation dieser Organisation, die die USA weltweit in Verruf gebracht hat und Terrorbekämpfung geradezu verhindert, um davon zu leben, milliardenschwer, hatte ich stark angezweifelt. Bisher konnte ich wirklich nur negative Ergebnisse dieser Organisation ausmachen, die dem amerikanischen Präsidenten direkt untersteht und entgegen jedwedem amerikanischen Wählerauftrag zu einem heimlichen Machtfaktor in den USA und der Welt auswuchert.

Die Warnung des Spezialisten a. D. von der CIA ist deshalb so dreimalklug, weil Mekka zur Zeit des Ramadan ein ebenso massives Ziel darstellt wie die Versammlung von Katholiken an Weihnachten vor dem Petersdom. Wenn also die Al-Qaida vorgibt, den besten Islam zu vertreten, dann wird sie Mekka niemals gefährden, indem sie die Zwillingsveranstaltung der christlichen Welt angreift. Sie wird es zu einem anderen Zeitpunkt tun.


http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... 2527#12527

Forum: Religion Verfasst am: 09.10.2003 - 16:15 Titel: "Kopftuchstreit" vor dem Bundesverfassungsrecht

Wenn jemand aus der katholischen Kirche austritt, dann wird ihm kein Haar gekrümmt. Die Riten sind einheitlich auf der ganzen Welt. Der Trend geht eigentlich zur katholischen Kirche hin. Die vielen Reisen des Papstes haben eine große Gemeinschaft gläubiger Menschen auf der ganzen Welt sichtbar werden lassen. Selbstlose Kongregationen, die auch in schwierigen Gebieten helfen, auch in schwierigen Zeiten, die gibt es kaum noch woanders.

Die Marienverehrung dieser Kirche schafft einen Ausgleich, der den Frauen gut tut. Die Erinnerung an viele großartige Menschen, die im Namen ihres Glaubens auf der Opferseite waren, wurde geweckt, indem viele von ihnen heilig gesprochen wurden. Die Friedensbotschaften des tapferen, gesundheitlich angeschlagenen Papstes sind ohne Beispiel. Die tolerante geistige Auseinandersetzung mit anderen Religionen, die dieser Papst gefördert hat, ist vorbildlich.

Die mutigen Ermahnungen an die Adresse machthungriger Politiker, die Einmischung in diese freiheitsbedrohten Länder, ist allein eine Würdigung wert. Die Bewahrung der Kunstschätze aus vielen Jahrhunderten, aber auch die Offenlegung der Archive aus der Zeit der Inquisition spricht für eine geistig starke Kirche. Wer heute dazu gehört, kann eigentlich stolz auf seine Kirche sein. Sie lenkt auf den Geist des Menschen, auf seine Fähigkeit, mit den Schönen Künsten, mit Musik umzugehen, tiefere Gehalte zu verstehen.


Viele Menschen fühlen sich dann erst frei, wenn sie sich hierin entfalten können, sei es auch nur als mitfühlender und mitdenkender Zuschauer oder Zuhörer, wenn ihrem Leben ein Sinn gegeben wird, sei es auch "nur" durch die Aktivität von anderen. Irgendwann kommt vielleicht der Moment, der aus einem passiven, aber verständigen Menschen einen aktiven, schöpferischen macht.

http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... ght=#14141

Forum: Politik Verfasst am: 11.04.2004 - 14:39 Titel: TERRORISMUS
Spiegel Online mit einem deutlichen Wort des Papstes:

Zitat:
Rom - Alle "Menschen guten Willens" sollten im Kampf gegen den Terrorismus Engagement zeigen, forderte der Papst. Der Terrorismus "leugnet das Leben, beeinträchtigt und verunsichert den Alltag vieler fleißiger und friedlicher Menschen". Die Menschheit müsse die Kraft finden, dem "unmenschlichen und leider um sich greifenden Phänomen" entgegenzutreten, sagte Johannes Paul II. vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Zitatende

Auch der Vatikan befindet sich im Stress. Die christlichen Kulturschätze sind in Gefahr. Man kann sie nicht alle sicher auslagern. Was tun? Amerikanische Gegenwehr gegen den Terrorismus, auch das Ausufern der militärischen Reaktionen wegen des täglichen Tötens von US-Soldaten und US-Bürgern im Irak kann nicht gemeint sein, denn die USA gefährden den Vatikan nicht, würden ihn eher schützen. Gemeint sind tatsächlich der muslimische Terror aus dem Hinterhalt, der alles hervorruft, und das Abschlachten ganzer Stämme in Afrika, wie in Ruanda, dem die UN untätig zugeschaut hat.


