Deutsche Identität

Deutschland auf den Terrassen seiner schöpferischen Väter - Goethe, Dürer, Schlüter, Kant, Beethoven, Adenauer ...

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Deutsche Identität

Beitragvon micha » Mo Dez 13, 2004 21:29:07:

Wir können uns unsere Identität nicht aussuchen. Sie wird uns aufgestempelt. Sie ist unser Pass, unser Ausweis, unsere Geschichte. Sie besteht auch aus uns. Wenn wir uns definieren, wie soll denn das aussehen? Schauen wir in den Spiegel und putzen wir uns zurecht? Ein wenig Schau, ein wenig Habitus, ein wenig Schminke, ein wenig vornehme Gelassenheit, ein wenig Ausbildung, ein wenig Kompetenz, ein wenig "cool", wie dürfte es denn sein? Wie hätten uns die anderen gern? Hätten Sie uns lieber als Nazis, Deppen, Genies? Oder lieber als Bayern am Bier?

Deutsche Identität ist bunt. Wenn wir fleißig suchen, vielleicht finden wir sie während eines Osterspazierganges.

Ein etwas längerer Spaziergang führte schließlich zu diesem Identitätslied:

Deutschland tief in unsern Herzen!
Friedlich kämpferisches Land!
Breite Flüsse, alte Städte,
Küstenstrände, Alpenrand,
Komponisten, Kirchen, Feste,
Goethe, Dürer, Schlüter, Kant:
Unermesslich diese Schätze -
Ja, wir lieben dieses Land.

Klingt, ihr wunderbaren Lieder,
Klang, der tief im Herzen ruht,
Kindern geben wir ihn weiter,
Solcher Klang macht Lebensmut!
Deutschland bleib in unsern Herzen!
Singt mit uns das deutsche Lied:
Leben wir in goldner Freiheit,
Freiheit sei das höchste Gut!

Deutschland tief in unsern Herzen
reichen wir der Welt die Hand,
Friede, Stetigkeit und Wissen
sind das einigende Band!
Blühe Deutschland auf Terrassen
unsrer Väter - reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen.
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!


Copyright micha vonRhein

Momentan bin ich mit dem Text zufrieden. Wer weiß, wie lange. Statt "unsren" habe ich nachträglich noch "unsern", weil es sich besser singen lässt und ebenfalls richtig ist. Da haben wir es wieder: das ewige Verbessern.

Leider waren wir zeitweise so gar kein "friedlich kämpferisches Land". Da es aber jedem klar ist, sollte akzeptiert werden, dass es diese Identität ist, die wir suchen und in uns finden können. Sollten wir angegriffen werden, dann heißt es: tapfer verteidigen, das ist doch klar!
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Beitragvon micha » Di Dez 14, 2004 20:09:22:

So immer steigend, kommt Ihr auf die Höhen
Des Gotthards, wo die ew'gen Seen sind,
Die von des Himmels Strömen selbst sich füllen.
Dort nehmt Ihr Abschied von der deutschen Erde,
Und muntern Laufs führt Euch ein anderer Strom
Ins Land Italien hinab, Euch das gelobte -

Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, Fünfter Aufzug, letzte Szene.


Der Urdeutsche lässt sich von mir kein Identitätslied http://www.rheindeutschland.de/forum/vi ... ?p=522#522 vorsingen. Er steigt auf den Gotthard hinauf und überschaut die "deutsche Erde" für sich allein. Er bestimmt deutsche Identität für sich selbst. Gefühle ganz im Innern möchte er gar nicht so gerne teilen. Er möchte Deutschland mit seinen eigenen Jugenderlebnissen, den Düften seiner Heimat, deutscher wie europäischer Literatur verbinden. Kein anderer darf ihm hereinreden. Darum muss er eine Identitätshymne, geschrieben von einem hergelaufenen anderen Deutschen, aus tiefster Seele ablehnen. Ein irgendwie begrenztes Deutschland würde ihn ja doch einengen, denn zum deutschen Wesen gehört es, Kosmopolit zu sein, vom Gotthard herab auch andere Länder zu betrachten. Und die deutsche Fahne? Sie ist für ihn nicht mehr als ein Taschentuch, ähnlich wie der Südtiroler Reinhold Messmer einmal sagte: "Mein Taschentuch ist meine Fahne".

So einer, so wie ich ihn hier beschrieben habe, ist ein Prachtexemplar von einem Deutschen. So ist deutsche Identität in ihrer reinsten und besten Form.
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Das Forum Hagalil

Beitragvon micha » Mo Jan 10, 2005 12:21:19:

http://forum.hagalil.com/cgi-bin/a/discus.pl?pg=topics

Unter dieser Adresse kommt man zu einem Forum Hagalil, das ebenfalls zur Identität unseres Landes gehört. Dort schreiben recht kluge Leute, so wie ein Rc_sylvester, der auch mit Robert unterschreibt. Ich antwortete einem Maximilian1, der unser Forum sehr freundlich kommentierte, folgendes:

Robert hat für mein Empfinden nicht spöttisch geschrieben. Seine "ephemeren Kommentare" sind eine wunderschöne Wortschöpfung für ein kurzes Entfalten einer Textblüte. Allein dies entschädigt für gelegentliche Kratzbürstigkeit ganz allgemein, die nur allzu verständlich ist.


Die "ephemeren Kommentare" hatten mir sehr gefallen. Ob sie sich denn für Publikationen eignen?
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Beitragvon micha » Di Apr 12, 2005 08:41:49:

Deutschland haben wir zur Seite,
Friedlich kämpferisches Land,
Deutschlands Flüsse, Seen und Städte,
Alpenweiß und Küstenstrand,
Komponisten, Kirchen, Feste –
Schiller, Dürer, Schlüter, Kant –
Schier unendlich diese Schätze!
Ja, wir lieben dieses Land.

Deutschlands Menschen, Bücher, Lieder,
Deutschlands Kraft, sein ganzes Gut
Geben wir den Kindern weiter.
Erbt und schöpft viel Lebensmut!
Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir das deutsche Lied!
Niemals lassen wir die Freiheit,
Freiheit als das höchste Gut!

Deutschland dicht an unsrer Seite
reichen wir der Welt die Hand,
Wissen, Stetigkeit und Friede
sind das einigende Band!
Blühe Deutschland auf Terrassen
unsrer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen,
strahle Deutschland, strahl wie Gold!


am 16.03.05 00:11 Thailand Copyright micha vonRhein
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Beitragvon micha » Di Apr 12, 2005 08:56:08:

Nach meinem oft missratenen, aber dennoch lehrreichen Dialog im jüdischen Forum www.hagalil.com/forum möchte ich gerne noch eine Zeile ändern. Um ein wichtiges Element in meiner Identitätshymne unterzubringen, darf wohl auf das Wort "Stetigkeit" verzichtet werden. Wir wollen in Deutschland zum Beispiel die Stetigkeit nicht, die so viele Nazi-Größen wieder in die gleichen Ämter und auf die gleichen Richterstühle beförderte, nur weil sie sich in der zweiten unauffälligeren Reihe befanden, während es denen in der ersten Reihe an den Kragen ging. Stetigkeit kann positiv oder negativ sein. Ich meinte eine Art Vertragstreue eines neuen demokratischen rechtstaatlichen Deutschland. Sie aber wird in Verträgen selbst festgelegt und muss in der Identitätshymne nicht extra erwähnt werden. Viel wichtiger ist Menschlichkeit, die so sehr gefehlt hat. "Sei" sie doch das einigende Band. Besser ich formuliere den Satz als Aufforderung und Programm.

Deutschland haben wir zur Seite,
Friedlich kämpferisches Land,
Deutschlands Flüsse, Seen und Städte,
Alpenweiß und Küstenstrand,
Komponisten, Kirchen, Feste –
Schiller, Dürer, Schlüter, Kant –
Schier unendlich diese Schätze!
Ja, wir lieben dieses Land.

Deutschlands Menschen, Bücher, Lieder,
Deutschlands Kraft, sein ganzes Gut
Geben wir den Kindern weiter.
Erbt und schöpft viel Lebensmut!
Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir das deutsche Lied!
Niemals lassen wir die Freiheit,
Freiheit als das höchste Gut!

Deutschland dicht an unsrer Seite
reichen wir der Welt die Hand,
Wissen, Menschlichkeit und Friede
Sei das einigende Band!
Blühe Deutschland auf Terrassen
unsrer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen,
strahle Deutschland, strahl wie Gold!


am 12.04.05 10:00 Copyright micha vonRhein
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Beitragvon micha » Fr Apr 15, 2005 08:37:43:

Eine Zeile lässt sich noch einsparen und ersetzen. Hetty Verolme: "Wir Kinder von Bergen-Belsen", Beltz Verlag, beantwortete die Frage: "Wie denken Sie heute über Deutschland?" mit folgenden Worten: "Ich habe Respekt vor der Leistung der Deutschen. Sie haben aus den Trümmern eine große Nation wiederaufgebaut. Aber ich werde nie verstehen, wie dieses kluge und fleißige Volk sich so manipulieren lassen konnte."

Besser kann man es nicht sagen.

Da ich ebenso denke, geht mir im Kopf herum, die eine Zeile, die im Identitätslied eingespart werden kann, dieser Frage zu widmen.

Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir das deutsche Lied!
Niemals lassen wir die Freiheit,
Freiheit als das höchste Gut!

So hatte ich geschrieben. Wenn nun die letzte Zeile einfach "Freiheit sei das höchste Gut!" heißt, dann kann die vorherige Zeile "Niemals lassen wir die Freiheit" eingespart und ersetzt werden. Mir ist der richtige Einfall noch nicht gekommen, vielleicht kommt er in den nächsten Minuten.

Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir das deutsche Lied,
Bekämpfen Diktatur und Blender!
Freiheit sei das höchste Gut!

Dieser Einfall ist mit einem weichen Zeilenanfang verbunden, eigentlich beginnen die Zeilen hart. Wie wäre es mit einem weiteren Einfall?

Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir das deutsche Lied,
Hindern Diktatur und Blender!
Freiheit sei das höchste Gut!

Besser wäre:

Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir das deutsche Lied,
Hindert Diktatur und Blender!
Freiheit sei das höchste Gut!

Wie wäre es? Die Zeile als Forderung war Thema ganzer Studentengenerationen und scheint jetzt wieder akut zu werden. Somit bin ich mit meinem letzten Einfall heute Morgen erst einmal zufrieden. Am Abend jedoch missfielen die Begriffe „Menschen“ (zu allgemein), der bestimmte Artikel „das deutsche Lied“ (Welches) und Menschlichkeit (zu schwammig – irren ist menschlich), Friede (Grabesstille?). Die Einwände kamen von Prof. Heyne und sind richtig. Also wieder ran an den Schreibtisch und überlegen!


Die neue Gesamtfassung heißt jetzt:


Deutschland haben wir zur Seite,
Friedlich kämpferisches Land,
Deutschlands Flüsse, Seen und Städte,
Alpenweiß und Küstenstrand,
Komponisten, Kirchen, Feste –
Schiller, Dürer, Schlüter, Kant –
Fast unendlich diese Liste,
Ja, wir lieben dieses Land.

Deutschlands Schätze, Bücher, Lieder,
Deutschlands Kraft, sein ganzes Gut
Geben wir den Kindern weiter.
Erbt und schöpft viel Lebensmut!
Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir dies deutsche Lied:
Hindert Diktatur und Blender!
Freiheit sei das höchste Gut!

Deutschland dicht an unsrer Seite
reichen wir der Welt die Hand,
Wissen, Menschenrecht und Handel
Sei das einigende Band!
Blühe Deutschland auf Terrassen
unsrer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen,
strahle Deutschland, strahl wie Gold!


am 15.04.05 09:45 Copyright micha vonRhein, nach Kritik verbessert am 16.04.05 19:35
Zuletzt geändert von micha am Sa Apr 16, 2005 20:49:17:, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon micha » Sa Apr 16, 2005 07:25:24:

micha hat geschrieben:Eine Zeile lässt sich noch einsparen und ersetzen. Hetty Verolme: "Wir Kinder von Bergen-Belsen", Beltz Verlag, beantwortete die Frage: "Wie denken Sie heute über Deutschland?" mit folgenden Worten: "Ich habe Respekt vor der Leistung der Deutschen. Sie haben aus den Trümmern eine große Nation wiederaufgebaut. Aber ich werde nie verstehen, wie dieses kluge und fleißige Volk sich so manipulieren lassen konnte."

Besser kann man es nicht sagen.


Man muss allerdings bedenken, dass sich nahezu jedes Volk, auch heute noch, manipulieren lässt. Die Propaganda von Interessengruppen an den Machthebeln lässt das Unverträgliche beiseite und schiebt das Verträgliche vor, um es den Leuten mundgerecht zu servieren. Auch Hass und aggressive Gefühle lassen sich auf diese Weise manipulieren.

Heute ist es beispielsweise so, dass den Leuten vorgesetzt wird, die Schuldenpolitik des Staates sei richtig, unumgänglich und notwendig gewesen, um Deutschland und die Einheit Deutschlands "voranzubringen", verschwiegen wird, dass hauptsächlich diejenigen davon profitiert haben, die diese Schuldenpolitik zu verantworten haben. Den Leuten kann man Diebstahl als Geschenk verkaufen.

So machte es auch die Hitler-Clique. Sie ging behutsam vor, um ihr Makroverbrechen durchführen zu können. Die Existenz von Vernichtungslagern wurde verschwiegen. Nicht nur die Deutschen durften nichts wissen, besonders auch Juden, Zigeuner, andere Gruppen auf der Todesliste und Behinderte im damaligen Sinne der widerlichen Definition des "unwerten Lebens" durften auf keinen Fall die Wahrheit erfahren, bevor sie die Gaskammern letztendlich erreichten. Wer etwas ahnte wollte nichts wissen, wollte aalglatt seine Haut retten und durch den Krieg durchkommen, verschloss die Augen vor dem Leid Anderer. Selbst Judenräte handelten zum Teil nicht anders, gaben diejenigen doch Listen an Eichmann heraus, ohne die Betroffenen zu fragen, auch um die vermeintliche Chance zu wahren, das eigene Leben zu retten. Die Räte ahnten und wurden dessen immer mehr gewiss, dass keine Deportierten je zurück kamen.

Über die deutsche Zivilbevölkerung durfte nichts durchsickern. Schon allein aus diesem Grund wurde den Deutschen generell die Wahrheit mit List und Tücke vorenthalten. Sie durften nichts erfahren, um die Sackgasse des Todes, in die die Reichsbahn fuhr und ihre menschliche Fracht unter unmenschlichsten Bedingungen beförderte, nicht publik werden zu lassen. Die Opfer selbst wurden bis zum bitteren Ende manipuliert, indem ihnen Hoffnung gemacht wurde, doch nur zum "Duschen" in die Kammern gehen zu müssen, bis die Erstickung einsetzte und jedes Mal das himmelschreiende Unrecht im Todeskampf laut zu hören war, wie Zeugen berichteten.

Ein anderer noch lebender Zeuge, ein pensionierter Polizist, berichtete mir noch einmal vor ein paar Tagen, dass er wegen einer negativen Bemerkung über den Kriegsausgang von der Goebbels-Administration in das Konzentrationslager Dachau eingewiesen wurde. Als er dort mit seiner Nummer nackt vor zwei Ärzten in weißen Kitteln stand, völlig abgemagert und mit Folterspuren am ganzen Körper, antwortete er auf die Frage, wer das getan habe, schwach: "Die Kameraden". Er wagte nicht zu sagen, er habe doch nur eine völlig unbedeutende kleine Bemerkung gemacht. Hätte er es gesagt, dann war ihm klar, gleich liquidiert zu werden.

Freimütig bekennt er: "Ich war für Hitler, das gebe ich zu". Als er relativ kurz nach dem Krieg seine Geschichte seiner Verwandschaft erzählte, hörte diese das Wort "Dachau" zum ersten Mal. Sie wusste von den Konzentrationslagern generell nichts, gar nichts. Mein Zeitzeuge erhebt die Stimme, wenn er der Wahrheit Nachdruck verleihen will. "Wenn es anders gewesen wäre, würde ich es sagen." Genau so war es mit den meisten Deutschen. Sie wurden manipuliert, auch wenn Tausende Deutsche an der Vernichtungsmaschinerie aktiv beteiligt wurden und nach einer anfänglichen Zustimmung auf Gedeih und Verderb in die teuflische Mühle hineingerieten, in der man noch den letzten Rest an Gewissen verliert. Barmherzigkeit wurde ein Fremdwort.

Ein anderer Zeitzeugenbeleg betrifft Wehrmachtsangehörige, die zum Teil Selbstmord begangen, weil sie den Mordbefehlen der SS nicht Folge leisten wollten. Hitler hatte in der SS seine Speerspitze, die ihm durch Treueeide ergeben war und vor nichts zurückschreckte. SS-Schergen aus anderen Ländern, zum Beispiel Litauen, waren ebenso beteiligt wie Deutsche.

Wäre der Vernichtungswille Hitlers und seiner unmittelbaren Helfer wie Heydrich, Himmler, Goebbels etc. der Wehrmacht bekannt gewesen, dann hätte es einen Aufstand gegen die SS gegeben, die weit in der Minderzahl war. Auch die Motivationen, warum überhaupt Krieg geführt wurde, waren manipuliert. Deutsche mit idealistischen nationalen Gefühlen wurden auf diese Weise in das Staatsverbrechen hineingezogen.
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Beitragvon micha » Sa Apr 16, 2005 21:04:50:

Man sieht also, dass ich Kritik brauche. Man sollte nicht immer allein vor sich hin schreiben müssen. Der Kritiker war diesmal Professor Heyne, der mehr als kompetent ist. Er stammt aus dem Osten, habilitierte sich im Westen, kennt fast die gesamte deutsche Lyrik und behauptete nach dem Durchlesen meiner Strophen: "Ich brauche keine deutsche Hymne", machte dann aber die kritischen Anmerkungen, die ich oben zusammengefasst habe.

Ich hoffe, nun auch eine Lösung für seinen kritischen Geist gefunden zu haben.

Deutschland dicht an unsrer Seite
reichen wir der Welt die Hand,
Wissen, Menschenrecht und Handel
Sei das einigende Band!

So gesehen ist für mich meine eigene kecke Verwandlung eine Überraschung, denn mir wurde jetzt erst klar, dass ja Handel von Hand herkommt. Vorher hatte ich an dieser Stelle Friede. Aber was passiert denn, lieber Gast-Leser, wenn wir Frieden haben? Dann blüht der Handel. Und was passierte im Krieg? Raub statt Handel.

In der gleichen Zeile heißt es nun Menschenrecht statt Menschlichkeit. Wie schön, dann haben wir nunmehr auch wieder das Recht dabei, jedoch nicht im Zusammenhang mit Winkeladvokaten, sondern im Zusammenhang mit den Menschenrechten, wie sie in der UN und gewöhnlich auch in demokratischen Verfassungen geschrieben stehen. Dort ist das Recht an die Menschlichkeit im postiven Sinne gebunden.

In den Handel bin ich ganz vernarrt, da dieser wiederum Arbeit erzeugt, somit Arbeitsplätze für die von mir geforderte Zusammenarbeit, für das Zusammenarbeiten, das die Menschen und Nationen einander sofort näher bringt.
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Beitragvon micha » Sa Apr 16, 2005 21:31:34:

Ob ein Teil des Handels, der internationale Waffenhandel, der Handel mit Kinderminen, der Handel mit Kindergewehren etc. so erstrebenswert ist, möchte ich bezweifeln. Neben dem Wort "Handel" im Identitätslied aber steht: Menschenrecht. Handel darf nicht direkt gegen Menschenrecht verstoßen. Das tun die Kinderminen aber. Deshalb sind sie vom einigenden Band ausgeschlossen.

Der Waffenhandel mit einer Nation wie China dagegen ist wie der Waffenhandel mit Taiwan. Dosiert, sorgt er für Gleichgewicht. Das Schutzbedürftnis besonders gegen Japan ist in China ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die Japaner haben gewütet, eine der ältesten Kulturen dieser Erde fast zerstört.

Gegen den Handel mit Verteidigungswaffen an China hätte ich nichts. Unsere Steuerverschwender von oben, die dagegen sind, sollten vor ihrer eigenen Tür kehren und nicht ein China, das im Augenblick Großes leistet, das geballte Intelligenz beherbergt, das Lust auf Zusammenarbeit hat, Lust auf alles Technische, das es auszuprobieren gilt, bevormunden wollen. Die Chinesen sind schon jetzt fast weiter als wir Europäer. Natürlich wollen die USA ihr Waffenembargo aufrecht erhalten. Europa aber sollte sich in Maßen den Wünschen Chinas anpassen, den Handel mit Sicherheitswaffen zulassen und die Menschen dort nicht wie Neandertaler behandeln.

Der Reichtum ist zukünftig in China, Europa verarmt. Das merken die kleinen Thai-Spitzbuben, die Speedboote anbieten, jetzt schon. Europäer waren früher mal die Hauptkunden, um zu tauchen, zu segeln, die Boote und deren Fun-Ausrüstung auszuprobieren. Sie sind weg. Stattdessen kamen die Chinesen. Sie kommen in Gruppen, nehmen alle Angebote, fotografieren sich selbst, freuen sich über jede Kleinigkeit und sind abenteuerlustig. Sie schauen nicht nach links oder rechts. Fremde sind Luft. Sie haben sich selbst und sind sehr selbstbewußt geworden.

Was wollen unsere Grünen mit ihren Belehrungen eigentlich erreichen? Sie stehen im Abseits und können nur noch eines: NEIN sagen oder auf ekelig untolerante Weise Kritiker in Botschaften entlassen, wie es AM Fischer getan hat, ohne den Dingen auf den Grund zu gehen und Kritik auch einmal anzunehmen. Er gibt eine miserable Figur ab. Kritisch ihm gegenüber waren wir schon lange.
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Beitragvon micha » So Apr 17, 2005 09:58:11:

micha hat geschrieben:Was wollen unsere Grünen mit ihren Belehrungen eigentlich erreichen? Sie stehen im Abseits und können nur noch eines: NEIN sagen oder auf ekelig untolerante Weise Kritiker in Botschaften entlassen, wie es AM Fischer getan hat, ohne den Dingen auf den Grund zu gehen und Kritik auch einmal anzunehmen. Er gibt eine miserable Figur ab. Kritisch ihm gegenüber waren wir schon lange.