http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... 4144#14144

Verfasst am: 11.04.2004 - 22:44 Titel: unvorsichtig

Zum ersten Mal hat der Papst berechtigt, aber auch aggressiv gegen den Terrorismus Stellung bezogen, indem der die Welt auffordert, mithin alle Länder, unabhängig von Religionen, den Kampf gegen den Terrorismus als einem fatalem Phänomen aufzunehmen. Damit hat er einen Kampf erklärt, der dem fundamentalistischen Islam, der die Terrormethode für alle möglichen Gründe benutzt, Einhalt gebietet. Am Rande sind andere Terrororganisation wie die ETA oder ethnisch bzw. rauborientierte Rebellengruppen, die zum Beispiel in Afrika mit Terrormethoden gegen die Zivilbevölkerung vorgehen und Exzesse wie in Ruanda, Sierra Leone, Liberia oder im Kongo zur Folge haben, ebenfalls gemeint.

Einst brachte dieser Papst den Kommunismus zu Fall. Damals handelte er als Nationalpole. Heute handelte er als Wächter abendländischer Kultur und als universaler Wächter der Menschenrechte. Er verdient deshalb Hochachtung. Dennoch war er unvorsichtig. Die Front gegen den terrorhungrigen Islam ist nun aufgebaut. Die Versuche, tolerant auch mit dem fundamentalistischen Islam umzugehen, haben ihr Ende erreicht. Wirklich, der Vatikan ist nervös geworden. Der Terror rückte ihm mit Drohungen auf den Pelz, und schon wird die Welt gegen den Terror zu den Waffen gerufen. Der Vatikan wird immer betonen, dass diese Waffen geistige Waffen sein müssen. In der Realität aber wird der islamischen Aggression nur mit Waffengewalt Einhalt zu bieten sein, die sich zwar auf Abwehr durch die Geheimdienste beziehen kann, jedoch auch ausufern kann, wenn es nicht anders geht. Wo auch immer Zivilleben geschützt werden muss, da muss es auch geschützt werden.

Schweigen des Papstes wäre dennoch richtiger gewesen. Hinter der Kampf-Stellung gibt es nur eine unzureichende Verteidigung. Nun sind die Kulturgüter des Abendlandes in Rom und im Vatikan erst recht in Gefahr. Ihre Gefährdung hatte die Nervosität ausgelöst. Aber nun ist die Gefahr größer geworden.

Unser Forum hatte Stellung bezogen. Uns hätte der Papst diese Arbeit überlassen sollen. Wir führen schon etwas länger einen Überzeugungskampf. Auch was Rom betrifft, waren wir längst Wächter und Warner, ohne Kulturschätze gefährden zu müssen. Wir sind winzig klein, aber wir können Ideen aussenden, ohne das Gefahrpotenzial zu erhöhen.

Ganz bescheiden sei angemerkt, dass hier von einem völlig unbedeutenden unbeachteten "micha" eine Religion gegründet wurde, dessen "Fels" in Personalunion als Gründer und einziger Gläubiger munter daherschreibt, manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal leicht satirisch. So gesehen befindet sich an dieser Stelle ebenfalls ein Oberhaupt einer Kirche, das von "Fels" zu "Fels" zu sprechen berechtigt sein mag. Der Größenunterschied scheint witzig zu sein, Logik der Gedanken erkennt jedoch solche Größenordnungen nicht.

Das Oberhaupt dieser Winzling-Religion würde gerne das Privileg, aus der Sicht der fundamentalistischen Muslime oberster "Ungläubiger" des Westens zu sein, von dem anderen Oberhaupt, das im Vatikan residiert, abziehen und auf sich selbst lenken, damit die Schätze unserer Kultur aus der Antike, dem frühen Christentum, dem Mittelalter, der Renaissance, dem Manierismus, dem Barock, Rokoko, Klassizismus und der Moderne nicht bald das gleiche Schicksal erleiden wie die Buddha-Statuen in Afghanistan.

micha

http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... 7041#17041

Verfasst am: 30.10.2004 - 12:18 Titel:

Da setzt man sich in Fettnäpfe. Schwuchteln im Europarlament Sünde? Mir scheint, der Papst will einwirken. Italiener und Spanier gehorchen und schützen die heilige Familie.