Wie ungenau Studenten der 68-Generation waren, als es um Denunziation angeblicher Nazi-Größen ging, zeigt der Fall Professor Werner Catel. In Kiel sollte um 1970 sein Bild aus der Reihe der Institutsleiter verschwinden, weil ein solcher Haufen Studenten in Bausch und Bogen verurteilte. Zum gleichen Schlag gehört unser Außenminister Fischer. Auch ihm ging es in den letzten Tagen um eine Bausch- und Bogen Aktion, um gleich alle, auch die leicht ihrer Nazivergangenheit Verdächtigten, aus der Geschichte des Außenministeriums, optisch belegt durch Fotos an den Wänden, zu tilgen, ohne nachzuforschen, wie es denn wirklich war.

Wie es denn wirklich in Einzelfällen war, wird von Fabian von Schlabrendorff in seinem Buch "Begegnungen in fünf Jahrzehnten", Wunderlich 1979, geschildert.

Fabian von Schlabrendorff aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Fabian von Schlabrendorff (* 1. Juli 1907 in Halle (Saale); † 3. September 1980 in Wiesbaden) war ein deutscher Offizier und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.

Der Jurist (Dr. jur.) von Schlabrendorff gehörte schon früh zu den konservativen Gegnern des Nationalsozialismus. Als Leutnant der Reserve wurde er 1942 zum Adjutanten von Oberst Henning von Tresckow, einem der führenden Köpfe des militärischen Widerstands gegen Hitler, und beteiligte sich aktiv an den verschiedenen Staatsstreichplänen und -versuchen der Verschwörer. Schlabrendorff fungierte dabei vor allem als ein geheimer Verbindungsmann zwischen Tresckows Hauptquartier an der Ostfront und der Verschwörergruppe in Berlin um Ludwig Beck, Carl Friedrich Goerdeler, Hans Oster und Friedrich Olbricht.

Am 13. März 1943 schmuggelte Schlabrendorff in Tresckows Auftrag ein als Cognacflaschen getarntes Sprengstoffpaket in Hitlers Flugzeug, als jener von einer Frontbesichtigung in sein Hauptquartier nach Rastenburg zurückfliegen wollte. Schlabrendorff aktivierte selbst den Zünder und übergab das Päckchen an Oberstleutnant Brandt, der in dasselbe Flugzeug wie Hitler einstieg. Der Sprengsatz explodierte jedoch nicht (wie man später feststellte, aufgrund der großen Kälte im Frachtraum des Flugzeugs). Am nächsten Morgen flog Schlabrendorff unter höchstem Risiko mit einem Kurierflugzeug nach Ostpreußen, suchte Brandt auf und tauschte das Paket wieder aus.

Nach dem 20. Juli 1944 wurde Schlabrendorff verhaftet und in das Gestapo-Gefängnis nach Berlin verlegt. Trotz wiederholter Folterung gelang es der Gestapo nicht, Schlabrendorff zu Geständnissen über Mitverschwörer und Einzelheiten der Planungen des Widerstands zu bewegen. Im Februar 1945 war der Prozess gegen Schlabrendorff vor dem Volksgerichtshof in Berlin angesetzt. Am 3. Februar 1945 zerstörte jedoch ein direkter Bombentreffer große Teile des Gerichtsgebäudes, wobei der Präsident des Volksgerichtshofs Roland Freisler ums Leben kam - in seinen Händen die Akte Schlabrendorffs haltend.

Dieser Angriff rettete Schlabrendorffs Leben. In den folgenden Monaten wurde Schlabrendorff nacheinander in verschiedene Konzentrationslager verlegt: Sachsenhausen, Flossenbürg, Dachau und Innsbruck. Anfang Mai wurde er schließlich von amerikanischen Truppen befreit.

Nach dem Krieg arbeitete Schlabrendorff wieder als Jurist. Von 1967 bis 1975 war er Richter am Bundesverfassungsgericht.

Fabian von Schlabrendorff veröffentlichte eines der bekanntesten Bücher der Nachkriegszeit über den militärischen Widerstand, "Offiziere gegen Hitler" (erste Ausgabe: 1946, mehrere Neuauflagen).


Diese Vita mag ausreichend belegen, dass Genauigkeit und Gerechtigkeit zu erwarten ist. Das Kapitel über Werner Catel findet sich ab S. 356 (XIX. Kapitel).

Geschildert wird, wie im Zuge der Entnazifizierung eine Periode der Denunziation begann, in der es drunter und drüber ging, Gerechtigkeit und Genauigkeit wenig gefragt war und stattdessen den Besatzungsmächten geliefert wurde, was gefragt war. Unschuldige wurden Opfer, Schuldige sprachen Recht. Das untadelige Verhalten von Professor Werner Catel wird von Fabian von Schlabrendorff eindringlich geschildert.

Ein Verfahren nach der Flucht des gefragten, international berühmten Kinderarztes in den Westen reihte ihn trotz einer Pro-forma-Mitgliedschaft in der NSDAP ab 1937 in die Gruppe der Entlasteten ein. Die Begründung lautete:
Bei dem Betroffenen handelt es sich um einen deutschen Hochschullehrer von europäischem Ruf, den er durch seine Leistung als Facharzt auf dem Gebiet der Kinderkrankheiten und durch zahlreiche bedeutende wissenschaftliche Publikationen begründet hat. Er wird von einwandfreien Zeugen als überzeugter Antifaschist und Vertreter der Humanität im Dritten Reich bezeichnet, hat wiederholt öffentlich gegen den Nationalsozialismus Stellung genommen und sowohl ausländische als auch von 1933 bis 1945 vor allem zahlreiche jüdische Kinder, die er nach den damals geltenden Bestimmungen gar nicht hätte behandeln dürfen, in seine Klinik aufgenommen."


Hier haben wir sie, die deutsche Identität! Nach diesem Urteil kam es in Hamburg und Frankfurt zu weiteren Verfahren, die sich mit dem Ableben von Kindern bei Vollidiotie (nicht zum Beispiel mongoloider Kinder, sondern im Sinne geistig völlig Toter, "leerer Menschenhülsen", die nach der Ethik im klassischen Altertum, zum Beispiel eines Platos oder Senecas, abgetrennt werden durften). Es ging um Fragen, die die Medizin auch heute bewegen. 1954 wurde Catel Ordinarius der dortigen Universitätskinderklinik. Seine positiv ausgegangenen Verfahren waren bekannt.

Nach seiner Emeritierung in Kiel kam es noch einmal zu einem Verfahren in Hannover. In der 300 Seiten umfassenden Stellungnahme wurde u. a. betont: "Nach der Überzeugung Catels sei der Tod für unheilbar vollidiotische Kinder eine Erlösung gewesen. Mit Anschauungen im Nationalsozialismus hat dies nichts zu tun". Und: "Catel wurde als Kinderarzt in der Praxis mit Extremfällen konfrontiert. Im Laufe der Zeit sei in ihm immer stärker der Gedanke aufgetaucht, dass der Arzt nicht nur die Aufgabe habe, Krankheiten u heilen, sondern auch leiden zu vermindern. Deshalb gebe es Ausnahmesituationen, in denen die Auslöschung des Lebens für den Arzt ein ethisches Gebot sei, sofern eine solche Maßnahme mit Einwilligung der Eltern geschehe." Völlig zusammengebrochenen Eltern müsse ebenfalls geholfen werden.

In Deutschland und anderen Ländern wurde die Abtreibung in besonders gelagerten Fällen freigegeben. In den USA wurde gegen den Willen der Eltern entschieden, siehe Spiegel-Online:
Koma-Patientin in den USA
darf nach Rechtsstreit sterben
Ärzte entfernen Magensonde - Tod in einigen Tagen erwartet
Nach jahrelangem Rechtsstreit darf eine amerikanische Koma-Patientin sterben: Ärzte haben die Magensonde von Terry Schiavo entfernt. Nach Abbruch der künstlichen Ernährung am Mittwoch wird die 39-Jährige im Lauf der nächsten Tage eines natürlichen Todes sterben, wie Mediziner in einem Pflegeheim in Pinellas Park in Florida mitteilten.
von Mitch Stacy, 17.10.2003 [Archiv] Schiavos Ehemann hatte gegen den erbitterten Widerstand ihrer Eltern auf eine Beendigung der lebenserhaltenden Maßnahmen geklagt.


Das 5. Gebot "Du sollst nicht töten" bezieht sich auf das hebräische Wort razach. Neben der Bedeutung von "zerstoßen" und von "töten vieler" hat es die Bedeutung "morden". Luther schwankt in seiner Übersetzung zwischen töten und morden. Martin Buber übersetzt ausschließlich mit "morden". Die Überzeugung der Hilfe in Extremfällen im Verständnis Catels konnte sich daher nicht gegen das 5. Gebot richten.

Schlussfolgerung: Catel war absolut untadelig, ein Lebensbeispiel bester deutscher Identität, und wurde trotzdem von der linken Studentenmeute der 68ger angegangen, aus der auch unsere ranghohen Politiker Schröder und Fischer hervorgegangen sind. Das Beispiel Catel wirft ein Licht auf die Entlassung des deutschen Botschafters in der Schweiz, der Fischer kritisierte und daher mit unehrenhaften Begründungen geradezu diktatorisch aus seinem hervorragend ausgeübten Amt entfernt wurde.
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Abtreibungen

Beitragvon micha » So Apr 17, 2005 10:26:22:

Zur Frage von Abtreibungen aus sozialen und psychischen Gründen ohne ausreichende medizinische Indikation äußere ich mich im Titel Globalisierte Weltreligionen - Suche nach der Kraft der Schöpfung ISBN 3-88667-017-1

Nur so viel: Mein eigenes Religions- und Schöpfungsverständnis kommt ohne die von Moses postulierte Allmächtigkeit eines männlichen Schöpfergottes aus. Die eher weibliche Schöpferkraft ist nicht allmächtig. Dagegen ist sie unendlich erfolgreich. Daraus ergibt sich, dass ebenfalls Frauen keine Allmacht über ihre Eigenschaft, gebären zu können, besitzen. Auch sie müssen dem Erfolgskonzept der unendlichen Chancen des Lebens nachgeben. Die eigenmächtige Unterbrechung dieser Chancen eines Lebens im Anfangsstadium ist Mord, darf nicht sein.

Da begegnen sich wieder das ehemalige Oberhaupt der großen Kirche, der in seinen Schriften quicklebendige Johannes Paul II, und das "Oberhaupt" der klitzekleinen Einer-Person-Kirche mit DEH als weiblicher Schöpfungskraft hier im Forum und privat.

Professor Werner Catel hätte diesem Hang der modernen Wegwerfgesellschaft, Schwangerschaftsabbrüche nach Gesprächen zu tolerieren, nie und nimmer zugestimmt. Der Charakterisierung und der Kenntnis des einstigen Bundesverfassungsrichters und Widerstandskämpfers gegen Hitler, Fabian von Schlabrendorff, gebe ich mein volles Vertrauen. Den oberflächlichen Charakterisierungen, die sich zum Namen Werner Catel im Internet finden, schenke ich dagegen keinen Glauben. Catel wurde von den Nazis und danach von den Naziverfolgern missbraucht, die seine Mitgliedschaft in der NSDAP und Befragungen der Nazis zu Euthanasiefällen völlig falsch und sehr oberflächlich deuten. Sie fußen auf Fehldeutungen des folgenden Vorganges, der bei Schlabrendorff, Begegnungen, S. 360, beschrieben wird:

Er (Catel) wurde durch einen Vertreter der Reichskanzlei in Berlin befragt, ob er nicht in einem Ausschuß mitwirken wolle. Der Ausschuß solle aus drei Ärzten bestehen, einem Universitätsprofessor, einem praktischen Kinderarzt und einem allgemeinen Arzt. Jeder von ihnen solle einen ihm vorgelegten Krankheitsbefund eines Kindes, unabhängig voneinander, beurteilen und solle sich gutachtlich darüber äußern, ob der Befund des Kindes so sei, dass eine Auslöschung im Interesse des Kindes selbst liege. Falls sich die Tutachter einstimmig nach der negativen Seite äußerten, so solle das Kind einer Anstalt überwiesen werden, deren Chefarzt auf Grund eigener Verantwortung die letzte Entscheidung zu treffen habe. Catel sagte, auf seiner grundsätzlichen Überzeugung fußend, seine Mitarbeit zu. Bald merkte er, daß die große Mehrzahl der Fälle der ihm vorgelegten Kinder-Krankenakten die Frage der Euthanasie gar nicht berührten, sei es, daß es sich um Kinderkrankheiten handelte, die vielleicht eine körperliche Behinderung oder eine Geistesschwäche zum Gegenstand hatten, nicht aber das Grunddasein des Menschentums verleugneten wie zum Beispiel den vollständigen Mangel an Gehirn. Nur in letzten Fällen kam Catel zu einer gutachtlichen Äußerung, in der er die Euthanasie empfahl, während er in allen anderen Fällen der Euthanasie wiedersprach. In mehr als 90 Prozent aller Fälle verneinte Catel die Notwendigkeit der Euthanasie, nicht ahnend, daß die Nazis sich überhaupt nicht um die Gutachten kümmerten, sondern alles dem Chef der Klinik überließen, in der die letzte Entscheidung gefällt wurde, ohne Rücksicht darauf, ob die Gutachter ja oder nein gesagt hatten. In seiner eigenen Klinik in Leipzig hatte Catel vor allem während des Krieges schwere Auseinandersetzungen. Ein Leibarzt Hitlers erschien und forderte die Euthanasie bei einem bestimmten Kind. Catel verweigerte dies. Allen Drohungen zum Trotz beharrte er auf seiner Weigerung, bis er nach einem Urlauf feststellen mußte, daß man das Kind aus seiner Klinik entfernt und der Euthanasie zugeführt hatte. Auch viele Eltern, deren Kinder monströse Eigenschaften aufwiesen, legten Catel die Durchführung der Euthanasie nahe. Aber Catel lehnte beharrlich ab, solange er der Überzeugung war, das dem Kind der Charakter des Menschen nicht abgesprochen werden könne. Auch machte er sich mißliebig, weil er Kinder russischer Zwangsarbeiter in seiner Klinik mit deutscher Muttermilch versorgen ließ und weil er entgegen dem Befehl des nationalsozialistischen Gauleiters halbjüdische und jüdische Kinder in seiner Klinik aufnahm und sie ärztlich versorgte, weil nach seiner Ansicht vor den Augen des Arztes alle Menschen gleich sind. Der Streit zwischen Catel einerseits und dem sächsischen Gauleiter andererseits nahm bedrohliche Formen an. Nur durch ein Eingreifen des Reichsgerichtes gelang es Catel, seiner Linie treu zu bleiben. Aber zu einer kleinen Konzession ließ er sich überreden. Er wurde 1937 eines Tages Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Diese Lächerlichkeit, von der jeder wußte, daß sie nur eine Äußerlichkeit betraf, wofür sich Catel die Freiheit einhandelte, in seiner Klinik kranke Kinder so zu behandeln, wie es die medizinische Wissenschaft vorschreibt, die keinen Unterschied zwischen vollwertigen und minderwertigen Menschenrassen kennt, wurde zum Gegenstand der Anklage. Catel wurde genötigt, sich vor einer Spruchkammer zu rechtfertigen, der schlechterdings alles Vermögen fehlte, um über eine solche Angelegenheit ein fundiertes Urteil zu fällen.


Man möge selbst das Stichwort Werner Catel in Google eingeben, um zu sehen, dass nicht nur der damaligen Spruchkammer jedwede Qualifikation abging, sondern auch den Autoren der Internetseiten, die Catel in die falsche Ecke schieben und das Gegenteil aus ihm machen, der er in Wirklichkeit war. Mit mir kann man diesen Lug und Trug nicht veranstalten. Catel ist ein Beispiel dafür, dass individuell genau nachgeforscht werden muss und den pubertär vorschnellen Aburteilungen nicht nachgegeben werden darf.
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Beitragvon micha » So Apr 17, 2005 12:02:26:

Die neue Gesamtfassung nach einer Umstellung der Worte Wissen, Menschenrecht und Handel.

Überlegt mal, liebe Gäste, ob die in Deutschland so wichtige Ausbildung an Schulen und Universitäten mit dem Wort "Wissen" genügend abgedeckt ist; es steht jetzt am Ende, weil Wissen und Terassen einen kleinen Reim ergeben, der aufgesammelt werden kann. Die zweite Zeile in der zweiten Strophe wurde geändert in "Deutschlands Kraft, Kultur und Gut", um an die Ausbildungskultur zu erinnern, die Deutschland früher Besonderheit verlieh. Indem wir "Kultur" an die Kinder weitergeben, bilden wir sie. Die Ausbildung ist auf diese Weise ans Land geangelt worden, meine ich! Hoffentlich sehen meine lieben Gäste das ebenso. Oben im Forum A können sich auch Gäste zu den Themen in B, somit auch zu diesem Teil der Diskussion, freimütig äußern. Eine Beteiligung an meinem Identitätslied wäre sogar erwünscht!

Deutschland haben wir zur Seite,
Friedlich kämpferisches Land,
Deutschlands Flüsse, Seen und Städte,
Alpenweiß und Küstenstrand,
Komponisten, Kirchen, Feste –
Schiller, Dürer, Schlüter, Kant –
Fast unendlich diese Liste,
Ja, wir lieben dieses Land.

Deutschlands Schätze, Bücher, Lieder,
Deutschlands Kraft, Kultur und Gut
Geben wir den Kindern weiter.
Erbt und schöpft viel Lebensmut!
Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir dies deutsche Lied:
Hindert Diktatur und Blender!
Freiheit sei das höchste Gut!

Deutschland dicht an unsrer Seite
reichen wir der Welt die Hand,
Handel, Menschenrecht und Wissen
Sei das einigende Band!
Blühe Deutschland auf Terrassen
unsrer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen,
strahle Deutschland, strahl wie Gold!


am 15.04.05 09:45 Copyright micha vonRhein, nach Kritik verbessert am 16.04.05 19:35, kleine Umstellung in der dritten Strophe am 17.04.05 12:57
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Beitragvon micha » Di Apr 19, 2005 20:26:37:

Wieder habe ich Schwierigkeiten mit dem RECHT im Menschenrecht. Recht ist Mittel zum Zweck. Was will das Recht erreichen? Gerechtigkeit? Ein an irdischen Maßstäben oder am Jüngsten Gericht orientiertes Recht?

Die gleiche Schwierigkeit hatte ich schon im Deutschlandlied, wenn es als Nationalhymne aus dem hostorischen Kontext gerissen wird und ohnehin auseinandergerissen erscheint, da nur die letzte Strophe gilt. In der Isolierung der dritten Strophe war für mich das Recht ganz besonders problematisch. Man könnte sogar an Roland Freisler, den Präsident des Volksgerichtshofes der Nazis denken. Recht wurde zum Schrecken des Widerstandes gegen Hitler, der darüber hinaus flugs auch noch die "Sippenhaft" einführte, um mit Himmler zusammen sein Mordgeschäft in der Hülle des geltenden Rechtes betreiben zu können.

Wie wäre es mit dem Begriff der Menschenwürde? Sie ist es, die das Recht erreichen will. Das Recht soll die Menschenwürde wiederherstellen, die durch Unrecht beschädigt wurde. Beim Diebstahl wie bei Gewalttaten bis zum Mord geschieht es. Verleumdung und Rufschädigung greifen ebenfalls die Menschenwürde an. Fügen wir das Wort doch ein:

Deutschland haben wir zur Seite,
Friedlich kämpferisches Land,
Deutschlands Flüsse, Seen und Städte,
Alpenwiesen, Küstenstrand,
Komponisten, Kirchen, Feste –
Schiller, Dürer, Schlüter, Kant –
Fast unendlich scheint die Liste,
Ja, wir lieben dieses Land.

Deutschlands Schätze, Bücher, Lieder,
Deutschlands Kraft, Kultur und Gut
Geben wir den Kindern weiter.
Erbt und schöpft viel Lebensmut!
Schützen wir die deutschen Länder!
Singen wir das deutsche Lied:
Hindert Diktatur und Blender!
Freiheit sei das höchste Gut!

Deutschland dicht an unsrer Seite
reichen wir der Welt die Hand,
Handel, Menschenwürde, Wissen
Sei das einigende Band!
Blühe Deutschland auf Terrassen
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Meisterwerke, wie gegossen,
strahle Deutschland, strahl wie Gold!


am 15.04.05 09:45 Copyright micha vonRhein, nach Kritik verbessert am 16.04.05 19:35, kleine Umstellung in der dritten Strophe am 17.04.05 12:57, Änderung am 19.04.05 21:50: statt Menschenrecht und ... jetzt Menschenwürde ohne "und". In der ersten Strophe wurde das doppelte "diese" in den letzten beiden Zeilen verbessert. Statt "Singen wir dies deutsche Lied:" kann es getrost heißen: "Singen wir das deutsche Lied:" Der Doppelpunkt am Schluss reicht aus, um auszudrücken, dass sich das "Lied" auf die folgenden beiden Zeilen bezieht. "Das" statt "dies" ist auch deswegen besser, weil ein "a", wenn es geht, einem "ie" vorzuziehen ist, da es sich um eine Lautverschiebungsverflachung in der Geschichte unserer Sprache handelt. Statt Alpenweiß und Küstenstrand fand ich am 21.04.05 17:00 "Alpenwiesen, Küstenstrand" flüssiger (solange keine Antwort auf diesen Text erfolgt, kann er ediert werden, ohne dass unten mit neuer Zeit darauf hingewiesen wird. Darum gebe ich manchmal die Uhrzeit manuell ein).

Meine eigene Beurteilung kurz nach der Änderung (sie kann sich ändern): die Zeile hat mehr Fluss, weil das "und" eher ein Holperstein war. Komisch eigentlich, ein "und" verbindet doch, würde man meinen. Aber solche Zeilen haben ihre eigenen Mimositäten.

Auf ein Recht wird gepocht, das Menschenrecht wird angemahnt. Es wird gefordert. Im Zusammenhang mit der Schoah, dem Menschheitsverbrechen der Hitlerclique und ihrer aktiven Helfer, geht das Wort Menschenrecht fehl. Das "Recht" wurde mit Füßen getreten, ja, aber es wurde außer Kraft gesetzt. Missbrauchte Macht beugte das Recht und machte es unkenntlich. Die Würde einer Glaubensgemeinschaft wurde zerstört. Darum eignet sich das Wort "Menschenwürde" als einigendes Band zwischen den zivilisierten Völkern viel besser. Kein Recht eines Staates darf Menschen die Würde nehmen. Sollte ein Staat sich für die Todesstrafe entschieden haben, so muss die Vollstreckung so erfolgen, dass die Würde des Verurteilten gewahrt bleibt.

Menschenwürde zu hüten sind wir der Schöpfung und der göttlichen Kraft dieser Schöpfung schuldig.

Hatte ich vorher noch für das RECHT argumentiert, spreche ich mich nun gegen das RECHT im Identitätslied aus. Wer ebenfalls eine Idee hat, liebe Gäste, kann diese im Forum A zum Ausdruck bringen und dort auch ein eigenes Thema eröffnen.