Wie kann der Papst auch nicht sagen "Sünde"? Andernfalls gerät das Zölibat vollends aus dem Ruder.

micha
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Beitragvon micha » Di Apr 12, 2005 17:23:17:

Newsletter der Botschaft des Staates Israel in Berlin

Montag, 4. April 2005

(1) Außenminister Silvan Shalom zum Tod von Papst Johannes Paul II

Zum Tod von Papst Johannes Paul II erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Silvan Shalom am Sonntag in Jerusalem:

„Im Namen der Regierung und des israelischen Volkes übersenden wir der katholischen Kirche und der Gemeinde von Papst Johannes Paul II unser Beileid.

Dies ist ein großer Verlust, zu aller erst für die katholische Kirche und ihre Millionen von Gläubigen, aber auch für die Menschheit insgesamt. Ich hatte die Ehre, Seine Heiligkeit zweimal zu treffen. Ich war tief beeindruckt von seiner Kenntnis und von seiner einzigartigen Menschlichkeit. Der Staat Israel schließt sich allen an, die um seinen Tod trauern.

Johannes Paul II führte die katholische Kirche zu engeren Beziehungen mit Israel und mit dem jüdischen Volk.

Mit seiner öffentlichen und religiösen Arbeit unterstützte er das interreligiöse Verständnis und den Dialog durch die Bewältigung der Vergangenheit und durch die tiefe Verpflichtung zum Aufbau einer Zukunft der Verständigung und des Friedens zwischen allen Völkern.

Johannes Paul II war der erste Papst in der Geschichte, der eine Synagoge besuchte (Rom 1986). Dort wandte er sich zum ersten mal an das jüdische Volk und nannte es „unsere älteren Brüder“. Auf allen Reisen um die ganze Welt bemühte sich der Papst, die jüdische Gemeinde vor Ort zu treffen. Er verpflichtete sich zum Kampf gegen Antisemitismus, den er als Sünde gegen Gott und die gesamte Menschheit bezeichnete.

In Hinblick auf das Millennium rief Papst Johannes Paul II noch vor seinem historischen Besuch im März 2000 die katholische Kirche auf, ihre Beziehungen zum jüdischen Volk und zu all jenen im tiefsten Herzen zu prüfen, die aufgrund ihrer Lehrentscheidungen Leid erfuhren. Vor seinem Besuch in Israel bat der Papst das jüdische Volk um Verzeihung für die Verbrechen, die im Namen der Kirche ausgeführt wurden. Später schrieb er diese Botschaft auf ein Stück Papier, das er während seines Besuches in Jerusalem zwischen die Steine der Klagemauer steckte, dem heiligsten Ort des Judentums.

Der Papstbesuch in Israel im März 2000 wurde von mehreren Tausend Pilgern aus aller Welt begleitet und beinhaltete auch einen Besuch in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem sowie Treffen mit dem Staatspräsidenten und mit dem Ministerpräsidenten.

Papst Johannes Paul II wird für sein mutiges und weitsichtiges Handeln für umfassende Beziehungen zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl in Erinnerung bleiben, eines gemeinsamen Unternehmens, das mit Erfolg gekrönt ist und am 30. Dezember 1993 mit dem Grundsatzabkommen zwischen beiden Seiten besiegelt wurde.

Das jüdische Volk, der Staat Israel und die gesamte Welt haben heute einen großen Kämpfer für Versöhnung und Brüderlichkeit zwischen den Religionen verloren. (Jerusalem, 3. April 2005)

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Beitragvon micha » Mi Apr 13, 2005 09:36:35:

An diesem Nachruf von Außenminister Silvan Shalom zum Tod von Papst Johannes Paul II läßt sich ablesen, welche Initiativen "ankamen", gewürdigt wurden. Die einzelnen Punkte belegen die herausragende Bedeutung dieses Papstes. Kirche und Staat in den unteren Etagen sind aufgerufen, dem Weg des Papstes zu folgen. Mich persönlich würde freuen, wenn sich seine menschliche Einstellung der Versöhnung in breiten Bevölkerungsschichten durchsetzen würde.

Bleib unser Lehrer, lieber Papst, trotz ;88: und obwohl du jetzt unter einer schweren Marmorplatte zu finden bist. Alles, was du gelehrt, gesagt und getan hast, soll jetzt so richtig lebendig werden! Bleibt ;4: ;4: ;4: Leute und lasst Euch getrost von Johannes Paul II ein wenig an die Hand nehmen!
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Beitragvon matth » Sa Jun 04, 2005 12:12:34:

Ein Lehrer von vielen! Schau auf mein Avatar!
Die Stärke der Mathematik beruht auf dem Vermeiden jeder unnötigen Annahme und auf ihrer großartigen Einsparung an Denkarbeit (Ernst Mach).
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