Nun gilt es noch zu überlegen, ob der Begriff "Handel" nicht besser durch den Begriff "Arbeit" ersetzt werden sollte, weil Arbeit auch den Handel einschließt. Andererseits wird Arbeit im eigenen Land geschaffen, während Handel länderübergreifend ist. Da der "Welt die Hand gereicht" wird, lasse ich erst einmal die Bedeutung Handelsbeziehungen bestehen.

PS

Das "Gedicht" ist eine Konstruktion. Hier wird es erläutert: http://www.rheindeutschland.de/forum/vi ... ?p=778#778
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Deutschlandlied II

Beitragvon micha » So Apr 24, 2005 08:21:15:

Im Deutschlandliedforum findet sich ein zweites Deutschlandlied, von einem Autoren gleichen Namens, der meines Wissens identisch ist mit einem CDU-Mitglied, das mit Tilman Kluge unterschrieb. Hier der Link:

http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... 9717#19717

Den Text gebe ich hier zusätzlich als Zitat, weil ich meine, dass schöne Strophen entstanden sind und das Bemühen, Deutschland aufzuhelfen, einer positiven Würdigung bedarf.

Also die "4. Strophe" finde ich jetzt nicht soooo schön, aber ich wäre dafür, alle Strophen wiedereinzuführen und als 4. bis 6. folgende zu benutzen:

"Hört ihr Völker, was wir singen:
Wir sind stolz auf unser Land!
Was wir bauen und erbringen,
Schaffen wir mit Herz und Hand.
Stets nach vorn, den Blick nach oben
Niemals Zwietracht, Haß und Pein,
|:Voller Mut den Kopf gehoben
Das soll unsre Größe sein!:|

Friede, Freiheit und Vertrauen
Für die Menschen dieser Welt.
So, daß unser Volk mit allen
Brüderlich zusammenhält.
Einig laßt uns sein doch gegen
Jede Formd er Tyrannei.
|:Unsre Herzen sei'n verbunden
Allen Völkern hoch und frei!:|

Niemand soll auf Erden hungern,
Nie dem andern Sklave sein.
Wohlstand, Fortschritt, ehrlich streben –
Dafür stehen wir hier ein.
Einigkeit und Recht und Freiheit
Dazu reichen wir die Hand.
|:Mögen alle Länder blühen,
Blühe unser Vaterland!:|"


Herr Kluge möchte die sogenannte Vierte Strophe des Deutschlandliedes, mit dem Aufruf "Nun erst recht" durch seine drei Strophen ersetzen und wie jene Strophen ersatzweise lieber seine drei Strophen an das Deutschlandlied von Fallersleben angehängt wissen.

Die Strophen und den Vorschlag lasse ich so stehen, damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann. Im Deutschlandliedforum fand die erste Strophe bereits ein positives Echo. Kommentieren möchte ich erst in einer nächsten Antwort.
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Kommentar Deutschlandlied II

Beitragvon micha » So Apr 24, 2005 09:26:00:

Der Text ist flüssig, nicht überladen, und wendet sich gegen Tyrannei. Bedenkliche Absichten sind nicht enthalten. Im Gegenteil, auch an andere Völker wird in einem positiven Sinne gedacht. Stolz auf unser Land wird demonstrativ an den Anfang gestellt. Nach vorn soll geschaut werden. Die Zeilen enthalten eine Zukunftsvision, die die Größe des Landes werden soll.

Anderen Menschen wird Vertrauen geschenkt. Brüderlich sollen die Menschen zusammenhalten. Dieser Gedanke erinnert an Schillers Lied an die Freude.

Die Vision, durch Fleiß Wohlstand zu erreichen, sodass sich jede Form der Sklaverei und der Hunger aus der Welt vertreiben lässt, ist ebenfalls ein sehr guter Gedanke. Anderen Ländern wird das Aufblühen ebenfalls gewünscht. Mit der Zeile "Einigkeit und Recht und Freiheit" unterstützt der Autor Hoffmann von Fallersleben und besonders die dritte Strophe, die Nationalhymne wurde.

Wo bleibt die kritische Anmerkung? Es gibt eigentlich keine. Vergleicht man diesen Text mit meinem Identitätslied, dann wird klar, dass verschiedene Wege beschritten wurden.

Der Gedankenweg der zitierten Strophen führt zu einer schönen Vision, egal, wie die Realität aussieht. Ähnlich hat es Friedrich Schiller gemacht.

Der Gedankenweg meines Identitätsliedes führt zu einer Beschreibung des Landes in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Geschildert wird, was wir haben, hatten und was auch täglich in der Ausbildung geschieht. Auch mit Handel, Menschenwürde und Wissen in die Welt zu gehen, geschieht. Besonders die Forderung, erneuter Diktatur und Blendern den Weg zu versperren, bezieht sich auf Gegenwart und Zukunft. Mit der Zukunft wird sparsam umgegangen, positive Realität wird verstärkt.

Da beide Lieder verschiedene Gedankenwege gehen, ergänzen sie sich eher, als dass man sie gegeneinander ausspielen könnte. Jeder kann sich aussuchen, was ihm lieber ist, eine Beschreibung oder eine Vision.

Wenn überhaupt eine Kritik an den Zeilen von Herrn Kluge möglich ist, dann müsste sich diese Kritik vielleicht auf die erste Strophe beziehen. Es zeigen sich wieder die unterschiedlichen Gedankenwege. Hier wird der Stolz auf unser Land vorangestellt, dieser den anderen Völkern auch demonstriert, im Identitätslied dagegen soll der Stolz auf das Land indirekt erzeugt werden, indem die Gründe für einen möglichen Stolz aufgezählt werden. Gewiss hat ein Freund der Beschreibung und der indirekten Aussage da etwas aufgeschrieben.

Meine Kritik an einer solchen direkten Aussage, wir seien stolz auf unser Land, die sozusagen mit der Tür ins Haus fällt und ein Gefühl, nicht eine Schilderung voranstellt, erstirb sofort in der Vorstellung, die Sieben Zwerge, meinetwegen auch die komischen des unlängst gespielten deutschen Films, sängen diese Strophe. Das liegt daran, weil vielleicht danach gesucht wird, wer denn nun baut und erbringt und schafft. Hat man eine konkrete Vorstellung, wer "wir" ist, liest sich die Strophe leichter.

Die andere Zeile, die im Identitätslied, "Deutschland haben wir zur Seite", enthält auch ein "Wir", da ist es Jeder, der auf deutschem Boden lebt. Natürlich hätte ich sagen können, wir haben ein bürokratisches Ungeheuer zur Seite, diese Beschreibung würde ebenfalls für Jeden gelten, aber nein, im Folgenden wird die Landschaft, Dichtung etc. beschrieben, die das bürokratische Ungeheuer, das wir neuerdings zur Seite haben, beschämt. Auch hier der Hang zur indirekten Aussage.

Kommen wir, meine lieben Gäste, noch einmal darauf zurück, was passieren kann, wenn ein Gefühl am Anfang in die Luft gehängt wird, so wie die Aussage "Wir sind stolz auf unser Land", die andere Völker bitte hören möchten, fast wie zum Trotz. Dazu muss ich von etwas Anderem berichten, das unmittelbar mit deutscher Identität zu tun hat.

Im Bundesfilmarchiv wurden unlängst im verstaubtem Keller Filmrollen aus der Anfangsgeschichte des Schwarz-Weiß-Fernsehens gefunden, die vor der Zeit datieren, als man nur noch Live-Sendungen hatte, ich denke ab 1939/40. Das Filmmaterial zeigt das Bekenntnis sehr vieler Deutscher, eigentlich der Massen, zur nationalsozialistischen Bewegung. Der Bericht lief gestern im Premiere-Programm und dort unter Discovery/Geschichte. Allein wegen dieser neuen Senderubrik, an der wohl der Spiegel stark beteiligt ist, lohnt sich Premiere.

Da wurden nun unter anderem Filmausschnitte zu den deutschen Gefühlen gezeigt, die durch den Slogan "Kraft durch Freude" entstanden. Hier geschah das Gleiche. Gefühle wurden an den Anfang gestellt, propagandistisch unter die Leute gebracht, und dann spulte tatsächlich ein realistisches Programm ab, das den vorausgehenden Slogan "Kraft durch Freude" hinterher umsetzte. Geplante Gefühle wurden Programm. Wir wissen alle, wie diese programmierten Volksgefühle dann in die Irre geleitet wurden.

Mein Credo ist daher, Gefühle erst nach Darstellungen oder Befunden realer Gegebenheiten entstehen zu lassen, nicht umgekehrt. Umgekehrt wäre es so, dass Realität erst nach künstlich erzeugten, manipulierten Gefühlen entsteht.
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Beitragvon micha » Mo Apr 25, 2005 10:36:13:

Deutschland haben wir zur Seite,
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am 15.04.05 09:45 Copyright micha vonRhein, nach Kritik verbessert am 16.04.05 19:35, kleine Umstellung in der dritten Strophe am 17.04.05 12:57, Änderung am 19.04.05 21:50: statt Menschenrecht und ... jetzt Menschenwürde ohne "und". In der ersten Strophe wurde das doppelte "diese" in den letzten beiden Zeilen verbessert. Statt "Singen wir dies deutsche Lied:" kann es getrost heißen: "Singen wir das deutsche Lied:" Der Doppelpunkt am Schluss reicht aus, um auszudrücken, dass sich das "Lied" auf die folgenden beiden Zeilen bezieht. "Das" statt "dies" ist auch deswegen besser, weil ein "a", wenn es geht, einem "ie" vorzuziehen ist, da es sich um eine Lautverschiebungsverflachung in der Geschichte unserer Sprache handelt. Statt Alpenweiß und Küstenstrand fand ich am 21.04.05 17:00 "Alpenwiesen, Küstenstrand" flüssiger. Die Zeile "Singen wir das deutsche Lied:" wurde präziser am 25.04.05 11:43 und ersetzt durch: "Fordern wir in diesem Lied", das ist es, was ja auch gesagt werden sollte. Alternativ könnte es auch heißen: "Singen wir in diesem Lied:" Die Forderung ist in der nächsten Zeile nämlich schon enthalten, das Singen kann nicht genug animiert werden. Na gut, lieber also "Singen wir in diesem Lied:" Noch besser "Sngen wir mit diesem Lied:"

Eine historische Sendung gestern in Premiere/Geschichte zeigte Forschungen von Brigitte Hahmann zu den Jugendjahren Hitlers in Wien. Film-Ausschnitte aus späterer Zeit begleiteten die Aussagen von Frau Hahmann, wenn es um den Beleg von früh erkennbaren Charakterzügen ging. Auf diese Weise wurde Hitlers cholerische Natur doppelt belegt. Außerdem wurde ein Ausschnitt gezeigt, in dem Hitler Deutschland beschreibt und wo es sich befindet: "Vor uns Deutschland, in uns Deutschland und hinter uns Deutschland". Dieses Hinausschreien, wo Deutschland sich befände, fand bei seinen Anhängern frenetischen Beifall. Heute kommt dagegen die ganze Hohlheit Hitlers darin, in der brüllenden Lautstärke, zum Ausdruck.

Ich bin ja nur froh, dass er nicht auch noch "Neben uns" gesagt hat, dann wäre ich mit meinem Lied in arge Schwierigkeiten geraten.

Die geistigen und kulturellen Schätze in Deutschland, von denen die Rede ist, sind in ihrem Umfang in einem solchen Lied nicht annähernd zu umgrenzen. Sie werden studiert, gelehrt, über Generationen. Das Lied kann wirklich nur ein ganz kleiner Anstoß sein, den Reichtum wenigstens bescheiden, ganz still und leise, anzudeuten, um den Blick darauf zu lenken. Laut zu werden verbietet sich allemal.
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Beitragvon micha » Mi Apr 27, 2005 08:23:18:

http://www.deutschlandlied.de/forum/vie ... 5707#15707

"Deutschlandlied" alias wohl Tilman Kluge gibt im Link eine ganz gute Zusammenfassung der Geschichte des Deutschlandliedes seit der Gründung der Bundesrepublik.

Am 24. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet - ohne Hymne!!! Während in der DDR, die am 07.Oktober 1949 gegründet wurde, "Auferstanden aus Ruinen" Nationalhymne war, gab es in Westdeutschland keine. Es wurde stattdessen "Freude schöner Götterfunken" (Europahymne) benutzt. Aber auch nicht immer. Als Bundeskanzler Adenauer auf Staatsbesuch in den USA war, wurde als Hymnenersatz "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien" gespielt!!! PEINLICH HOCH 3! 1952, als die Bundesrepublik bei den Olympischen Spielen mitmachen sollte, wurde dringend eine Hymne gebraucht. Der Präsident Heuss wollte die "Hymne an Deutschland" einführen, schaffte dies aber letztlich nicht. Adenauer setzte sich mit dem Deutschlandlied durch: Offiziell wurden alle drei Strophen eingeführt, es wurde aber ausgemacht, dass bei feierlichen Anlässen nur die dritte Strophe zu spielen sei - de facto war von 1952-1991 das GANZE Deutschlandlied Hymne!
1991, 1 Jahr nach der Wiedervereinigung, gab es einen Briefwechsel zwischen Kanzler Kohl und Präsident von Weizsäcker. Darin stand, dass nurmehr die dritte Strophe des Deutschlandliedes Nationalhymne sei, das Deutschlandlied aber in allen seinen Strophen eine Einheit bilde. Damit wäre das wohl geklärt.
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Beitragvon micha » Mi Apr 27, 2005 08:36:24:

Sylvesteransprache von Bundespräsident Theodor Heuss, 31.12.1950

Auszug:

Nun ein Letztes. In der Presse lasen Sie, der Bundespräsident werde heute eine neue Nationalhymne anordnen. Nein, hieß es dann wieder: das werde er nicht tun. Ich will das gelinde Durcheinander ganz einfach ordnen. Ich glaube, selbst bei Leuten, denen meine Art fremd ist, nicht im Verdacht zu stehen, den Sinn geschichtlicher Zusammenhänge zu mißachten; ich lebe selber aus ihren Werten. Aber das ungeheure Schicksal, das die staatlichen Zusammenhänge zerschlug, die volklichen verwirrte, schuf einen Geschichtseinschnitt, der mit dem alten Sinn- und Wort-Vorrat nicht mehr umfaßt werden kann. Darüber sprach ich vor Monaten mit dem verehrungswürdigen Dichter Rudolf Alexander Schröder, und er begriff, was mich bewegte:

Ich will ganz einfach vorlesen, was das Echo dieses freundschaftlichen Männergespräches war:

Land des Glaubens, deutsches Land,
Land der Väter und der Erben,
uns im Leben und im Sterben
Haus und Herberg, Trost und Pfand,
sei den Toten zum Gedächtnis,
den Lebend'gen zum Vermächtnis,
freudig vor der Welt bekannt,
Land des Glaubens, deutsches Land!

Land der Hoffnung, Heimatland,
ob die Wetter, ob die Wogen
über dich hinweggezogen,
ob die Feuer dich verbrannt,
du hast Hände, die da bauen,
du hast Herzen, die vertrauen,
Lieb und Treue halten stand,
Land der Hoffnung, Heimatland!

Land der Liebe, Vaterland,
heil'ger Grund, auf den sich gründet,
was in Lieb und Leid verbündet
Herz mit Herzen, Hand mit Hand.
Frei, wie wir dir angehören
und uns dir zu eigen schwören,
schling um uns dein Friedensband,
Land der Liebe, Vaterland!


Die Strophen haben die Menschen, die sie kennen lernten, tief bewegt. Hermann Reutter schuf ihnen die Töne: als wir einen Knabenchor baten, uns das Lied vorzusingen, hat es alle gepackt, auch die Zögernden. Wer am Radio sitzt, wird es nachher hören, kunstvoller, wie man es eben am Radio gewöhnt ist. Indem ich das Lied als Ausklang dieser Ansprache wählte, habe ich nicht einfach die neue Nationalhymne als Amtsvorgang "dekretiert". Aber ich hoffe, daß Hunderttausende, daß Millionen spüren: hier haben die Empfindungen und Erfahrungen unseres Geschlechts eine symbolkräftige Form gefunden, unseres Geschlechts, das dem Gewesenen die erinnerungsstarke Ehrfurcht nicht versagt, aber die glaubende Hoffnung der einenden Liebe zum Vaterlande schenkt.

Wort und Ton sollen und wollen, sie werden Besitz und Bekenntnis der Nation werden!

Und auch dies mag gelten, daß der verpflichtende Sinn von Schröders letzten Zeilen, da das freie Menschentum seinen Lebenswert im Frieden bestätigt findet, in die Seelen klinge:

Frei, wie wir dir angehören
und uns dir zu eigen schwören,
schling um uns dein Friedensband,
Land der Liebe, Vaterland!

Quelle: Theodor Heuss: Theodor Heuss, Politiker und Publizist: Aufsätze und Reden, Tübingen 1984.
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Beitragvon micha » Mi Apr 27, 2005 09:13:51:

Deutschland wird im Lied des Dichters Rudolf Alexander Schröder mit den drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe zusammen gesehen, die untrennbar miteinander verbunden sind.

An verschiedenen Stellen ist von ihnen in der Bibel im Alten und Neuen Testament die Rede:
"Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, am größten aber ist die Liebe." (Hohes Lied der Liebe letzter Satz);
“Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, am größten jedoch unter ihnen ist die Liebe.â€
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Bertolt Brecht Kinderhymne (1949)

Beitragvon micha » Mi Apr 27, 2005 10:31:30:

Bertolt Brecht
Kinderhymne (1949)

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir's
Und das liebste mag's uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.


Auch ein sehr gutes Lied! Der Vorwurf, Deutschland solle nicht über (und nicht unter) anderen Ländern stehen, ist deutlich an die Adresse der falschen Interpreten des Deutschlandliedes von Hoffmann von Fallersleben gerichtet, die in ihrer Gesinnung "Deutschland, Deutschland über allem" gesungen hatten und nicht beachteten, dass es wörtlich im Lied geschrieben steht: "Deutschland Deutschland über alles", gleichbedeutend mit "Ich liebe Deutschland über alles".

Anmut, Mühe, Leidenschaft und Verstand für ein blühendes Deutschland einzusetzen, ist ebenfalls ein guter Gedanke, zumal dies andere Länder auch versuchen, wie Bertold Brecht meinte.

Die Abrechnung mit dem Nationalsozialismus, der andere Völker vor den Deutschen "erbleichen" ließ, "wie vor einer Räuberin", ist stark untertrieben. Die Nazi-Diktatur raubte nicht nur. Sie mordete. An dieser Stelle ist das Lied viel zu schwach. Es erweckt den falschen Eindruck, als ob Deutschland nur räuberisch war. Nach dem ganzen realen Terror, dem Makroverbrechen, zu erwarten, dass andere Länder die Hände reichen, wenn Anmut unser Land erblühen lässt, geht an der historischen Situation völlig vorbei.

"Von der See bis zu den Alpen, von der Oder bis zum Rhein" bedeutet eine Korrektur der ersten Strophe von Hoffmann von Fallersleben. Sie schmeckte Bertolt Brecht ganz offensichtlich nicht.

Die Verbesserung unseres Landes in der letzten Strophe bezieht sich bei Brecht auf die erste, in der beschrieben wird, dass Anmut, Mühe, Leidenschaft und Verstand diese Verbesserung herbeiführen können. Indem sich Deutsche in dieser Weise bemühen, lieben und beschirmen sie das Land auch, so wie es andere Länder tun. Die Entwicklung ging bis Heute einen ganz anderen Weg. Deutschland wurde kaputt verbessert. Das Land ist völlig verschuldet. Die Existenzangst geht bei den Leuten um. Mühe und Verstand wurden eingesetzt, um eine Parteischicht-Diktatur unter dem Deckmantel der Demokratie zu errichten. Die Bevorzugten aus den Parteien haben die Löcher im Steuersack. Die Anderen ächzen unter der Last der Schmarotzer, in der Regel diejenigen Bedauernswerten, die hohe Summen für ihre Versorgung ausgeben mussten und nur einen Bruchteil davon zurück erhalten. Es ist die absolute Mehrheit.

Deutschland ist ;3: ;3: ;3: geworden.
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Beitragvon micha » Mi Apr 27, 2005 11:27:05:

micha hat geschrieben:Theodor Heuss: "Aber das ungeheure Schicksal, das die staatlichen Zusammenhänge zerschlug, die volklichen verwirrte, schuf einen Geschichtseinschnitt, der mit dem alten Sinn- und Wort-Vorrat nicht mehr umfaßt werden kann."


Heuss beschäftigte sich mit Deutschland im Zusammenhang mit der alten Nationalhymne, die in der Nazidiktatur auf die erste Strophe beschränkt und mit dem sogenannten Wessel-Lied ergänzt worden war. Das "ungeheure Schicksal" bezog sich daher auf die Deutschen, nicht auf die Opfer der Nationalsozialisten, die den Verbrecherstaat lenkten. Auf die Opfer geht Heuss an anderen Stellen ein.

Heuss war der Auffassung, dass die staatlichen Zusammenhänge durch die Nazis zerschlagen wurden. Den gleichen Gedanken habe ich im Zusammenhang mit Deutscher Identität. Auch ich meine, dass sie durch die Nazis zerstört wurde.

Heuss interpretiere ich weiterhin so: Die Worte der Nationalhymne, des Deutschlandliedes von Hoffmann von Fallersleben, reichen nach dem zerstörerischen Geschichtseinschnitt nicht mehr, um wieder Nationalhymne sein zu können. Diese Auffassung beeinflusste das Lied von Rudolf Alexander Schröder. Der Einschnitt diktierte einen neuen Text.
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Beitragvon micha » Mi Apr 27, 2005 20:16:55:

Die erste Zeile des Deutschlandliedes von Hoffmann von Fallersleben war der Grund, warum das Lied in der Nazizeit seiner letzten Strophen und in der Helmut Kohl-Zeit seiner ersten Strophen beraubt wurde, als eine Nationalhymne festgelegt werden sollte. Die erste Zeile, oder die erste Hälfte der ersten Zeile, wenn das Lied als Vierzeiler gezeigt wird,

Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt,
wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt -
Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt!

hat Missverständnisse ausgelöst, obwohl es nicht hätte sein müssen, wenn man den Autor als Deutschlehrer, als Professor der deutschen Sprache, betrachtet hätte. Dass "über alles" grammatikalisch einer Ergänzung bedarf, hatte ich geschrieben. "Ich liebe Deutschland über alles", "Deutschland geht mir über alles" hatte ich zum Beispiel angeboten, um deutlich zu machen, dass so etwas ergänzt werden muss.

Aber auf die beste Ergänzung, die Hoffmann von Fallersleben sicherlich gemeint hatte, war ich nicht gekommen. Auf diese Ergänzung kam ich heute im Gespräch beim Mittagessen.

Plötzlich fiel mir ein, dass der Revoluzzer, der Freiheitsdichter, seine Energie in die erste Zeile gelegt hatte. Begründung: er wiederholte das Wort "Deutschland", um das Land als Ganzheit so eindringlich wie möglich zu machen. Wenn nun aber so viel Energie in der ersten Zeile steckt, und noch einmal in der vierten Zeile, dann muss er etwas anderes im Sinn gehabt haben als "Ich liebe Deutschland über alles". Das wäre zu lasch gewesen, und Deutschland gab es noch nicht. Er hat nämlich geschrieben:

Ich will Deutschland über alles. Deutschland, Deutschland über alles heißt: Ich will Deutschland über alles. Die Betonung ist seiner geschriebenen Zeile ebenfalls zu entnehmen, da er das Wort "Deutschland" wiederholt. Wegen der Wiederholung legte er die Betonung auf Deutschland und nicht auf "Ich will". Nun, liebe Gäste, versucht es mal. Sprecht den Satz und betont das Wort Deutschland:

Ich will Deutschland über alles.

Dann leuchtet das ganze Lied ein. Schade, dass ich nicht viel früher darauf gekommen bin. Vielleicht war es der Fisch beim Mittagessen, es gab Barsch.

Es gab Barsch
Für mich den Arsch.
Wie lange schon
das Liedgetön!

Genervt hab ich
Ja nicht nur mich,
Die Leser auch!
Doch aus dem Bauch

Kam die Idee.
Und wie ich seh'
War sie nicht schlecht
Der Barsch, nicht Hecht,

Erfand das Wort
Im dunklen Ort,
Ich will, ich will,
Röpste er schrill.

Benehmen Null,
Der Röps war Moll,
Vielleicht auch Dur
Nun seid nicht stur!

Ach schaut nicht hin,
Macht keinen Sinn;
Es war der Barsch
und nicht der Arsch.
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Beitragvon micha » Do Apr 28, 2005 05:03:35:

Somit stand hinter dem Deutschlandlied diese Energie:

Ich will Deutschland über alles,
Ãœber alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Ich will Deutschland über alles,
Ãœber alles in der Welt.

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland –
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand.
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe deutsches Vaterland!

Das Lied entstand darum, weil Deutschland zersplittert war. Die Einheit gab es nicht. Das Deutschland in der Vorstellung von Hoffmann von Fallersleben war Vision, Zukunftsmusik.

Darum kann die Zeile "Deutschland, Deutschland über alles" nicht so gemeint worden sein, wie sie immer wieder falsch interpretiert wird. Das zukünftige Deutschland gab es noch nicht.

Der Irrwitz der Fehlinterpretationen liegt auf der Hand. Ein Land, das es so noch nicht gab, konnte über anderen Völkern nicht sein. Bertold Brecht vermerkt sogar, dass ein einheitliches Deutschland, das Wirklichkeit wurde, es auch nicht kann.

Eigentlich sollten wir mit dem Lied von Hoffmann von Fallersleben ganz zufrieden sein, da sein Wille, Deutschland als Einheit zu schaffen, nach ihm Wirklichkeit wurde.
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Beitragvon micha » Di Mai 31, 2005 08:29:13:

Hoffmann von Fallersleben sagte, bevor er missverstanden wurde, "Ich will Deutschland - über alles", Dr. Angela Merkel, Kanzlerkandidatin der Unionsparteien seit Gestern, sagte: "Ich will Deutschland - dienen". Der eine Satz war laut, und niemand hörte ihn im Helgoländer Nordseewind. Der andere Satz war leise, und (fast) alle hörten ihn im heutigen Titelblatt der Bildzeitung.

Welches Deutschland wollten die Beiden denn nun wirklich? Ich behaupte: ein Deutschland, das "echt" ist, eines ohne Spitzel. Hoffmann von Fallersleben flüchtete förmlich in die Freiheit auf außerdeutschem Territorium, gab seinen Professorenposten auf, Frau Merkel tritt die Flucht nach vorn an und greift nach der Freiheit der Selbstbestimmung auf deutschem Territorium der ehemaligen DDR, beide für ein besseres Deutschland, der Dichter für ein Deutschland ohne Spitzel der Kleinstaatfürsten und die promovierte Physikerin für ein Deutschland ohne Spitzel eines Staatssicherheitsdienstes oder einer extremen Partei.

Exakt dieses echte Deutschland ist - unser Thema - Deutsche Identität. Spitzel haben ihre persönliche Identität verkauft, haben damit auch ihre nationale Identität für andere Vorteile getauscht und gehören zum internationalen Lügengesindel zu Lasten von Bürgern, die sie verraten oder ans Messer liefern. Aus ihnen kann niemals eine Identität eines Landes erwachsen, da sie diese zerstören, Angst schüren, Menschen unsicher machen, Menschen an normalen demokratischen Rechtssystemen vorbei existenziell schädigen.

Die deutsche Identität, wie sie hier beschrieben wird, bezieht sich auf ein Deutschland ohne Spitzel, ohne geheime Schnüffler, ohne falsche Identität.

Dieses Deutschland haben wir zur Seite, wie es in der ersten Strophe des Identitätsliedes heißt ( http://www.rheindeutschland.de/forum/vi ... ?p=786#786 ). Der frommen Absicht der Doktorin Angela Merkel "Ich will Deutschland dienen", die recht bescheiden und gewinnend klingt, setzen wir hinzu:

Dir dient Deutschland. Dieses Deutschland (ohne Spitzel) hast du zur Seite. Mach's gut, Engelchen Merkel, damit aus der Angela noch ein Erzengel wird, der Drachen bekämpfen kann – den Drachen deutscher Volksverarmung und den Drachen der Staatsbevormundung nahe am Spitzelsystem.


´´´´´´´´´´´´´´Bild
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Beitragvon micha » So Jun 05, 2005 20:09:45:

http://www.rheindeutschland.de/forum/vi ... ?p=919#919

Hier kam mir der Gedanke, deutsche Identität von einer ganz anderen Perspektive zu sehen. Ich schrieb:

Der Stil des Forums unterstreicht die kulturelle Identität Deutschlands, die sehr schwer zu definieren ist. Darum habe ich mich entschlossen, persönlich passende Avatare mit den Mitgliedern zu besprechen. Sie sollen möglichst aus der altgriechischen oder altägyptischen Mythologie stammen, weil deutsche Identität in der Aufklärung definiert wurde und auf den europäischen Ursprüngen in der Antike basiert. Damals wurde Identität aufgebaut. Das internationale Christentum ist darin eingebettet.

Avatare aus der altgermanischen Mythologie möchte ich vermeiden, weil sie an die Nazi-Ära erinnern, in der eine falsche deutsche Identität aufgezwungen wurde, die zur Zerstörung der wesensechten deutschen Identität geführt hat. Damit befinde ich mich auf der Linie von Theodor Heuss.


In welchem Verhältnis stehen die Einflüsse der Antike und des "Germanentums"? Welcher Einfluss hat unsere mitteleuropäische Kultur geprägt?

Künstler seit der Romantik, die germanische Mythen, Sagen und Götter thematisierten, taten es auf dem Sockel einer Neorenaissance der Antike. Die neuen Themen, auch in der Musik, waren eingebettet in einer Rezeption der Antike, ohne deren Wurzeln keine kulturelle Gestaltung möglich war. So gut wie gar nichts aus dem "Germanentum", außer den Mythen und einigen Quellen aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen, hatte bisher Einfluss ausgeübt. In den betreffenden Jahrzehnten wurden diese völlig neuen Themen aus geschichtlicher Dunkelheit gerissen und auf der Basis bisheriger Schulung, immer aus dem Wissen der Antike, verarbeitet.

Das "Germanentum" hat außer der Sprache und wunderbaren Sprachschöpfungen so gut wie nichts zur deutschen Kultur beigetragen, die Antike so gut wie alles, Wissenschaften, Recht, Städtebau, Künste und Staatsformen, die unsere Kultur bestimmten. Das Verhältnis beträgt vielleicht 5% "Germanentum" und 95% Antike.

Die Entfernung vom Geist der Antike hin zum völlig falsch verstandenen "Germanentum" war mit einer Barbarisierung verbunden, die in der Geschichte kein Beispiel hat. Sobald "Germanentum" gelebt werden soll, wie es unter den Nazis der Fall war, wird Jahrhunderte gewachsene, seit der Karolingischen Renaissance präsente Kultur und Identität aufgegeben. Das heißt: die Riten, Mythen und Vorstellungen, die mit dem Begriff des "Germanentums" umschrieben wurden, haben ihren Platz innerhalb der Wissenschaft und Kunst, wenn sie nur thematisiert werden. In der Wissenschaft können Irrtümer passieren. Gelebt werden durften diese Irrtümer nicht.

Die Wissenschaft fand und findet heraus, dass es auch eine germanische Kultur gab, dass es ein germanisches Recht gab, dass es bewundernswürdige Sitten und Bräuche gab. Aber leider - das sind wir nicht mehr. Wir Mitteleuropäer sind keine "Germanen" mehr. Weder genetisch noch real. Wir sind ein Mischvolk geworden, Kinder antiker, griechischer und römischer Kultur, weil dort fast aller Gehalt der Wissenschaft, Philosopie, Technik, Medizin etc. herkam. Auch die arabische Wissenschaft beeinflusste unsere Kultur weit stärker, vielleicht hundertmal stärker, als das "Germanentum". So und nicht anders wurden wir über Jahrhunderte geprägt.

Eben weil es außer Sprachüberlieferungen keine wirksame germanische Kultur gab, griff sich der Architekt Hitlers, Albert Speer, die Stilelemente der Antike, um sie praktisch zu vergewaltigen, griffen die Bildhauer Hitlers die Proportionslehren der Antike, um sie zu verkitschen.

Das falsch verstandene "Germanentum" wurde zu einer Maske barbarischer Wahnvorstellungen, vermischt mit falsch verstandener Kriegsgeschichte, falsch verstandenem Darwinismus und falsch aufgesetzter klassischer Antike. Die Nazis hatten den Stempel des schulisch unausgebildeten Hitlers, der alles durcheinander brachte und eine beispiellose innere Kälte besaß (die Reaktionen auf ihn, Selbstmordversuche seiner ihn umgebenden Frauen, sprechen Bände). Die falschen Masken machten die deutsche Identität unkenntlich. 1933 spürteTheodor Heuss das Unheil, wie er schrieb.

Die Versessenheit der Nazis auf das angebliche Heil im "Germanentum", in der sogenannten "germanischen Demokratie", die ein Führerkult wurde, stand in einem krassen Widerspruch zur skurilen Anlehnung der gleichen Nazis an die klassische Architektur und Skulptur der Antike. Merkwürdig, dass dem doch begabten deutschen Volk dieser Widerspruch, dieser Wirrwarr, anscheinend nicht auffiel. Die Diktatur des schlechten Geschmacks ging der Diktatur des Wahnsinns der Vernichtung fast aller natürlichen Vielfalt voraus.
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Wer tut etwas für Deutschland?

Beitragvon micha » Mo Jun 06, 2005 20:23:49:

Wer tut etwas für Deutschland? Der Politiker mit seinem "Ich bin stolz auf Deutschland" Spruch? Dahinter dann die Euro-Unersättlichkeit zu Lasten des Steueraufkommens? Eine Regierung, die aus der Vermögenssubstanz Deutschlands verschwenderisch agiert und immer mehr Staatsschulden anhäuft? Die Ministerien, die sich vor Neuwahlen schnell noch Stellen und Beförderungen genehmigen?

Ich denke nicht.

Dann schon eher der Bürger, der sich durch Fleiß eine bescheidene Karriere aufgebaut hat, womöglich Deutschland mit seinem Namen in der Wissenschaft vertritt, völlig unpolitisch ist und sich anstatt mit Parteiprogrammen lieber mit deutscher und europäischer Literatur und Kulturgeschichte beschäftigt.

An einen solchen Menschen denke ich schon eher.
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Beitragvon micha » Mi Jul 27, 2005 09:00:15:

Eine der besten Sendungen seit langem gab es gestern im ZDF zu sehen. Die Bürokratie in Deutschland wurde recht mutig auf die Hörner genommen. Vor allem wurde dargestellt, wie wenig alle Bemühungen fruchten, die einen Abbau der Bürokratie zum Ziel haben. Die Hydra mit neuen Gesetzesbergen ist überall. Deutschland erstickt.

27.07.05 Startseite > Politik & Zeitgeschehen > Wahl 2005

Wo steht Deutschland?
Ein Land mit vielen Problemen

Eine Bestandsaufnahme in fünf Teilen

Deutschland im Sommer 2005: Ein Land vor der Wahl, ein Land in der Krise. Die Problemfelder sind bekannt, der Arbeitsmarkt, die soziale Sicherungssysteme und die politische Gestaltungsfähigkeit. Und überall zeigt sich: Ohne Umdenken und entschlossenes Handeln ist die Zukunft unseres Landes in Gefahr.

von Christian Dezer, 25.07.2005

Wahl 2005
Wo steht Deutschland?

Fünf ZDF-Dokumentationen untersuchen den Status Quo vor der möglichen Wahl am 18. September und versuchen Antworten auf drängende Fragen zu geben: "Wo steht Deutschland?". Die 30-minütigen Dokumentationen beschäftigen sich mit der ausufernden Bürokratie im Land, schauen auf das schwächelnde Gesundheitssystem und zeigen, vor welchen neuen Herausforderungen die Bundeswehr bei ihren internationalen Einsätzen steht.

Die deprimierende Lage am Arbeitsmarkt ist ebenso ein Thema der Filme, wie die Befindlichkeiten zwischen Deutschen in Ost und West nach 15 Jahren der Wiedervereinigung.

Leichtgewicht: Das Bürokratieabbaugesetz auf einer Briefwaage.

Die Macht der Bürokraten
Die Dokumentationsreihe ist nur eine Säule der ZDF-Wahlvorberichterstattung. In einer Reihe von Wahl-Hearings werden Politiker zu wichtige Themen, wie zum Beispiel der wirtschaftlichen Entwicklung von Deutschland, der Bildung, der Rente und der Familienpolitik befragt.

Der erste Film in der Reihe, "Die Macht der Bürokraten", bilanziert das jahrzehntealte Versprechen der Politik, die Bürokratie abzubauen. Dabei wird aufgewogen, welche neuen Gesetzen seit Jahren dazu gekommen sind, und welche abgeschafft wurden. Die Autoren zeigen alltägliche und skurrile Fälle, in denen Gesetze, Verordnungen und Vorschriften eher behindern als nützen. Sie erklären, warum Vorschläge zum Bürokratieabbau zu Interessenkonflikten und wieder zu mehr Bürokratie führen.


Teure Gesundheit
Was tut sich im Gesundheits-System? Dieser Frage widmet sich der zweite Film der Doku-Reihe. Im Mittelpunkt steht die Situation der Krankenhausärzte. Kostendämpfung lautet die Parole, doch Kostenexplosion ist die Realität. Besonders beunruhigend: Private Krankenhaus-Betreiber nehmen stetig zu, lassen teure und aufwendige Gebiete der Medizin fallen und wenden sich den "unternehmerisch attraktiven Bereichen" zu. Der Patient muss selbst immer tiefer in die Tasche greifen, die Zwei-Klassen-Medizin scheint Alltag im deutschen Gesundheitswesen.

Was passiert in Zukunft mit den Kranken?

"Die Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt" - die kurze Formel von Verteidigungsminister Struck gab eine neue Marschrichtung für die Truppe vor. "Ernstfall für die Bundeswehr" heißt denn auch der dritte Teil der Reihe, der sich den neuen taktischen und strategischen Aufgaben der Soldaten widmet. Die Autoren begleiten Frauen und Männer an die Einsatzorte auf der Welt und lassen sie zu Wort kommen. Es wird gezeigt, dass der Dienst im Ausland einige Fragen aufwirft. Nicht nur in der Truppe selbst, auch bei Vorgesetzten und Politikern.

dpa
Hass auf Hartz IV: Protestierende in Wittenberge im Sommer 2004.

Kampf der Arbeitslosigkeit
Die Probleme am Arbeitsmarkt werden im vierten Film aufgegriffen, sie sind vielleicht das wichtigste Wahlkampf-Thema. "Zwischen Hartz und Hoffnung" liefert eine Bestandsaufnahme. Im Mittelpunkt stehen einmal mehr die Menschen und ihre Geschichten. Eine Durchschnitts-Familie spart, nicht weil Geiz "geil" sondern das Realeinkommen gesunken ist.

Ein Unternehmer will investieren, doch findet statt staatlicher Unterstützung eine Unmenge an Auflagen. Eine Hartz-IV-Empfänger-Familie schlägt sich durch, kann aber nach anfänglichem Schimpfen auch der Reform etwas abgewinnen.


Ein großes Deutschland
Der letzte Teil - "Gut vereint ist halb gewonnen" - geht der Frage nach, wie belastbar die Einheit von Ost und West nach der Widervereinigung ist? Ein Ostdeutscher ist Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft, ostdeutsche Filmstars spielen sich in die Herzen des gesamtdeutschen Publikums - die innerdeutsche Grenze scheint fast unsichtbar geworden.


Die Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache: Die hohe Arbeitslosigkeit und die starke Abwanderung aus dem Osten konnten bislang nicht gestoppt werden. Ist das Problem wirklich ein Problem der Wirtschaft? Der westdeutsche Publizist Michael Jürgs und die ostdeustche Fernsehmoderatorin Angela Elis meinen, dass es höchste Zeit für eine offene und ehrliche Bilanz sei.


27.07.05 Startseite > Politik & Zeitgeschehen > Wahl 2005

Wo steht Deutschland?

Kilometerweise Verordnungen

Online-Dienste machen aus Gesetzen ein Geschäft

Andere stöhnen unter neuen Gesetzen, Andreas Herberger lebt davon. Sein Online-Dienst "Recht für Deutschland" stellt neue Gesetzestexte ins Internet - zum kostenpflichtigen Download. 660.000 Seiten wurden bis heute digitalisiert.

von Werner Doyé, Hans Koberstein und Andreas Wiemers, Sendung am 26.07.2005

Ein Montag im Postzustellstützpunkt Wiesbaden. Die "Makrolog AG" hat hier ein Postfach gemietet. Ihr Vorstandsvorsitzender heißt Andreas Herberger. Er hat den Schlüssel zu Fach Nummer 4849. Wie an fast jedem Wochentag holt er heute dort einen kleinen Packen Papier heraus, insgesamt acht neue Verordnungsblätter. "Das ist eine normale Tageslieferung", sagt Herberger.

"Die Macht der Bürokraten"
Dienstag, 26. Juli 2005, 22.45 Uhr
Mehr zum Thema

"Deutschland hat die Bürokratie, die es verdient"

Kampf mit der Hydra

Europäische Union, Bund und Länder erlassen fast jeden Tag neue Gesetze, Verordnungen und Vorschriften. Herberger und seine Firma leben von der Verordnungsflut nicht schlecht. Auf dem Internetportal rechtfuerdeutschland.de veröffentlicht das Unternehmen aktuelle Faksimiles von Amts- und Verordnungsblättern, oft nur Stunden nachdem sie in Kraft getreten sind.

Andreas Herberger, Recht für Deutschland GmbH

Profit aus Paragraphen
Herbergers kostenpflichtiger Online-Dienst kommt dem "Wunsch vieler Institutionen und Unternehmen nach, die eine solche Dienstleistung von staatlicher Seite bislang vermissen". So kann man dort für fünf Euro beispielsweise das "Neunte Gesetz zur Änderung des Wohngeldgesetzes" abrufen. Das Bundesgesetzblatt I, II und III kostet im Jahresabo 110 Euro, das "Verkündungsblatt" eines beliebigen Bundeslandes gibt es gratis dazu.

Es gibt kaum Tage, an denen das Postfach 4849 leer ist: "Dass gar kein Gesetz erscheint, ist eher die Ausnahme", sagt Herberger. Das geschehe nicht einmal zwischen Weihnachten und Neujahr. So schneiden seine Mitarbeiter jeden Morgen Gesetzestexte auseinander, erfassen sie elektronisch mit dem Scanner - Blatt für Blatt, rund 100 Seiten am Tag.

25.07.05
Das Dosenpfand

Fast 200 Kilometer Gesetzestexte
Seit Jahren betreibt Herberger sein Geschäft mit dem Gesetz. Wie viele neue Vorschriften seit dem erlassen wurden? Er hat nicht mitgezählt: "Aber, wir kennen natürlich genau die Seitenzahl, die durch die Scanner gelaufen sind." Bis zum Ende des letzten Jahrtausends seien das, so Herberger, ungefähr eine halbe Million gewesen. Bis heute über 660.000 Seiten. Hintereinandergelegt ergibt das ein Länge von 198 Kilometern.

Eines scheint sicher: Der Strom an neuen Verordnungen und Gesetzen wird nicht abbrechen. "Nach den Neuwahlen werden wir im nächsten Frühjahr wieder wesentlich dickere Stöße vorfinden", prophezeit Herberger.

Webversion von Gunnar Krüger

Dazu eine humorvolle kleine Geschichte der Bürokratie.

Dokumentation
Video
Die kleine Geschichte der Bürokratie
Okay, sagten die Staatsdiener und machten in ganz vielen neuen Ämtern ganz viele neue Regeln. So viele, dass es dem Bürger langsam unheimlich wurde...


Auf die Ursachen hatte ich schon hingewiesen. Sie liegen zum großen Teil in unserer Parteiendemokratie, die immer mehr Parteileute in immer großeren und immer mehr Ämtern unterbringen. Die Versuche von Parteispitzen, dagegen anzugehen, sind verlogen, weil die Ursachen in den Parteien selbst liegen. Ich möchte die Sendung im Zitat festhalten und komme später noch darauf zurück.

Siehe auch:

http://www.rheins.de/forum/viewtopic.php?p=1072#1072
Zuletzt geändert von micha am Sa Nov 29, 2008 19:37:05:, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon micha » Do Jul 28, 2005 20:42:15:

Spiegel Online berichtet heute:
Überall in Osteuropa entstehen seit einiger Zeit Ableger deutscher Studentenverbindungen. Zum Beispiel in Ungarn: Vor fünf Monaten gründeten Studenten aus Budapest einen Verein Deutscher Hochschüler, um zu bekennen, dass sie "sich ihrer Identität als Deutsche bewusst" sind. Die Deutschen "leben zwar in unterschiedlichen Staaten, gehören aber einem gemeinsamen Kulturvolk an", heißt es in der Satzung. Zur Gründungsfeier nach Budapest kamen auch Gäste aus Polen und aus Deutschland.


Nun existiert seit einiger Zeit der Titel:
Deutsche Identität
Aus der Froschperspektive eines Publikationsforums ISBN 3-88667-007-4
http://www.rheindeutschland.de/forum/vi ... 380c68df20

Die Vorbestellungen der Titel mehren sich. Aber keine einzige Bestellung liegt für den Identitäts-Titel vor, der mir eigentlich am meisten Mühe gemacht hat.
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Beitragvon micha » Do Aug 11, 2005 07:53:34:

Das Erste | Mittwoch, 10.08.05 | 23:00 Uhr

"Wir wollten nur noch raus!"
MDR (Stern.) | Länge: 45 Minuten

Ein Dorf flieht in den Westen
Film von Peter Adler und Katrin Völker

Am Abend des 2. Oktober 1961 fliehen 53 Bewohner eines Dorfes aus Thüringen in den Westen. Es ist die größte Flucht über die innerdeutsche Grenze. Insgesamt 14 Familien lassen alles zurück und riskieren ihr Leben, um dem streng kontrollierten und reglementierten Alltag im "Sperrgebiet" an der DDR-Grenze zu entgehen.

Nur wenige Wochen nach dem Bau der Mauer in Berlin hatte die DDR-Führung begonnen, die Grenze zur Bundesrepublik systematisch auszubauen. Auch in der Nähe von Böseckendorf waren bereits die ersten Betonpfosten aufgestapelt. Gerüchte von unmittelbar bevorstehenden Zwangsaussiedlungen kursierten. Es hieß, dass "negative Elemente" aus dem Grenzgebiet "evakuiert" werden sollten. Mit Hilfe von Spitzeln stellt die Staatssicherheit "schwarze Listen" zusammen. Ganz oben auf den Deportationslisten stehen Bauern, die sich gegen die Gründung der LPG zur Wehr gesetzt hatten.

In ihrem Film rekonstruieren die Autoren Peter Adler und Katrin Völker die Geschichte dieser Flucht. Nach mehr als 40 Jahren berichten die Fluchtplaner zum ersten Mal über das dramatische Geschehen, über die schwierigste Entscheidung ihres Lebens: Denn alles, was sie seit Generationen besaßen, müssen sie zurücklassen. Zurück bleiben auch enge Familienangehörige und Freunde, die ihre Heimat nicht verlassen wollen. Erinnerungen an Momente des Abschieds, die auch heute noch schmerzen.

Nur wenige Stunden, in einigen Fällen sogar nur Minuten, bleiben zur Vorbereitung des Unternehmens. Einsam treffen die Planer der Flucht ihre Entscheidungen: Aus Angst vor einer "undichten Stelle" werden nicht einmal die Frauen in die Vorbereitungen einbezogen. Es ist ein Wettlauf mit den allgegenwärtigen Horchern der Stasi.

"Wir hatten Angst, natürlich...", erinnert sich Maria Rhode an den nächtlichen Weg zur Grenze. Nur 1.000 Meter waren es bis in den Westen, doch auch für die Soldaten in diesem Grenzabschnitt galt der Schießbefehl. "Wir machen ein Sieb daraus", so warnte der Kommandeur der Grenztruppen die Einwohner von Böseckendorf. Denn den Staatsorganen der DDR war nicht entgangen, "dass in Böseckendorf was läuft", wie es einer der Grenzsoldaten formuliert.

Auf einem Gummiwagen unternehmen die Alten und die Mütter mit den Kleinkindern die Reise in die Freiheit. Säcke mit Federbetten sollen als Kugelfang dienen. Unbemerkt kann die große Gruppe die Grenze überwinden: dank der "Hilfe von oben", so der damalige Dorfschmied Erich Schmalstieg. Der Grenzsoldat Friedrich Pfeiffer beschreibt es als glückliche Fügung für alle Beteiligten, dass kein Schuss fiel an jenem Abend.


Der Spitzelstaat der ehemaligen DDR war ein unmenschliches System. Opfer waren diejenigen, die an ihrem Erbe, an ihren Höfen, an ihrer Vorstellung eines einzigen Deutschland und an ihrer Abwehr gegen staatliche Vergewaltigung festhielten. Sie spürten das unmenschliche System, das objektiv gegen Menschenrechte operierte, soziale Ziele gegen die Menschen erzwang und einen großen Teil der Bevölkerung zu Spitzeldiensten und anschließenden psychischen und physischen Foltermethoden, ja sogar zum Mord verführte.

Die Erinnerung daran versteckt sich heute in der Wendehals-Partei PDS, die personell aus der staatstragenden SED-Schicht hervorging. Das Dilemma dieser Partei ist ihre Vergangenheit. Ihr steht kein totalitäres System mehr zu Verfügung. Deshalb ist ihre Macht beschnitten. Deshalb scheint sie so harmlos zu sein. Sie profiliert sich in sozialen Bereichen. Übrig geblieben vom einstigen Überwachungsstaat ist ein manchmal rühriges Kümmern um bedrängte Menschen, vorwiegend im Osten. Übrig geblieben ist aber auch ein Netz der alten Seilschaften, das sich Besitz im Osten illegal, manchmal legal über unterwanderte Behörden, unter den Nagel riss.

Wenn dieser Partei nun die Hand gereicht wird, sie in Oskar Lafontaine einen Westpolitiker gefunden hat, der sich in der Nachfolge von Willi Brandt sieht, dann sollte sie sich der Möglichkeit einer gereinigten Identität bewusst sein und ihren alten Namen aufgeben. Nie wieder wird diese Chance geboten, dass West und Ost nun endgültig zusammen wachsen.

Die ehemalige Grundlage der PDS war ein totalitäres System. Sie wechselte in ein demokratisches System. Schon damit war ein begrüßenswerter Identitätsverlust verbunden. Er reicht nicht. Die Demokratie muss noch Teil der Partei werden. Sie darf nicht Fremdkörper der Demokratie bleiben. Alle ehemaligen Themen der Partei müssen neu verstanden werden. Die Hilfe dazu bietet Oskar Lafontaine nun an.

Ohne Namensänderung und ohne Bereitschaft der positiven demokratischen Veränderung ihrer Identität wird die Wahl dieser Partei zum Problem. Mit der Bereitschaft wird die Partei zu einer Chance, damit einer bedrängten Bevölkerungsschicht geholfen werden kann. Auch sie sind Deutsche. Sehr viele von ihnen leben so tadellos, dass man auf sie stolz sein kann. Armut hat vielfach gute Charaktereigenschaften gefördert, Reichtum hat vielfach schlechte Charaktereigenschaften hoch kommen lassen.

Deutschland braucht eine Politik, die Dr. Angela Merkel vertritt. Das Land braucht gleichzeitig eine Politik, die Oskar Lafontaine vertritt. Beide Richtungen schließen sich nicht aus. Ein maßvolle Umverteilung im Sinne einer sozialen Gerechtigkeit, wie sie Lafontaine fordert, kann mit allen Punkten, die Frau Merkel vertritt, vereinbart werden. Voraussetzung ist, dass diejenigen etwas abgeben müssen, die bisher allzu leicht Gewinner aus Steuertöpfen wurden. Gleichzeitig sollten Ziele im Vordergrund stehen, die Selbständigkeit unterer Schichten zu fördern, ihre Beweglichkeit, um in die Arbeitswelt zurück zu finden.

Wenn die PDS bereit ist, sich eine wirklich demokratische gesamtdeutsche Identität zu geben und in der Linkspartei aufzugehen, ohne Altlasten mitzuschleppen, dann wäre auch sie koalitionsfähig, auch für die CDU und besonders auch für die CSU, die ebenfalls sozial absichern will. Beide christlichen Parteien könnten dann ihren Beitrag zu einem Zusammenwachsen von Ossis und Wessis leisten. In Koalitionsverhandlungen, wenn sie später vielleicht stattfinden sollten, muss festgelegt werden, dass die ehemaligen PDSler keinen Zugang zu staatlichen Geheimverschlüssen erhalten, bis sie sich nach etwa zehn Jahren als unbedenklich demokratisch bewährt haben.
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Beitragvon micha » Fr Aug 19, 2005 07:14:58:

Ein Vertriebenendenkmal in Berlin, das von der wohl zukünftigen deutschen Kanzlerin Angela Merkel gefördert wird, stößt auf Widerstand in Polen. Polens Präsident Aleksander Kwasniewski und viele andere hochrangige Politiker befürchten eine schiefes Geschichtsbild. Polen sei dann gehalten, ein Museum mit den deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkrieges zu errichten. Mit dem guten Verhältnis der beiden Länder innerhalb der EU sei es danach schwierig.

Der heftige Widerstand lässt ahnen, wie sensibel das Thema aufgefasst wird. Obwohl die 15 Millionen deutschen Vertriebenen einer geschichtlichen Darstellung bedürfen, dominiert eine leichte Trotzhaltung auf der deutschen und eine Tendenz der Aufrechnung auf der polnischen Seite. Es geht um Land und alte Besitzrechte, um Grenzverträge und Sicherheit von Staatsgrenzen.

Hitler und seine Helfer haben nicht nur polnische, sondern auch deutsche Identität zerstört. Deutsche Generäle und auch spätere Widerständler gegen Hitler waren an den Landeroberungsfeldzügen im Osten beteiligt. Siege wurden in Deutschland auch von der Bevölkerung gefeiert. Niederlagen brachten viele Mitläufer der nationalsozialistischen Euphorie zur Besinnung. Schließlich war am Ende das Leid der Vertriebenen ebenso unermesslich wie das Leid der Ostvölker in der Anfangsphase der illegalen Eroberung.

Die Doppelrolle der Deutschen muss auch innerhalb eines solchen Denkmals dargestellt werden. Dann könnte es zu einer polnisch-deutschen Einigung darüber kommen. Wenn diese Einigung bei wahrheitsgetreuer Geschichtsdarstellung nicht zustande kommt, besteht diplomatischer Nachholbedarf. Wahrheit muss einigen. Sie anzustreben sind die beiden Völker ohne jeden Zweifel verpflichtet.
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Beitragvon micha » Fr Aug 26, 2005 19:31:04:

Peter Glotz mit 66 Jahren gestorben; die Nachricht will nicht so recht in den Kopf. Er wollte das Vertriebenendenkmal in Berlin, weil nicht Städte, sondern Menschen verantwortlich seien. Also bot sich für ihn Berlin an, auch wenn dort eine Wannseekonferenz stattfand. Es sind die Menschen, die Schuld auf sich laden.

Ein Tätervolk seien die Deutschen nicht gewesen. Vertrieben wurden nicht nur Deutsche. Glotz schaute über die Grenzen hinweg und würdigte die kulturellen Zentren.

Gewiss, ich möchte ihm ein wenig widersprechen, die Deutschen waren ein Tätervolk, nun aber sind sie friedlich. Wenn je ein Volk ein Tätervolk war, dann die Deutschen. Sie bejubelten die nationalistische Expansion. Die Generalität insgesamt exportierte deutsche soldatische Tugenden in die Frontgebiete eroberter Fremdgebiete in allen Richtungen. Der nationale Wahnsinn breitete sich aus wie ein Atompilz. Bedrückung, Beklemmung und Angst beherrschte die Nachbarstaaten. Die Täterschaft Hitlers übertrug sich auf nahezu die gesamte Gesellschaft, die ihre Hochleistungen in den Dienst des Hitlerkrieges stellte. Nur auf diesem Fundament war der Völkermord möglich, der schleichend, heimlich, unter diktatorischem Zwang, entschieden von Hitler selbst und getragen von Wenigen, durchgeführt von einer Befehlskette tausender Mithelfer und Dutzender deutscher Firmen, in eine nie da gewesene Tötungsmaschinerie mündete. Der dunkelste Teil deutscher, europäischer Festlandsgeschichte fand praktisch keinen Widerstand. Die Täter der deutschen Expansion wurden untätig, als sie die Ahnung und Gewissheit des Massenmordens beschlich.

Heute dürfen wir uns damit trösten, dass Deutschland eine bessere Identität wiedergefunden hat, sein Bevölkerungsgemisch völlig anders aussieht und zu einer annähernden Gleichberechtigung der Frauen gefunden hat, die im Nationalsozialismus unterdrückt oder abgelenkt waren, die nicht zu den eigentlichen "Tätern" gehörten. Immerhin die Hälfte der Bevölkerung, die weibliche Hälfte Deutschlands, bangte um den Frieden und die Rückkehr zum familiären Leben. Trotzdem: Deutschland war unter nationalsozialistischer Herrschaft Tätervolk, ohne wenn und aber.
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Beitragvon micha » Fr Okt 14, 2005 19:22:32:

Die groß angelegte Werbeaktion "Du bist Deutschland" - Du bist Albert Einstein, Dürer, Albert Schweizer etc. gibt den Menschen in Deutschland ein falsches Bild von sich selbst und ein falsches Bild von Deutschland, von dem, was dieses Land heute ist. Die Aktion grenzt Menschen aus, die mit den berühmten Vorbildern wenig anfangen k๖nnen, die eine ganz andere Vorstellung haben. Vereinfachungen sind immer falsch.

Eher hätte ich den Satz: "Ich bin Thomas Gottschalk" auf den Lippen. Deutschland ist ein Goldbärenland. Goldbären kommen aus Deutschland (so bereits das Bild im Ausland; dabei handelt es sich um eine US-amerikanische Firma).

Nationale Aufputschmittel durch Werbung haben den Nachteil der Unechtheit, der Werbung eben. Sie wird von Menschen wie Thomas Gottschalk und den öึffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bestimmt, die es zulassen, dass immer wieder die Millionäre unter den Werbeträgern dazu verdienen, die es nicht fertig bringen, Werbespots auch einmal unter dem Gesichtspunkt eines sozialen Ausgleichs, einer breiteren Verteilung zu fördern. Werbespots können auch Kinder, können viele Familien einbeziehen, damit auch sie etwas verdienen können. Der Slogan "Wir machen das Tor" (Novoferm in n-tv) wäre ein gutes Beispiel für einen Werbespot, der ohne Prominente auskommt und trotzdem sehr gut ist.

Deutschland ist ein zutiefst unechtes Land geworden. Die Initiative von Oliver Voss und seiner Hamburger Werbeagentur, die nicht ganz uneigennützig ist, trägt zu dieser Unechtheit bei. Die Aktion wird daher ebenso im Sande verlaufen wie diejenige, die von Altbundespräsident Herzog gefördert wurde. Natürlich sind Prominente bereit, sich für die neue deutsche Identitätskampagne stark zu machen, um die günstige Eigenwerbung zu nutzen. Damit wird den normalen Leuten der Mut zu Eigeninitiativen eher genommen.

Dass ausgerechnet eine solche Werbeaktion den Mangel an Echtheit in Deutschland offen legt, verdient einen Preis. Ich würde ein Goldbärchen vorschlagen.
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Beitragvon micha » So Okt 16, 2005 09:52:34:

Was aber ist "Echtheit"? Mehltau- und Spitzelsozialismus im Westen und Osten haben zur Verdrängung der Echtheit entscheidend beigetragen. Echt sind Geld- und Machtgier, auch wenn sich diese echten Eigenschaften verstecken. Eine solche Echtheit wird vom Forum nicht gefördert. Wenn sich Machtgier auch noch auf Zeiten bezieht, die als überwunden galten, wird die Unechtheit krass.

Wir wollen die verdrängte Echtheit hervorholen. Darum steht innerhalb unserer Musterpartei, der Schiller-Partei, die Gesinnungsethik im Vordergrund.

Überraschenderweise wird sie auch von Angela Merkel gefordert. Sie möchte einen "kameradschaftlichen" Umgang ihrer zukünftigen Minister untereinander. Diesmal kommt der altbekannte Begriff der Kameradschaft nicht aus der rechten Ecke, sondern von einer Frau. Dementsprechend anders ist der Sinn. Deutschland muss wirtschaftlich und moralisch hochkommen, damit Europa inhaltlich ebenfalls wachsen kann. Die Zielrichtung geht über Deutschland hinaus. Die Ziele sind völlig unbedenklich. Für sie zu kämpfen, lohnt sich. Ein kameradschaftliches Team könnte das Land nach vorn bringen. Die Echtheit einer kameradschaftlichen Gesinnung würde die Parteigrenzen, die unter Schröder zum Nachteil der Innen- und vor allem der Außenpolitik niemals überschritten wurden ("Ich möchte unter Euch bleiben, ich weiß wo ich herkomme, und ich weiß, wo ich hingehöre" - Schröderzitat), sprengen. Es darf nicht mehr um Parteien, sondern es sollte um das Land gehen.
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Beitragvon micha » Do Jan 19, 2006 04:48:49:

Deutsche Identität kommt nun unter Angela Merkel im Einklang mit den niedergelegten Zielen des micha vonRhein viel besser zur Geltung. Sie lenkt den Blick weg von Deutschland als Wirtschaftsexportland hin zu Deutschland als Kulturexportland. Eine große Ausstellung deutscher Buchkultur in Kairo, die Einladung an den amerikanischen Präsidenten, dass sich die USA an den deutschen Buchmessen beteiligen möge, um sich besonders auch kulturell besser kennen zu lernen, weisen in die gleiche richtige Richtung.

Ein Visionär, der Intendant der Deutschen Welle Erik Battermann, gab anlässlich der Buchausstellung in Kairo eines seiner Ziele preis: eine civilere Weltgemeinschaft. Der Begriff einer zivilen Weltgemeinschaft darf von einem Mann aufgegriffen werden, der weltweit mit einem TV-Sender tätig ist, der vorbildlich ist, dessen Journalismus zwischen Nachrichten und Themenbeiträgen genau die goldene Mitte trifft, der deshalb selbst in den Nachrichten indirekt Fehlentwicklungen und bessere Beispiele aufzeigt. Dieser Mann also wäre berufen, einen solchen Begriff der "civilen Weltgemeinschaft" zu unterlegen. Er hat das Fundament, somit jene bessere deutsche Identität, die händeringend allerorten gesucht werden muss.

Angela Merkel und Erik Battermann wirken zusammen.

http://www.rheindeutschland.de/forum/vi ... ?p=775#775
Aus dem Identitätslied wird nun auch der kämpferische Teil aus der Zeile "Friedlich kämpferisches Land" verwirklicht, indem der politische Dialog mit Großmächten trotz unterschiedlicher Positionen geführt wird und ihm nicht aus dem Wege gegangen wird, wie Exkanzler Schröder es getan hat, um populistisch Boden zu gewinnen.

Der Export deutscher Kultur setzt politische Akzente, die in unserem Land selbst stimulierend wirken. So ensteht mit einer Zeitverschiebung von einigen Jahren ein stilles Selbstbewußtsein, das ebenfalls im Identitätslied angeregt wurde:

Deutschlands Schätze, Bücher, Lieder,
Deutschlands Kraft, Kultur und Gut

Das Kredo der neuen Kanzlerin, das auf George Bush Jun. einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat, das Bekenntnis zur Freiheit, scheint ebenfalls aus dem Identitätslied entnommen, auf dem Boden der Erfahrung der Unfreiheit in der ehemaligen DDR:

Singen wir mit diesem Lied:
Hindert Diktatur und Blender!
Freiheit sei das höchste Gut!

Zuletzt sei auf die Vision von Erik Battermann verwiesen, Stück für Stück eine zivilere Weltgemeinschaft zu schaffen, auch zwischen den Religionen, zwischen Orient und Occident - das Internet-Parlament, hier im Forum vorgestellt, geht ebenfalls dorthin - weil diese Gesinnung mit Deutschland als Ursprung Ziele definiert. Sie sind ebenfalls im Identitätslied zugrunde gelegt:

Deutschland dicht an unsrer Seite
reichen wir der Welt die Hand,
Handel, Menschenwürde, Wissen
Sei das einigende Band!

Viele Male hatte ich zum Ausdruck gebracht, dass das Identitätslied eine Konstruktion für ein besseres deutsches politisches Programm darstellt. Die Feststellung, dass die politische Richtung mit Angela Merkel nun stimme, hat seinen Grund.
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Beitragvon micha » Sa Jan 05, 2008 17:55:53:

Die Fassungen des Identitäts Liedes sind alle nicht mehr akut. Die Endfassung halte ich noch zurück.

Eine Zeile des Identität Liedes im Zusammenhang mit dem Berliner Stadt Schloss wird hier besprochen:

http://lied-aller-deutschen.de/viewtopic.php?p=78#78
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Beitragvon micha » Mi Jan 09, 2008 15:07:15:

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Beitragvon micha » So Jun 01, 2008 23:45:18:

Eine bereicherte National Hymne als Stütze deutscher Identität wird in einem Monat vorgestellt:

http://www.lied-aller-deutschen.de/view ... ?p=267#267

Nachtrag am 15.07.08:

"Die Fußball-EM hat eine weit verbreitete Unsicherheit im Umgang mit Deutschlands nationalen Symbolen offengelegt. So wurde bei einer Einblendung der ARD-„Tagesthemen“ die Reihenfolge der Farben auf der deutschen Flagge vertauscht. Noch schlimmer griff ein Schweizer Fernsehsender daneben, der unsere Nationalhymne mit der ersten Strophe des „Deutschlandliedes“ („Deutschland, Deutschland über alles...“) untertitelte." - las ich gerade, jemand machte mich auf den ARD Lapsus aufmerksam, dann schaute ich in Google nach.

Rote türkische Flagge, daneben die deutsche. Diese nimmt die rote Farbe auf, daher rot oben, dann schwarz und gold. Sollte wohl heißen: die Türken verdrehen unsere Nation. Es blieb bei einer unverstandenen Idee, die als Lapsus interpretiert wurde. Die ARD entschuldigte sich bei Kanzlerin Merkel.

Die Solidar Partei mit eingebetteter erweiterter Hymne blieb dagegen ohne irgendwelche Reaktionen. Sie steht eben nicht im Rampen Licht und kann sich in aller Ruhe entwickeln. Gar nicht so schlecht!
Zuletzt geändert von micha am Di Jul 15, 2008 16:38:08:, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon micha » Di Jul 15, 2008 10:42:15:

Am 07.07.2008 wurde die erweiterte Hymne in einen Partei Entwurf gleicher Gesinnung eingebunden und veröffentlicht.

http://solidarpartei.de/hymne.html

Seit Jahren wurde auf dem Internet Schreibtisch und im Vorgänger Forum die Einbindung der Universitäten in die Politik gepredigt. Im Partei Entwurf hat dieser Punkt herausragende Bedeutung durch den entworfenen Bürger Rat. Er öffnet. Er verhindert, dass sich politische Instanzen nur mit wissenschaftlichen Beratungs Gremien umgeben, um abweichende Entscheidungen formal auszuschmücken.

Bundes Bildungs Ministerin Schavan sorgte dafür, dass die Bundes Republik wie England und Frankreich nun ebenfalls eine Nationale Akademie besitzt.

Gleich zu Anfang, beim Festakt der Ernennung der Leopoldina, passierte allerdings ein schwerer Fehler. Schirmherr ist nämlich der jeweils amtierende Bundes Präsident Deutschlands. Es musste also heißen: Schirmherr ist der Bundes Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Man sieht am Zitat, dass lediglich Köhler als Person hervorgehoben wurde. Eine Gründungs Zeremonie erfordert genaue Formulierungen. Bei späteren Anlässen kann dann der jeweilige Bundes Präsident als Schirmherr genannt werden.

So ist es mit Politik und Wissenschaft: weil es vorrangig um Geld geht, um Steuer Mittel, die eigentlich gar nicht da sind, verprasst sind, passieren solche Fehler auf dem Markt der Eitelkeiten - und wissenschaftliche Akribie wird für einen Moment ausgeblendet. http://solidarpartei.de/ursprung.html

Bisher hatte Politik zusammen mit Wissenschaft nur den zweifelhaften "Erfolg", dass Staats Schulden Berge und Neo Nazis immer nur weiter wuchsen. Alle anderen Aktivitäten der Bundes Republik, die leicht verlogenen und teuren Schein Gefechte in der Aussen Politik und die Strangulierung der Bürger durch immer mehr selbstherrliche Verwaltung, das Hinterher Rennen hinter vollendeten Tatsachen in der Energie Wirtschaft, das leere Loch fehlender Voraussicht von A bis Z, sind dagegen nur Marginalien. Aber selbst diese Marginalien sind riesige Fehlleistungen gegen das eigene Land.

MDR aktuell
Halle: Leopoldina nun offiziell Nationale Akademie


Mit einem Festakt wurde die Leopoldina in Halle am Montag zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt. Ihre Aufgabe ist es, die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien zu vertreten und die Politik zu beraten. Schirmherr der Akademie ist Bundespräsident Horst Köhler. Zur Ernennung betonte er ihre Bedeutung für Deutschland und die Politik.

Seit Montag ist die Leopoldina in Halle offiziell Deutschlands Nationale Akademie der Wissenschaften. Bundesbildungsministerin Annette Schavan überreichte dem Präsidenten der Leopoldina, Volker ter Meulen, bei einem Festakt die Ernennungsurkunde. Damit hat die Leopoldina nun den gleichen Rang wie die britische Royal Society in London oder die französische Académie des Sciences in Paris.

Bundespräsident Horst Köhler ist Schirmherr der Nationalen Akademie der WissenschaftenBrennpunkte der Gesellschaft benennen. Schirmherr der Nationalakademie ist Bundespräsident Horst Köhler. In seiner Festrede sagte er, vor der Leopoldina lägen neue anspruchsvolle Aufgaben. Sie werde die Wissenschaft in Deutschland auf internationalen Bühnen vertreten und die Politik in Deutschland beraten. Diese Aufgabe sei heute komplexer denn je. Zudem solle die Deutsche Nationalakademie Brennpunkte der Gesellschaft benennen und Empfehlungen geben. Wichtig dafür sei eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften in München und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.

"Wir werden gemeinsam mit den beiden Akademien ein Koordinierungsgremium einrichten, das Beratungsthemen identifiziert und entsprechende Arbeitsgruppen bildet." Volker ter Meulen Präsident der Leopoldina.

Kein Fachchinesisch aus dem Elfenbeinturm. Köhler empfahl der Akademie, "fachchinesische Verlautbarungen aus dem Elfenbeinturm" zu vermeiden. Als guter Ratgeber müsse die Wissenschaft offen sein für Widerspruch und transparent im Vorgehen. Leopoldina-Präsident Ter Meulen versicherte, die Akademie werde vorausschauend und unabhängig vom Zeitgeist denken, um einsatzfähig zu sein, wenn die Politik Rat sucht. Als mögliche Themen nannte er Klimawandel, Energie, Ernährung, Gesundheit und Bildung im 21. Jahrhundert.

"Eigene Interessen muss sie zurückstecken, sonst ist sie kein Berater, sondern Lobbyist." Horst Köhler Bundespräsident

Wolfgang Böhmer würdigte die Ernennung der Leopoldina zur Nationalakademie als historisches Ereignis für ganz Deutschland; Böhmer: Ereignis für ganz Deutschland.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer würdigte die Ernennung der Leopoldina zur Nationalakademie als historisches Ereignis für ganz Deutschland. Er dankte Bundesbildungsministerin Schavan, sich um die Nationale Akademie bemüht zu haben, stellte jedoch klar, dass keine ostdeutsche Einrichtung diesen Titel erhalten habe. Die Leopoldina sei immer eine gesamtdeutsche Akademie gewesen. Schavan sagte, Ausstrahlung und Qualität hätten die Leopoldina in die Rolle einer nationalen Akademie hineinwachsen lassen. Mit der Ernennung sei nun geschehen, was "überfällig" war. Die Leopoldina hätte längst Aufgaben übernommen, die ihr nun offiziell übertragen worden seien.

Älteste naturwissenschaftliche Akademie Europas

Schavan hatte die Leopoldina der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz der Länder und des Bundes vorgeschlagen. Am 18. Februar wurde die Ernennung dann beschlossen. Die zusätzlich vorgesehenen Mittel für die Akademie in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro werden zu 80 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt übernommen.

Die Gelehrtenakademie Leopoldina wurde 1652 von vier Ärzten in Schweinfurt gegründet und ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie Europas. Seit 1878 ist sie in Halle ansässig. Kurz nach ihrer Gründung war sie bereits eine Zeit lang Nationalakademie: 1687 ernannte Kaiser Leopold sie zur Reichsakademie. Derzeit gehören der Leopoldina etwa 1.300 herausragende Wissenschaftler aus aller Welt an, darunter 32 Nobelpreisträger. Die Mitglieder der Leopoldina werden berufen. Voraussetzung sind herausragende wissenschaftliche Leistungen.
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Beitragvon micha » Do Okt 23, 2008 16:27:31:

Der Zustand Deutschland ist so schlecht wie nie zuvor in der Nachkriegs Geschichte. viewtopic.php?p=1953#1953

Darum können auch irgendwelche Hoffnungen kaum noch auf einer erneuerten Nationalhymne liegen. Dennoch entstand eine Fassung, die in das Partei Programm der Muster Partei http://solidarpartei.de eingebunden ist. Angestrebt wird eine Solidar Gesellschaft. Überlegt wurden Punkte, was zu tun wäre.

http://solidarpartei.de/hymne.html#1
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Beitragvon micha » Fr Nov 14, 2008 01:47:38:

Hier ist von mangeldem Selbstwert Gefühl die Rede. Deutschland hat noch keinen Friedens Vertrag mit anderen Nationen, gegen die Hitler Krieg geführt hat. Die Vergangenheit ist noch nicht bewältigt, da vermehren sich bereits Neonazis und SED-Kommunisten.

viewtopic.php?p=1997#1997
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neue Hymne

Beitragvon micha » Sa Nov 29, 2008 19:18:38:

Gerhard Stenkamp »
29.11.2008 um 13:17
Nachricht schreiben »
Deutschland
Vorschlag für eine erneuerte Nationalhymne

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Heimatland!
Danach lasst uns alle streben
wir, die hier zusammen sind!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand;
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches unser Land! :|


Gefunden in Zeit-Online Kommentaren. Verstehe ich nicht. Wieso gestern nun das? Heimatland statt Vaterland, aber warum? "Wir, die hier zusammen sind" - "Wir, die hier!" Geht nicht, "zusammen" geht auch nicht, was meint er damit? Eine Versammlung, eine zufällige Gruppe, einen Verein? Die Zeile ist lasch, kann nicht nachgepumpt werden. Dann "Blühe, deutsches unser Land" Geht auch nicht. Drehen wir mal daran herum: "Blühe deutsches, unser Land", "Blühe unser deutsches Land" - wäre schon besser, "Blühe deutsches unser Land".

Vaterland soll auf Biegen und Brechen vermieden werden, "brüderlich mit Herz und Hand" gefiel dem Gerhard auch nicht. Ich frage mich wirklich, wieso gerade jetzt?

Dann doch lieber die historische Strophe von Fallersleben! Eingebettet wie hier: http://solidarpartei.de/hymne.html#3 Fallersleben sollte man nicht auch noch das nehmen!

_______________________

Nachtrag am 4/Juni/2009

Inzwischen hatte ich auch die dritte Strophe Fallerslebens etwas verwandelt, um die Freiheit an die erste Stelle zu setzen:

Freiheit, schöpferisches Leben
überall im Heimatland!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das ehrenhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.


Nun vergleichen wir die beiden Vorschläge.
Zuletzt geändert von micha am Do Jun 04, 2009 05:10:08:, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon micha » Di Mär 03, 2009 03:20:13:

Kleine Änderungen an der Nation-Hymne:

Kleine Änderungen:

Deutschland haben wir zur Seite!
Frieden will das neue Land.
Restauriert sind alte Städte,
schön der Küsten weißer Sand;
Glockentürme, bunte Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
fast unendlich scheint die Liste,
ja, wir lieben dieses Land.

Deutschland haben wir zur Seite!
Frieden will das neue Land.
Restauriert sind alte Städte,
schön der Küsten weißer Sand;
Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
fast unendlich scheint die Liste,
ja, wir lieben dieses Land.

am 5.1.09 statt "blüh an .."
am 5.1.09 statt "Friedlich kämpft ..."

6.1.09 Semikolon statt Komma
5.1.09 statt "heimatlich die Kirchen, Feste"
3.3.09 Glockentürme statt Gotteshäuser - weil Glockentürme historische Denkmäler sind, zumal wenn historische Glocken in ihnen hängen. Dieser historische Gehalt ist einfache eine über Jahrhunderte gewachsene Tatsache, während Minaretts erst aus der Gegenwart sind, noch keine historisch-denkmalpflegerische Bedeutung haben. In der 4. Strophe geht es um den Gehalt aus der geschichtlichen Vergangenheit früherer Jahrhunderte, die gegenwärtig sind.
3.3.09 statt "Deutschland bleib an unserer Seite" doch liebe die alte Fassung: "Deutschland haben wir zur Seite!" - weil D nicht um etwas bitten können.

nachträglich noch die Zeile: Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
statt Glockentürme, bunte Feste, oder heiimatlich die Kirchen ... oder Gotteshäuser, bunte Feste.

Nun sind zwar zuviel Substantive drin, aber es ist ja auch eine "Liste" zu schreiben, desses, was Deutschland alles hat. Außerdem gehen die beiden Zeilen

Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –

ganz gut von der Zunge, lassen sich gut merken und singen. Mit den Glocken sind dann auch indirekt die Kirchen und Türme dabei. Die Reliefs an Glocken sind hochwertig historische Zeugnisse der Geschichte des Landes. Pilgerzeichen sind oft nur als Glockenguss-Abdrücke erhalten, draußen sind sie verrottet, nicht mehr da. Die Bronze-Glocken haben es in sich!

Siehe auch http://solidarpartei.de/hymne.html#4
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Beitragvon micha » Sa Mai 16, 2009 14:51:47:

Die Nation-Hymne steht nach Änderungen, insbesondere der letzten Strophe, nun auf festen Füßen. Die letzte gültige Fassung ist stets hier:

http://nationalhymne.blogspot.com/
http://solidarpartei.de/hymne.html

Auf die letzte Strophe bin ich besonders stolz, weil sie hohe Werte in den Raum stellt, die in Geschichte und Gegenwart weltweit gefunden werden können. Von ihnen kann unser Land lernen. Dieses ehrliche Zugeständnis macht die Nation-Hymne zu einem herausragenden Lied.

Ich möchte noch einmal auf die derzeitige Nationalhymne zu sprechen kommen. Sie beginnt mit abstrakten Begriffen:

    Einigkeit und Recht und Freiheit ...


Diese Zeile sollen alle singen, sogar zu festlichen Ereignissen, möglichst getragen und feierlich, reinster Kitsch, warum?

Einigkeit demonstrieren Parteien, für ein ganzes Land wird daraus eine totale Aussage, die mit Demokratie nichts mehr zu tun hat. Ursprünglich bezog sich die Einigkeit auf die Überwindung der deutschen Kleinstaaten angesichts militärischer Bedrohungen, in Erinnerung an die napoleonischen Befreiungs-Kriege.

Daraus entstand das deutsche Kaiserreich, daraus, nach einem demokratischen Zwischenspiel, die NS-Diktatur. Ursprünglich war das Wort Einigkeit positiv zu sehen, ein Begriff zur Landesverteidigung. Nachher wurde der Begriff negativ, als Deutschland unter Hitler zum Aggressor wurde und Einigkeit mit Vernichtungslagern für Andersdenkende, Demokraten und Juden erzwungen wurde, bis alles zusammenbrach.

Die somit undemokratische Einigkeit wurde jedoch anlässlich der deutschen Einheit festgeschrieben und gerät deshalb nun in die Kitschzone.

Nehmen wir nun die beiden Begriffe Einigkeit und Recht. Einigkeit ist eine politische Forderung, Recht das Bekenntnis eines Staates, die exekutive Gewalt ausüben zu können. Beide Begriffe kommen "von oben" auf den Bürger herab, der - völlig verblödet anscheinend - das schluckt und brav dahersingt, wie gesagt sogar zu feierlichen Anlässen möglichst getragen.

So gesehen ist die Freiheit, die angehängt ist - Einigkeit und Recht und Freiheit - die politische Freiheit eines Staates, nach alternativlosen Wahlen über den Bürger zu bestimmen und ihm Freiheiten zu nehmen. Auch hier singt der Bürger brav das, was von oben kommt, von einer Freiheit, die ihm genommen wurde, die eine Politklasse innehat, die sich die Freiheit herausnimmt, aufkosten der Bürger immer astronomischere Schulden zu machen, der sich die Freiheit herausnimmt und lügt, er mache es ja für kommende Generationen, ohne zu fragen, ob diese ein zubetoniertes und unfreiheitliches Deutschland auch wollen und damit einverstanden wären. Ich wette, sie wären es nicht, wenn sie eine Stimme hätten. Sie haben keine, weil es nur den Staatsanwalt, jedoch nicht den Bürgeranwalt parallel dazu gibt.

Die Nationhymne stellt nun die Freiheit, die verloren gegangenen Freiheiten der Bürger, in den Mittelpunkt, beschreibt Deutschland von seiner schönen kulturellen Seite und erwähnt die Politik als gestalterischen Teil der Gesellschaft mit keinem Wort, weil dieser Teil Deutschland inzwischen verzockt hat.

Dieses Fehlen ihrer erlauchten Hoheit, der prassenden Politklasse mit Spesen-Betrügern wie Sand am Meer, analog zu England, wo das zurzeit aufgedeckt wird, bewirkt, dass die Nation-Hymne boykottiert wird. Sie kommt von "unten", da fremdeln alle, vom Bundespräsidenten bis zum Hinterbänkler im Parlament. Sie singen lieber die Kitsch-Zeile: Einigkeit und Recht ..., obwohl darin nicht ein einziger Buchstabe ehrlich ist.
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Beitragvon micha » Mo Mai 18, 2009 12:59:18:

Die Begriffe

    Einigkeit und Recht und Freiheit


wurden oben in ihrem historischen Kontext gesehen und in ihrer Verwandlung für die Prämissen jeweiliger Politik. Für Menschen in einem Fußball-Stadion klingen die Worte ganz anders, nämlich ihren vereinfachten Vorstellungen gemäß folgendermaßen:


    1. Wir sind uns einig, Deutschland wird gegen Argentinien gewinnen
    2. Recht und Freiheit sind auf unserer Seite
    3. "für das deutsche Vaterland" wird als Verstärkung der Einigkeit im Stadion empfunden
    4. "Blüh im Glanze dieses Glückes" ist wie eine Voraussicht auf die Größe Deutschlands im Falle eines Sieges über Argentinien, um beim Beispiel zu bleiben

    Die National-Hymne, die dritte Strophe des Deutschlandliedes, ist abstrakt genug, um für ein jeweiliges Ereignis innerlich zurecht gedeutet zu werden.

    Bedeutet es also, daß im Fußball-Stadion Deutschland auf Fußball reduziert wird? Das Selbstverständnis der Deutschen hüpft von Ereignis zu Ereignis, weil es im Lied selbst nicht definiert wird. Das ist das Problem. Nicht das Land steht im Mittelpunkt, sondern jeweilige Einheits-Emotionen stehen im Mittelpunkt.

    Nehmen wir ein gegensätzliches Beispiel, die amerikanische Hymne. Sie schildert einen Teil der Freiheits-Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Ereignis-Schilderung kann sie niemals in Frage gestellt werden, weil es das Ereignis tatsächlich gegeben hat, das im Rückblick das Gefühl einer freiheitlichen Nation jedesmal in gleicher Weise bestärkt. Hier werden Emotionen durch das Lied selbst erzeugt.

    Die deutsche Nationalhymne dagegen wird für jeweils schon vorhandene Emotionen benutzt. Sie ist gleichzeitig abstrakt und schwammig, da jede gesellschaftliche Gruppe sie für sich zurecht deuten kann. Die Identität Deutschlands bleibt völlig unklar. Sie sollte in einer Nationalhymne oder Nation-Hymne jedoch zum Ausdruck kommen. Das ist nicht der Fall. Nicht einmal irgendeine Liebe zum eigenen Land kann irgendwie in der derzeitigen Nationalhymne besungen werden.
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Beitragvon micha » Mo Mai 18, 2009 16:59:54:

Mein erster Knol Artikel bei Knol.Google.com

http://knol.google.com/k/micha-vrhein/n ... 8mh1k1hz/1


Nation-Hymne statt Nationalhymne?


Gehören die Begriffe "Einigkeit und Recht und Freiheit" zur deutschen Identität?


Die Nationalhymne der USA schildert einen Teil der Freiheits-Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Ereignis-Schilderung kann sie niemals in Frage gestellt werden, weil es das Ereignis tatsächlich gegeben hat, das im Rückblick das Gefühl einer freiheitlichen Nation jedesmal in gleicher Weise bestärkt. Hier werden Emotionen durch das Lied selbst erzeugt.

Die deutsche Nationalhymne dagegen wird für jeweils schon vorhandene Emotionen benutzt. Sie ist abstrakt. Jede gesellschaftliche Gruppe kann jeweils eine andere Bedeutung hineinlegen. Die Identität Deutschlands bleibt völlig unklar. Sie sollte in einer Nationalhymne oder Nation-Hymne jedoch zum Ausdruck kommen. Das ist nicht der Fall. Daher entstand eine Nation-Hymne mit sieben Strophen. Ob sie eines Tages angenommen wird, das weiß selbst die Unke in der Weltkugel nicht, obwohl sie sich auf Vorhersagen spezialisiert hat.

_________________________



Die Nationalhymne beginnt mit den Worten "Einigkeit und Recht und Freiheit". Das historische Deutschlandlied von Hoffmann von Fallersleben beginnt mit den Worten "Deutschland, Deutschland über alles", nicht über allem wohlgemerkt, denn der Germanistik-Professor erwartete von seinen Studenten, für die das Burschenschaft-Lied geschrieben worden war, dass sie im Kopf etwas ergänzen, zum Beispiel "Deutschland, Deutschland liebe ich über alles" oder "Deutschland, Deutschland geht mir über alles". Und um was ging es? Vor allem um die Einigkeit des zersplitterten Landes gegen Angriffe von außen, in Erinnerung an die Napoleonischen Kriege. "Einigkeit und Recht und Freiheit" hatten für den Dichter auf Helgoland eine patriotische Bedeutung, um staatliche Einheit, militärische Stärke und einen "brüderlichen" Zusammenhalt herbeizuführen. Das brüderliche Zusammenhalten zum Schutz und Trutz und das brüderliche Streben mit Herz und Hand für das Vaterland sind klare Aussagen für ein Wappnen des Landes, um zu bestehen.

1870/71 war es soweit, Frankreich wurde geschlagen. Ein milder Friede folgte. Trotzdem scheiterte Otto von Bismarck mit seiner klugen Balance-Politik schließlich an den Deutschen selbst. Sie wurden mächtig selbstbewusst. Das Deutschlandlied wurde beiseite geschoben. Das Wort "Einigkeit" reichte nicht, die Worte "Recht und Freiheit" passten nicht so recht ins Kaiserreich.

Als der Erste Weltkrieg verloren war, griffen die Demokraten der Weimarer Republik nach dem Lied. Sie wollten mit der Gebietsabgrenzung in der ersten Strophe "Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt" gegen die Gebietsverluste aufgrund der Pariser Vorort-Verträge indirekt zu protestieren und die alte Größe Deutschland in der neuen Nationalhymne festschreiben, ein hochpolitischer und aggressiv nationaler Vorgang. So wundert es nicht, dass die Nationalsozialisten mit ihren anfänglichen Gebiets-Annektionen im Sinne einer Rückgewinnung die Herzen der Deutschen höher schlagen ließ, zumal die Versailler Verträge als ungerecht empfunden wurden und die Bürde der Reparationen Armut erzeugt hatte. Nationalhymne wurde dann nur die erste Strophe des Deutschlandliedes zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied, das heute verboten ist. Wieder, wie im Kaiserreich, war das Wort Einigkeit in der dritten Strophe überflüssig. Einigkeit erreichte Hitler durch Zwang, Konzentrationslager und Massenmorde. Die erste Strophe war nach dem Geschmack des Diktators, hier und da wurde geschrieben: "Deutschland, Deutschland über allem". Und so war es von ihm auch gemeint. Wiederum folgte ein Sieg über Frankreich. Deutschland geriet geradezu in Verzückung, Hitler wurde zum Gott, "über allem". Am Ende "triumphierte" er jedoch über den Zusammenbruch Deutschland in Schutt und Asche. Da wurde aus dem "Gott" ein Selbstmörder, der sich aller Verantwortung entzog. Viele seiner schuldbeladenen Helfer setzten sich nach Südamerika ab. Was machten die Deutschen nun mit ihrem "Deutschlandlied"?

Adenauer setzte sich gegen Theodor Heuss durch und holte alle drei Strophe aus der Schublade, denn er war es leid, im Ausland mit Heidiwitzka-Kapitän empfangen zu werden. Die beiden ersten Strophen waren mit dabei, wurden aber ein wenig "versteckt", denn zu feierlichen Anlässen wurde die dritte Strophe gesungen. Die Alliierten mochten die erste verständlicherweise nicht. Deutschland hatte zu gehorchen.

Seit dem Mauerfall und der Vereinigung von West- und Mitteldeutschland wurde die erste Strophe noch etwas mehr "versteckt", wenn auch nicht verboten, da nun ganz offiziell nur die dritte Strophe Nationalhymne wurde und daher besonderen Staats-juristischen Schutz genießt. Einigkeit und Einheit wurde inhaltlich vermengt, der Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, war zufrieden. Sollten wir diese Zufriedenheit teilen?

Die Begriffe

Einigkeit und Recht und Freiheit

verwandelten sich im historischen Kontext unter den Prämissen jeweiliger Politik. Für Menschen in einem Fußball-Stadion klingen die Worte ganz anders, nämlich ihren vereinfachten Vorstellungen gemäß folgendermaßen:

1. Wir sind uns einig, Deutschland wird gegen Argentinien gewinnen
2. Recht und Freiheit sind auf unserer Seite
3. "für das deutsche Vaterland" wird als Verstärkung der Einigkeit im Stadion empfunden
4. "Blüh im Glanze dieses Glückes" ist wie eine Voraussicht auf die Größe Deutschlands im Falle eines Sieges über Argentinien, um beim Beispiel zu bleiben

Die National-Hymne, die dritte Strophe des Deutschlandliedes, ist abstrakt genug, um für ein jeweiliges Ereignis innerlich zurecht gedeutet zu werden.

Bedeutet es also, daß im Fußball-Stadion Deutschland auf Fußball reduziert wird? Das Selbstverständnis der Deutschen hüpft von Ereignis zu Ereignis, weil es im Lied selbst nicht definiert wird. Das ist das Problem. Nicht das Land steht im Mittelpunkt, sondern jeweilige Einheits-Emotionen stehen im Mittelpunkt.

Nehmen wir ein gegensätzliches Beispiel, die amerikanische Hymne. Sie schildert einen Teil der Freiheits-Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Ereignis-Schilderung kann sie niemals in Frage gestellt werden, weil es das Ereignis tatsächlich gegeben hat, das im Rückblick das Gefühl einer freiheitlichen Nation jedesmal in gleicher Weise bestärkt. Hier werden Emotionen durch das Lied selbst erzeugt.

Die deutsche Nationalhymne dagegen wird für jeweils schon vorhandene Emotionen benutzt. Sie ist gleichzeitig abstrakt und aufgrund ihrer Begriffs-Hülsen auch schwammig, da jede gesellschaftliche Gruppe sie für sich zurecht deuten kann. Die Identität Deutschlands bleibt völlig unklar. Sie sollte in einer Nationalhymne oder Nation-Hymne jedoch zum Ausdruck kommen. Das ist nicht der Fall. Nicht einmal irgendeine Liebe zum eigenen Land kann irgendwie in der derzeitigen Nationalhymne besungen werden. Immigranten, Kinder, Schüler heben an und verstehen die politischen Begriffe "Einigkeit und Recht und Freiheit" nur vage.

Die politische Deutung dieser Begriffe verwandelt sich angesichts der neuen Schulden-Politik Deutschlands geradezu katastrophal. Nennen wir die Begriffe noch einmal: Einigkeit und Recht und Freiheit. Ist aber Einigkeit für eine Demokratie das richtige Wort. Eine Partei kann Einigkeit demonstrieren, ein demokratisches Land lebt aber gerade von der Vielfalt der Sichtweisen. Einigkeit hat immer den Stallgeruch undemokratischer Systeme und erinnert an die Penetranz erzwungener Einigkeit.

Die undemokratische Einigkeit wurde jedoch anlässlich der deutschen Einheit festgeschrieben und gerät deshalb nun in die Kitschzone, oder ins Fussballstadion, weil dort Einigkeit gegen den Angriff eines Gegners die Herzen beflügelt. Trotz der Fussballer bleibt das Wort hochpolitisch.

Nehmen wir nun die beiden Begriffe Einigkeit und Recht. Einigkeit ist eine politische Forderung, Recht das Bekenntnis eines Staates, die exekutive Gewalt ausüben zu können. Beide Begriffe kommen "von oben" auf den Bürger herab, der das schluckt und brav dahersingt, sogar zu feierlichen Anlässen möglichst getragen.

So gesehen ist die Freiheit, die angehängt ist - Einigkeit und Recht und Freiheit - die politische Freiheit eines Staates, nach alternativlosen Wahlen über den Bürger zu bestimmen und ihm geradezu Freiheiten zu nehmen. Auch hier singt der Bürger brav das, was von oben kommt, von einer Freiheit, die ihm an sehr vielen Stellen und sehr vielen Lebensbereichen genommen wurde, die eine Politklasse innehat, die sich die Freiheit herausnimmt, aufkosten der Bürger immer astronomischere Schulden zu machen, der sich die Freiheit herausnimmt und lügt, er mache es ja für kommende Generationen, ohne zu fragen, ob diese ein zubetoniertes und unfreiheitliches Deutschland auch wollen und damit einverstanden wären. Ich wette, sie wären es nicht, wenn sie eine Stimme hätten. Sie haben keine, weil es nur den Staatsanwalt, jedoch nicht den Bürgeranwalt parallel dazu gibt.

Die Nationhymne stellt nun die Freiheit, die verloren gegangenen Freiheiten der Bürger, in den Mittelpunkt, beschreibt Deutschland von seiner schönen kulturellen Seite und nimmt die Politik als gestalterischen Teil der Gesellschaft heraus. Die "Nation-Hymne", hat sieben Strophen und berücksichtigt Hoffmann von Fallersleben, wo es nur irgendwie ging. Sicherlich ist das Feuer, das ihn damals auf Helgoland beseelte, im neuen Lied erhalten geblieben. Darauf kam es an. Die Aufgabe sah ich darin, das Lied für die Ebene einer Nationalhymne umzugestalten, da diese Ebene ursprünglich mit dem Burschenschaftslied nicht beabsichtigt war.

Unter diesem Aspekt sind die Umgestaltungen der ersten drei Strophen zu betrachten. Das patriotische Feuer Hoffmann von Fallersleben kommt sicherlich zu Beginn der ersten Strophe besonders gut zum Ausdruck. Zugleich sind diese Zeilen im 20. Jahrhundert politisiert und verdorben worden. Trotzdem besteht eine Sehnsucht der Deutschen, ihre Liebe zum Land wieder singen zu dürfen, das weiß ich, das kam bei der Weltmeisterschaft in Bern zum Ausdruck. Darum habe ich dafür gesorgt, dass eine Strophe entsteht, die dieser Sehnsucht nachgibt und ein Text eingebettet ist, der die Intention Hoffmann von Fallersleben "rettet" und gleichzeitig unbedenklich ist, auch für Menschen, die gleich mit dem Wort Chauvinismus operieren. Objektiv ist gegen eine unbedenkliche Art, im Lied seine Liebe zum Land zum Ausdruck zu bringen, für jeden auf der Welt verständlich, weil es den Menschen mit ihren Heimatländern genauso geht. Also bitte nur den kulturpatriotischen Gehalt erkennen, mehr steckt in der Umgestaltung nicht drin, weder Nationalismus noch Chauvinismus, sondern eine Chance für unsere kommenden Generationen, unser Land gut zu erhalten.

Die zweite Strophe wurde immer etwas stiefmütterlich behandelt, obwohl Hoffmann von Fallersleben an den bedeutendsten Lyriker des deutschen Mittelalters, Walther von der Vogelweide, dachte und also tief in wertvolle deutsche Geschichte hinein griff. Die Strophe nenne ich mal die Burschenschaft-Strophe. Sie hat einen pädagogischen Gehalt und erinnert an den Edelmut früherer Zeiten. Edelmut ist ein Wort geworden, das in heutiger Politik und Wirtschaft fast wie ein Fremdwort wirkt. Dabei ist das Wort urdeutsch. In diese Richtung geht die Umdichtung für eine Nation-Hymne.

Die dritte Strophe und jetzige Nationalhymne wurde wegen der genannten Begriff-Hülsen zu einem Problem. Ursprünglich wollte ich sie unverändert einbetten. Aber dann würde die Chance vergeben werden, die Freiheit an den Anfang zu stellen. Sie ist der wichtigste Teil. Doch nun, nach langer Vorrede, das veränderte Lied, das übrigens in der vierten Strophe ein Zitat von Tucholsky von 1929 enthält "Ja, wir lieben dieses Land". In der siebten Strophe geschieht dann noch etwas einmaliges. Sie enthält nämlich das Bekenntnis, von hohen Werten aus Gegenwart und Geschichte der ganzen Erde lernen zu können.



    1. Strophe HvF + micha vRhein

    Deutschland, Deutschland über alles!
    Ãœber alles in der Welt
    geht uns unsre schöne Heimat,
    gleich in welcher Jahreszeit.
    Von den Küsten zu den Alpen
    über Flüsse, Seen erschallt:
    Deutschland, Deutschland über alles,
    über alles in der Welt!



    2. Strophe HvF + micha vRhein

    Deutscher Fleiß und deutsches Wissen,
    deutscher Sport und deutscher Sang
    sollen in der Welt behalten
    ihren neuen guten Klang!
    Uns zu edler Tat begeistern
    unser ganzes Leben lang
    lässt uns alle alles meistern,
    was auch früher schon gelang!



    3. Strophe HvF Hoffmann von Fallersleben + micha vRhein

    Freiheit, schöpferisches Leben
    überall im Heimatland!
    Danach lasst uns alle streben,
    allesamt mit Herz und Hand!
    Freiheit, Recht und Chancengleichheit
    sei das ehrenhafte Band;
    blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
    blühe, deutsches Vaterland.



    4. Strophe micha vRhein

    Deutschland haben wir zur Seite!
    Frieden will das ganze Land.
    Restauriert sind alte Städte,
    schön der Küsten weißer Sand;
    Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
    Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
    fast unendlich scheint die Liste,
    ja, wir lieben dieses Land.



    5. Strophe micha vRhein

    Humboldt-Universitäten,
    Sprachenschulen und Museen
    werden Deutschland weiterbringen,
    Ziele vor den Augen seh'n.
    Jung, mit allen wachen Sinnen,
    formen wir das schöne Land.
    Neue Zeiten zu beginnen,
    liegt in unsrer aller Hand



    6. Strophe micha vRhein

    Bachs gemischte große Chöre,
    Schumann, der ins Inn’re dringt,
    Wagner tragend frei erklinge,
    Mozart oder Pop, singt singt!
    Lasst uns musizieren, scherzen;
    draußen sinkt die Abendglut,
    Kinder halten Friedenskerzen,
    Lichter geben Kraft und Mut.



    7. Strophe micha vRhein

    Unsre Heimat tief im Herzen
    reichen wir der Welt die Hand.
    Menschenrechte, Würde, Wissen
    sind das einigende Band.
    Hohe Werte auf Terrassen
    der Geschichte dieser Welt
    wollen lernend wir erfassen!
    Strahle Deutschland, strahl wie Gold!
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Beitragvon micha » Mi Mai 20, 2009 14:08:53:

Horst Köhler scheint den Internet-Schreibtisch zu kopieren. Sein Vorbild sei nun Theodor Heuss. Daher habe ich mir die Mühe gemacht, die betreffenden Nachrichten herauszusuchen, die mit Theodor Heuss und der Nationalhymne der Deutschen zusammen hängen. Zur Erinnerung eine Kurzfassung des Schicksals der Hymne:

    Am 24. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet - ohne Hymne!!! Während in der DDR, die am 07.Oktober 1949 gegründet wurde, "Auferstanden aus Ruinen" Nationalhymne war, gab es in Westdeutschland keine. Es wurde stattdessen "Freude schöner Götterfunken" (Europahymne) benutzt. Aber auch nicht immer. Als Bundeskanzler Adenauer auf Staatsbesuch in den USA war, wurde als Hymnenersatz "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien" gespielt!!! PEINLICH HOCH 3! 1952, als die Bundesrepublik bei den Olympischen Spielen mitmachen sollte, wurde dringend eine Hymne gebraucht. Der Präsident Heuss wollte die "Hymne an Deutschland" einführen, schaffte dies aber letztlich nicht. Adenauer setzte sich mit dem Deutschlandlied durch: Offiziell wurden alle drei Strophen eingeführt, es wurde aber ausgemacht, dass bei feierlichen Anlässen nur die dritte Strophe zu spielen sei - de facto war von 1952-1991 das GANZE Deutschlandlied Hymne! 1991, 1 Jahr nach der Wiedervereinigung, gab es einen Briefwechsel zwischen Kanzler Kohl und Präsident von Weizsäcker. Darin stand, dass nurmehr die dritte Strophe des Deutschlandliedes Nationalhymne sei, das Deutschlandlied aber in allen seinen Strophen eine Einheit bilde. viewtopic.php?p=794#794 am 27 Apr 2005 09:23

Welche Auffassung vertrat der von mir hoch verehrte Theodor Heuss, das neue Vorbild Horst Köhlers?

    http://rheins.de/forum/viewtopic.php?p=795#795 Verfasst am: 27 Apr 2005 09:36
    Theodor Heuss bewegt am 21.12.1950 eine "Hymne an Deutschland" des Dichters Rudolf Alexander Schröder. Er hatte eine gute Wahl getroffen, siehe viewtopic.php?p=796#796, er meinte zum Text des Deutschlandliedes: "Aber das ungeheure Schicksal, das die staatlichen Zusammenhänge zerschlug, die volklichen verwirrte, schuf einen Geschichtseinschnitt, der mit dem alten Sinn- und Wort-Vorrat nicht mehr umfaßt werden kann." Er beugte sich Andenauer gegen seine Überzeugung. 1933 sah Theodor Heuss das Unheil schon voraus viewtopic.php?p=922#922 am 05 Jun 2005 21:09.

    "Die Demokratie ruht, um lebendig zu sein, auf dem Ehrenamt", schreibt Theodor Heuss in einem Essay über Freiherr von Stein.

    Ehrenamtlich waren meine Bemühungen, im Sinne von Theodor Heuss die Nationalhymne mit neuem "Sinn- und Wort-Vorrat" umzuschreiben, damit sie nicht mehr missverstanden werden kann. Dies teilte ich dem Bundespräsidenten Köhler mit, fügte den Text bei. Ich bekam eine kurze Abfuhr aus der Schnellunterzeichnungsmappe, unterschrieben im Auftrag. Daraufhin faxte ich zurück " Ich möchte, dass Bundespräsident Köhler in der Veröffentlichung in einem besseren Licht erscheint. Lob oder Tadel sind mir egal, es geht auch überhaupt nicht um mich, es geht um eine geistige Reaktion, die dem Amtsträger entspricht." viewtopic.php?p=1418#1418

    Die Reaktion auf das Fax an den Präsidenten Köhler viewtopic.php?p=1418#1418 war Ignoranz: "Ein mögliches neues Deutschland Lied aber war dem Bundespräsidenten weniger wichtig. Theodor Heuss hatte sich noch darum bemüht, für einen Herrn Köhler war die Initiative nicht einmal eine Antwort wert". Wohl aber wertete er den Text der zugesandten Hymne für seine erste Berliner Rede aus, da ich das Copyright dem Deutschen Staat bis zum nächsten Tag der deutschen Einheit überlassen und vorgeschlagen hatte, das Lied könne aus dem Kanzleramt kommen, ich müsse nicht erwähnt werden. viewtopic.php?p=1573#1573

    Politiker wie Theodor Heuss mit ethischen Maßstäben gäbe es nicht mehr, meinte ich in viewtopic.php?p=1752#1752

    Die National Hymne endlich einmal auf die Reihe zu bekommen, wäre eine Lebens Aufgabe eines deutschen Bundes Präsidenten, der Theodor Heuss zu würdigen weiß, schrieb ich 2008 viewtopic.php?p=1868#1868 07 Jun 2008 20:28


Der Internetschreibtisch ist voller Ehrerbietung Theodor Heuss gegenüber. Nun gibt es seit kurzem auch für Horst Köhler ein Vorbild: Theodor Heuss, wie aus einem heutige Beitrag der Deutschen Welle hervorging. Ich könnte mir keinen größeren Gegensatz vorstellen. Der Rückgriff auf Heuss ist ein geschickter publizistischer Geck, um die Präsidenten-Wahl in ein paar Tagen zu gewinnen. Inhaltlich verhielt sich Köhler, besonders was die Nationalhymne betraf, wie ein Anti-Heuss Freak.

Mir scheint, dass Köhler sein Image, Bürger-Präsident zu sein und den Politikern auf die Finger zu schauen, dem Internet-Schreibtisch zu verdanken hat. Aber wie anders wäre die Diskussion um eine Identität-getreue Hymne der Deutschen verlaufen, wenn statt Köhler heute Heuss Präsident wäre!

http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... s-ist.html

http://knol.google.com/k/micha-vrhein/n ... mh1k1hz/1#
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Beitragvon micha » So Mai 31, 2009 02:50:46:

Nachtrag 31/Mai/2009 Bezug: http://nationalhymne.blogspot.com/2009/ ... e-der.html

Der ehemalige Gefreite der US-Armee Charles Payne, 84, über seinen Großneffen Barack Obama und dessen geplante Reise zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald:

SPIEGEL http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,626875,00.html: Wie dachten Sie damals über die Deutschen?

Payne: Wir waren die Guten, und sie waren die Verkörperung des Bösen. Wir kamen, um die Welt vor Deutschland zu retten. Wir alle wollten diesen Krieg.

Deshalb hebe ich noch einmal die Notwendigkeit hervor, dass Deutschland endlich eine Identität zum Ausdruck bringt, die seiner früheren Geschichte vor den Naziverbrechen entspricht - ohne diese Nazi-Geschichte zu verdrängen. Dazu gibt es die Nation-Hymne mit einem Zitat von Tuscholsky. Die Ignoranz derzeitiger deutscher Politiker gegenüber dieser Hymne ist völlig unverständlich und auch nicht entschuldbar. Sie sind mit dem Ruin Deutschlands beschäftigt, kein Wunder!
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Beitragvon micha » Do Jun 04, 2009 05:05:13:

Nachtrag am 4/Juni/2009 http://nationalhymne.blogspot.com/2009/ ... lands.html

Heute stellte sich die Frage, welche von den sieben Strophen bei welchen Anlässen theoretisch gesungen werden sollte. Im gleichen Moment gefiel mir die derzeitige Nationalhymne, die dritte Strophe, genau so gut wie allen, die damit zufrieden sind und sie für ausreichend halten. Aus diesem Grund bin ich manchmal nah dran, meine ganze Bemühung und die Nation-Hymne über Bord zu kippen. Im nächsten Moment halte ich sie wieder für notwendig. Das liegt an der Gewohnheit. Es ist schwer, sich innerlich umzustellen und etwas Vertrautes zu hinterfragen.

Auf jeden Fall eignet sich die siebte Strophe für alle nationalen Ereignisse im Ausland, natürlich auch im Inland. Sie ist es wert, von anderen Ländern zitiert zu werden. Sie ist das Gegenteil von Nazi-Deutschland, ein Bekenntnis auch für andere Qualität weltweit - und für alle denke ich sympathisch. Die anderen Strophen können je nach Ereignis ausgewählt werden.
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Beitragvon micha » So Jun 21, 2009 12:38:07:

Auf http://solidarpartei.de/hymne.html entstand heute ein recht aggressiver Text in Caps geschrieben, damit wenigstens einige Menschen in Deutschland vielleicht hellhörig werden und einmal genau nachdenken, was sie mit der derzeitigen National-Hymne singen sollen.

    National-Hymne Ist Bislang Die Dritte Strophe Des Deutschland-Liedes. Gleich Das Erste Wort "Einigkeit" Ist Ein Diktat Von Oben, Undemokratisch, Verlogen. National-Kriege, Die Einigkeit Erfordern Gibt Es Nicht Mehr. Hitler-Einigkeit Gehört Hoffentlich Für Immer Der Vergangenheit An. Die Neue Identität Der Deutschen Darf Keine Diktierte Einigkeit Enthalten. Nationale Einigkeit Wird Immer Erzwungen. In Einer Demokratie Gibt Es Sie Nicht, Darf Es Sie Nicht Geben. Ein Fetter Staats-Apparat Versteht Unter Einigkeit Die Erlaubnis, Immer Neue Staats-Schulden Zu Verschleudern. Das Manipulierende Wort "Einigkeit" Ist Ein Synonym Für Durchgedrückte Und Vorausgesetzte Zustimmung Geworden. Unter Seinem Deckmantel Wuchern Lug Und Betrug Am Geschassten Deutschen Bürger.

    Ab Dem Ersten Fähnchen Werden Die Wenig Veränderten Ersten Drei Strophen Dem Original Gegenüber Gestellt. Dann Folgen In Der Nation-Hymne Noch Vier Weitere Strophen. Zusammen Entstand Über Sieben Jahre Eine Dichterische "Verfassung" Deutschlands.


http://solidarpartei.de/hymne.html
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Beitragvon micha » Mo Jun 22, 2009 04:24:38:

Weiteres zum Begriff "EINIGKEIT" der Nationalhymne, dritte Strophe Deutschlandlied. Einigkeit demonstrierte die LINKE nach ihrem gestrigen Parteitag, auf dem ein Wahl-Programm beschlossen wurde. Alle wissen, dass diese Einigkeit nur Wahlzwecken dient. Der linke Flügel der LINKEN ist verfassungsfeindlich radikal, nicht mehr grundgesetzlich. Die EINIGKEIT nur für Wahlen ist Mittel zum Zweck, der Zweck heiligt die Mittel. Zwei der Kernpunkte, Mindestlöhne und "Raus aus Afghanistan" sind vertretbar, stimmen sogar teilweise mit der SOLIDARPARTEI überein, wenn auch aus anderen Motiven, der dritte Kernpunkt, Banken zu verstaatlichen, zeigt das radikale Gesicht der LINKEN, die zum staatlichen Bankraub über Wähler anstiftet. Hier gibt es einen fundamentalen Unterschied zur SOLIDARPARTEI, die auf freien Markt, Konkurrenz und Bürger-Banken, "Solidarbanken", setzt, das Bürger-Vermögen stabilisieren und das Schuldenmachen bekämpfen will.

"EINIGKEIT" zwecks Wahlen wird politisch brisant, wenn eine Partei ans Ruder kommt und dann automatisch PARTEI-EINIGKEIT verallgemeinert. Vor Gewalt für Einigkeit werden Register gezogen, die EINIGKEIT suggerieren: Minderheiten werden demagogisch und mit propagandistischen Mitteln zu Volksfeinden gemacht, niedere Instinkte in der Masse gesucht. Ängste werden geschürt, Volks-Gesundheit beschworen. Wenn das nicht ausreicht, kommt die nächste Stufe, eine Ideologie oder eine Religion mit einem Spitzelsystem, zu sehen jetzt im Iran, wo Ajatollah Ali Chamenei die nationale EINHEIT beschwor, bevor er blanke Staatsgewalt und Verhaftungen einsetzte. EINIGKEIT dient Machterhalt mit Gewalt. Bevor es zu solchen Formen kommen kann werden schrittweise demokratische und konstitionelle Hürden beseitigt, um Polizei und Militär instrumentalisieren zu können.

Das Wort EINIGKEIT im nationalen Sinne darf mit der Sehnsucht der Menschen, Teil eines Ganzen zu werden, das gut ist, nicht verwechselt werden. Eins zu sein mit der Natur, mit einem Partner, mit einer Loge, mit einem Gott, mit Freunden, einer heimatlichen Umgebung, mit einem Werk, mit einer Kultur etc. erfüllt eine naturgegebene Sehnsucht, Trennung zu überwinden, Isolation und Schutzlosigkeit zu vermeiden.

Diese Art EINIGKEIT, dieses EINS-SEIN, ist in der Nationalhymne nicht gemeint, da es um EINIGKEIT und GLÜCKSGEFÜHLE eines VATERLANDES geht. Nach den Napolionischen Kriegen und einer Zersplitterung des deutschen Sprachraumes war diese Sehnsucht berechtigt, um sich gegen äußere Feinde zu schützen. Oder war sie auch dann gefährlich? Wir lernen aus der Geschichte, dass die nationale EINIGKEIT nach 1870/71 zur Selbstüberheblichkeit führte, ein Wettrüsten forcierte und zwei Weltkriege verursachte.

Nach zwei Weltkriegen sollte man eigentlich meinen, die Deutschen seien nun klug geworden und hätten genug von nationaler EINIGKEIT, aber nein, sie schummeln das Wort in die Nationalhymne und vermanschen es mit dem Begriff der deutschen EINHEIT, damit es nicht so auffällt. "Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt" bleibt versteckt in Reserve, im Hintergrund bestehen, die Neonazis grölen es. Zu viele Deutsche meinen, bei Hitler sei ja doch nicht alles schlecht gewesen und sehnen sich nach einer solchen nationalen Führung, um Fehlentwicklungen in der BRD beheben zu lassen. Sie sind unverbesserlich und wollen Gutes aus Hitler heraus selektieren, so wie der Diktator selbst nahezu alles selektiert hat, was ihm brauchbar erschien, und alles selektiert, was er vernichten wollte. Eine Schande für Deutschland ist, dass so viele ihm dabei geholfen haben. Eine weitere Schande ist die Klärungs-Faulheit von Begriffen in der Nationalhymne. Unterschwellig wird Hitler immer noch recht gegeben, werden Phantasie-Spiele angestellt, was gewesen wäre, wenn Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte. Diese Grundstimmung schwingt mit, und nicht die von Hoffmann von Fallersleben, wenn gesungen wird:

    Einigkeit Und Recht Und Freiheit
    Für Das Deutsche Vaterland!
    Danach Lasst Uns Alle Streben
    Brüderlich Mit Herz Und Hand!
    Einigkeit Und Recht Und Freiheit
    Sind Des Glückes Unterpfand;
    Blüh' Im Glanze Dieses Glückes,
    Blühe, Deutsches Vaterland.

Wenn nicht einmal solche sprachlichen Dinge in den Staats-Insignien vom Bundes-Präsidial-Amt logisch und historisch geklärt werden, wozu braucht Deutschland dann überhaupt einen Präsidenten? Für ein "Sommerfest" vielleicht? Auf dem sich der Präsident huldigen und hofieren lässt? Auf dem er wie ein Oberhaupt gönnerhaft sein kann? Deutschland ist verschuldet bis über beide Ohren und kann sich solche Eitelkeiten nicht leisten.

Wenn ein Hymnen-Text eine historische Begebenheit schildert, wie in der Hymne der USA, ist jede Zeile unbedenklich, wahr, einfach Geschichte. Wenn aber abstrakte Begriffe dominieren, wie in der deutschen Hymne, dann reißt der historische Faden ab, dann wird "interpretiert", eine abgehobene und schuldhafte Regierung kann ihre Fehler mit angeblicher EINIGKEIT als Legitimation und angeblicher Volks-Nähe vertuschen, eine Fußball-Fan-Gemeinde kann das Wort gegen den sportlichen Gegner verwenden, frei nach Belieben. Mit Liebe zu Deutschland oder irgendeiner deutschen Identität hat das alles nichts zu tun, höchstens mit der krankhaften Identität unter den Nazis. Dann nämlich hatte das Land rundum Feinde und musste mitlitärische und verbrecherische EINIGKEIT praktizieren. Zu singen, dass unser Vaterland in Glanze des Glückes der EINIGKEIT blühen möge, ist der im Wunschdenken der Deutschen doch noch gewonnene Zweite Weltkrieg. Die Nationalhymne ist nicht nur extrem kitschig, sie ist auch revisionistisch arrogant.

Die offizielle Version, die historische Situation von 1841 werde besungen, ist eine pure Ausrede, da das Lied von damals nur noch als Rest-Stummel Nationalhymne wurde und fast niemand die damalige Situation kennt, wohl aber die jüngere Geschichte des Dritten Reiches, das nostalgisch verbrämt in den Medien stet präsent bleibt. Wäre das historische Burschenschafts Lied gemeint, müssten alle drei Nationalhymne sein. Das wiederum geht nicht, weil Maas/Memel/Etsch/Belt keine deutschen Grenzen sind und nie waren.
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Beitragvon micha » Mi Jun 24, 2009 04:05:51:

Meine Selbstkritik auch hier:

Sie ist hier: http://nationalhymne.blogspot.com/2009/ ... lands.html Nachtrag am 24/Juni/2009 oder auch auf http://solidarpartei.de/hymne.html ganz unten. Zuvor häuften sich Analysen zum Wort EINIGKEIT; siehe die letzten drei Einträge bei Twitter: http://twitter.com/michavrhein
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Beitragvon micha » Do Jun 25, 2009 03:27:19:

Bezug:

http://www.rheins.de/forum/viewtopic.php?p=2168#2168
http://nationalhymne.blogspot.com/

Am 25/Juni/2009 wurde die originale zweite
Strophe von HvF in die Nation-Hymne links
eingesetzt und nur als Alternative eine Um-
dichtung anheim gestellt. Das Komma in
der orinalen vierten Zeile und der Doppel-
Punkt in der sechsten verführen zu einer
irrtümlichen Interpretation. Der Doppel-
Punkt bedeutet "und noch einmal sei gesagt,
wer edle Taten bewirken soll: ..."

Die Strophe wurde in der Vergangenheit
immer etwas stiefmütterlich gesehen, in
Wirklichkeit bezeugt sie mehr als die
beiden anderen eine nahezu vergessene
deutsche Identität und ist wunderschön.

Allerdings tendierte die Zeit um die Mitte
des 19. Jahrhunderts dazu, Frauen eher
als ausgeschmückte Objekte der Männer
zu sehen, einer der Gründe, warum die
folgenden großen Kriege als Männer-
Domänen überhaupt entstanden.


Die Ersatz-Strophe wäre eine Möglichkeit,
die moderne Bedeutung der Frau in einer
Nation-Hymne oder Nationalhymne nicht
auf ein Spektrum zu reduzieren, ohne auf
ritterliche Verpflichtungen gegenüber dem
physisch schwächeren Geschlecht zu ver-
zichten.

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang
sollen in der Welt behalten
ihren alten schönen Klang,
uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang:
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang!

Ersatzstrophe:

Deutscher Fleiss und deutsches Wissen,
deutscher Sport auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren neuen guten Klang!
Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang,
Hören wir von alten Meistern
aus der Zeit des Minnesang.
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Beitragvon micha » Sa Jul 11, 2009 00:33:58:

http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... n-gel.html

STERNEKOCH KLINK ÃœBER IMITAT-ESSEN "Das ist kriminell" -
Natürliche Nahrung - das ist nur noch die Ausnahme in deutschen Supermärkten, glaubt Kochstar Vincent Klink. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt er Gel-Schinken, Analogkäse und Co. zur logischen Folge von Renditehunger und Verbrauchergeiz: "Jetzt werden die Leute wachgerüttelt." (ein Spiegel-Online Interview vom 11/Juli/09)


Der Imitat-Schinken, Bild hier:

http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... n-gel.html

war nur die Spitze des Eisberges von Imitat-Deutschland, dem Lügen-Land, in dem Bürger nach Strich unf Faden betrogen, ausgenommen und belastet werden, von der Politik, von der Wirtschaft, von der Finanzwelt, von Parteien und deren Netzwerken und zum überwiegenden Teil auch von öffentliche-rechtlichen Medien, in denen manipuliert wird, wo es nur geht. Der Bürger im Spiegel seiner selbst, Bild hier:

http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... n-gel.html

Das Bild zeigt den deutschen Bürger im Spiegel-Bild seiner selbst, nachdem Bundespräsident und Bundeskanzlerin immer wieder mahnen: fleißig konsumieren und brav Steuern zahlen!

Der Begriff EINIGIGKEIT im Glanze des Glückes der Profiteure von Wahlen, der Gewinn-Maximierer der Konsum-Wirtschaft, der Spekulanten in Landesbanken, der Absahner in den Bereichen der Zwangs-Abgaben, Gebühren-Fallen, der Ordnungs-Strafen-Fallen, der Bestechungen aus staatlichen Fördergeldern, der Schmiergeld-Korruptionen in großen Firmen, ebenso in Gemeinden und Städten, wo Schein-Ausschreibungen öffentliche Gelder durch mafiose Einigkeit vernichten, der Milliarden-Betrüger mit Schein-Abschreibungen Anmerkung1, dieser Begriff am Anfang der National-Hymne könnte zur Lachnummer werden, wenn erst einmal erkannt wird, wer sich jeweils einig ist. Wenn der Bürger aufwacht und er merkt, was mit ihm gemacht wird, dann wird er EINIGKEIT und RECHT zwar singen, nur die beiden Worte, aber jeweils etwas anders meinen, nämlich die EINIGKEIT aller seiner Parasiten, die sich in seinen Haar-Schmuck, siehe Bild, eingenistet haben. Wenn gleich die ganze Strophe gesungen werden soll, dann vielleicht ironisch das Lied der EINIGKEITs-"Parasiten":

    Einigkeit und Recht und Schinken
    für das deutsche Vaterland!
    Lasst uns Wahl-Vieh-Bürger linken
    brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Lügen
    sind des Glückes Unterpfand;
    feste nur, lasst uns betrügen,
    blühe dann, du Vaterland
    .

Hoppla, bin ich denn ein Dichter? So früh am Morgen des 11/Juni um 4:45 +7 noch vor Sonnen-Aufgang? Nein, nein, ich bleibe Ideen-beklauter, in heimlicher Regierungs-Mission systematisch beklauter Patrioten-Arsch und Internet-Kolumnist des Internet-Schreibtisches unter dem Sternen-Himmel von Dichtung und Wahrheit höchstens, denn meine Wahrheit wurde bezeugt.

Bezeugt wurde auch die folgende Wahrheit, von Herrn Steinbrück, SPD-Finanz-Minister, der erst den Neuverschuldungs-Tsunami macht, hinterher nun an die Renten ran will, wieder eine andere Wahrheit, will ich gar nicht reden. Bezeugt wurde am 10/Juli/09 von einem ausgestiegenen Diplom-Pfleger aus der lukrativen Branche der Altenpflege, basierend auf dem Zwangs-Abgaben-Sektor der Pflege-Versicherung, das folgende, ich zitiere (Autor kann mit seinem Einverständnis auf Anfrage genannt werden):

Früher wurde man in den Altenheimen unabhängig von dem Träger(Diakonie, Caritas, BRK, AWO etc) immer nach dem BAT-Tarif bezahlt. Zum Beispiel ein Altenpfleger mit Ausbildung 2500 brutto, 1500 netto, 30 Tage Urlaub.

Herr Hartz (Hartz IV etc) hat für die Rummelsberger Anstalten ein Konzept ausgearbeitet, und dafür ein wie üblich verblüffend hohes Manager-Gehalt erhalten, wie man diesen Tarif umgehen kann. Die neuen Mitarbeiter wurden nicht mehr bei den Rummelsberger Anstalten, sondern beim "Pakt" eingestellt, mit Gehältern wie für den gleichen Altenpfleger, nun aber nur ca. 1700 brutto, 1100 netto, 24 Tage Urlaub. So ähnlich wird heute auch bei allen anderen Trägern verfahren.

Der gleiche Altenpfleger mit Ausbildung erhält nun eine bemerkenswerte Konkurrenz mit steigender Tendenz:

1-Euro-Jobber, die eigentlich nur zusätzliche Arbeiten durchführen dürften, werden in den Heimen und auch in der direkten Pflege eingesetzt. Dies ist eigentlich gesetzlich verboten. Dadurch werden nicht nur die Pflegebedürftigen gefährdet, sondern auch die regulären Arbeitsplätze.

Der Arge Bayreuth zum Beispiel, die für die 1-Euro-Jobber zuständig ist, wurden diese Mißstände bereits mehrmals geschildert. Trotzdem werden weiterhin 1-Euro-Jobber unter Androhung von Sanktionen in die Heime geschickt. Die 1-Euro-Jobber machen meist mit, weil sie entweder Angst haben oder weil ihnen eine mögliche Festanstellung versprochen wird. Natürlich wird fast nie einer von denen übernommen.


Mündlich wurden mir noch unhaltbare, grausam menschenverachtende Zustände in solchen Altenheimen gemeldet.

Daher frage ich mich, den Riesen-Eisberg unter der heraus schauenden Spitze im Visier, welche Arten Gel-Schinken und welche Arten Analog-Käse nun diese armen ausgelieferten Alten bekommen, die in früheren Jahrhunderten einmal zur Stütze von Gesellschaften gehörten, in ihrer natürlichen Alters-Gesundheit, nicht einer krank machenden Pflegeheim "Gesundheit", sondern geborgen in einer Groß-Familie, von Freude und Stolz angesichts der Enkel und Urenkel getragen, und weise und erfahrene Ratgeber waren.

________________

Anmerkung1

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635639,00.html
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Beitragvon micha » Mo Jul 27, 2009 12:29:52:

Sind deutsche "Walküren" zu fett? Unverändertes Bildzitat aus Spiegel-Online, keine Satire, keine Persiflage: http://solidarpartei.blogspot.com/2009/ ... -fett.html

Mein schönes Festspiel-Bayreuth früherer Jahre habe ich noch vor Augen! Das Festspiel-Bayreuth von 2009 scheint zu einer Promi-Schau zu verkommen, wie Deutschland selbst. Es gab einen personellen Neuanfang, aber leider keine Neu-Inszenierung dazu. Wie schöpferisch, locker und familiär waren doch die alten Zeiten! Zwischen meinen Studien-Semestern in Hamburg und München hatte ich einen Arbeitsvertrag als Bühnenarbeiter am Festspielhaus. Er trägt die Unterschrift von Wolfgang Wagner.

Ein kleines Detail aus dieser Zeit will ich erzählen. Ich musste das Gold der Riesen Fasolt und Fafner hinter ihnen auffangen. In der damaligen Inszenierung des Rheingold, 4. Akt, wurde das Gold im Austausch mit Freia von Fafner nicht in einen großen Sack geschoben, sondern von ihm nach hinten von der erhöhten Bühne geworfen. Da wartete ich mit schwarzer Kapuze, um es aufzufangen. Das Publikum sollte die Illusion großer schwerer Goldklumpen behalten. Es sollte nicht über hüpfende leichte Schaumgummi-Gold-Klumpen lachen müssen.

Von den Beleuchtungs-Türmen herabschauend erlebte ich den genialen Windgassen. Zusammen mit meinem irischen Freund Christopher las ich auf den umliegenden Wiesen nahe dem Festspielhaus Eichendorff. Dann hörte ich wieder leise auf Zehenspitzen einer Generalprobe zu. Es war eine wunderschöne Zeit.

Am 21/Mai/2009 schrieb ich einen Brief per Email an die Präsidentin des Richard Wagner-Verbandes International e.V., Frau Prof. Eva Märtson, die jetzt den Ehrenvorsitz führt, mit der Bitte, Wolfgang Wagner diesen Brief zu übergeben. Darin empfahl ich die Nation-Hymne. Sie sei antinazistisch. Sie könnte die Verknüpfungen der Familie an Hitler lösen. Wagner sei darin erwähnt. Vielleicht wolle Wolfgang Wagner die Nation-Hymne aktiv unterstützen.

Leider erhielt ich keine Antwort. Stattdessen las ich in Wikipedia Abschnitte über den Antisemitismus Richard Wagners, die abgöttische Wagner-Verehrung Hitlers während seiner Wiener Lunger-Jahre und über seinen späteren Einfluss auf die Deutung des "Parsifal". Alles zusammen, die Ignoranz auf meine Email und der historische Zusammenhang, hat mich veranlasst, die sechste Strophe der Nation-Hymne zu ändern. Richard Wagner wurde heute heraus genommen.


Alte Version der Nation-Hymne sechste Strophe mit Wagner:

    Bachs gemischte große Chöre,
    Schumann, der ins Inn’re dringt,
    Wagner tragend frei erklinge,
    Mozart oder Pop, singt singt!
    Lasst uns musizieren, scherzen;
    draußen sinkt die Abendglut,
    Kinder halten Friedenskerzen,
    Lichter geben Kraft und Mut.

Neue Version der Nation-Hymne sechste Strophe ohne Wagner:

    Bachs gemischte große Chöre,
    Schumann, der ins Inn’re dringt,
    Beethoven uns ganz gehöre,
    Mozart oder Pop, singt singt!
    Lasst uns musizieren, scherzen;
    draußen sinkt die Abendglut,
    Kinder halten Friedenskerzen,
    Lichter geben Kraft und Mut.


Siehe auch http://solidarpartei.blogspot.com/2009/ ... -fett.html
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Beitragvon micha » So Aug 23, 2009 06:43:45:

Hamburger Abendblatt 22/August/2009

Renate Schneider über das "Deutschlandlied" und die Möglichkeiten von Recht und Freiheit in unserem Land.

    Im August 1841, also vor genau 168 Jahren, schrieb der Dichter Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) auf der Insel Helgoland das "Lied der Deutschen". Als musikalische Untermalung diente ihm eine Melodie, die Joseph Haydn (1732-1809) schon 1797 komponiert hatte. Durch eine Verordnung des Reichspräsidenten Friedrich Ebert vom 11. August 1922 wurde dieses Lied dann als "Deutschlandlied" zur offiziellen Nationalhymne der Weimarer Republik. Als Nationalhymne unserer Bundesrepublik wurde das Deutschlandlied dann am 2. Mai 1952 durch einen Briefwechsel zwischen dem Bundespräsidenten Dr. Theodor Heuss und dem Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer bestätigt. Bei staatlichen Anlässen wird ausschließlich die dritte Strophe gesungen: "Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland - danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand. Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand. Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland."

    Wenn wir in fünf Wochen zur Bundestagswahl (27. September) gehen, und das sollten alle Wahlberechtigten tun, sollten wir genau hinschauen, wer der beste Garant dafür ist, dass Einigkeit und Recht und Freiheit in unserem Land bewahrt werden.

    Das wünscht sich

    Ihre

    Renate Schneider

Mein Kommentar als Email:


Sehr geehrte Frau Schneider!

Danke für die erläuternden Worte zum Deutschlandlied und derzeitigen Nationalhymne daraus. Freiheit und Recht sind ja ok. Aber ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Begriff "Einigkeit" nicht mit Grundgesetz und Demokratie übereinstimmt? Ursprünglich war die einmalige Einigung der deutschen Teilstaaten gemeint, um gegen Feinde von außen wie Napoleon zu bestehen. Die Einigung der Weimarer Republik richtete sich gegen Landverluste und gegen ehemalige Feinde, gegen die Pariser Vorortverträge. Die Einigkeit der BRD hat die rückbezügliche Bedeutung der Einheit Deutschland. Sie wirkt revisionistisch im Hinblick auf ehemalige deutsche Ostgebiete. Ist das für Sie ok? Der Begriff war stets Vorläufer diktatorischer Einigkeit mit allen negativen Folgen. Ist das für Sie auch noch ok?

Zurzeit wird die Einigkeit eines Obrigkeit-Staates 1 mit Hilfe des Bundeswahlleiters gegen Basis-demokratische Parteien angewendet, um sie mit illegalen Methoden von der Bundestagswahl auszuschließen.

Besten Gruß
micha vRhein


________________

Anmerkung1

    Bundespräsident Horst Köhler hat am Samstag die 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften offiziell eröffnet... 1000 Sängerinnen und Sänger des Chorverbands Berlin sangen nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnenträger die deutsche Nationalhymne.

Der Massen-Sound stammt von Neonazis. Sie führten in YouTube diesen Sound für alle drei Strophen des Deutschland-Liedes ein. Er gefällt dem Bundespräsidenten Köhler so gut, dass er ihn schon zur 60-Jahrfeier des Grundgesetzes im Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin kopierte, indem er die Nationalhymne von einen großen Chor mit großen Orchester singen ließ. Heraus kam der gleiche suggestiv rührselige Einigkeit-Kitsch wie bei den Neo-Nazis. http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... esetz.html

Der Massenchor wurde zur Leichtathletik WM auf 1000 Stimmen aufgestockt. Geplant ist, dass Hitler-Deutschland wieder aufersteht und ein Millionen-Chor entsteht.
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Beitragvon micha » Fr Aug 28, 2009 00:04:58:

In einem Paltalk-Gespräch wurde ich belehrt. Der Begriff "Einigkeit" in der Nationalhymne:

Wir seien "ein Volk", das sei gemeint, ein Volk, das sich gegen Ungerechtigkeit, Teilung etc. erheben kann.

Darum hatte ich die dritte Strophe innerhalb der Nation-Hymne unverändert eingebettet. Die Alternative zur dritten Strophe des Deutschlandliedes in der Nation-Hymne gefällt mir manchmal besser.

Diese Alternative steht hier:

http://nationalhymne.blogspot.com/2009/ ... lands.html

Die originale eingebettete Strophe steht hier:

http://solidar-partei.de/hymne.html
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Beitragvon micha » Fr Aug 28, 2009 15:15:02:

Wir sollten zusammen über abstrakte Begriffe reden. Sie füllen schließlich die Nationalhymne aus. Abstrakt ist das Gegenteil von konkret. Da die Hymne nichts Konkretes aussagt, kann sie jeder interpretieren, wie er will. An einer kleinen Begebenheit will ich schildern, wie weit es von einem abstrakten Begriff zu einer konkreten Vorstellung noch ist. In der kleinen Geschichte ist eine unverbindliche Floskel, die am Anfang steht. Sind die Begriffe Einigkeit, Recht und Freiheit ebenso unverbindliche Floskeln?

    Gestern wurde ich von einem Engländer mit "Hello, my friend" angesprochen. Dann setzte er sich an einen anderen Tisch und las seine Zeitung. Wie sollte ich "my friend" verstehen? Sollte ich sein "Freund" sein? Wohl kaum, denn wir kannten unsere Namen nicht. Wir hatten uns gegenseitig nicht vorgestellt. Nach dem Essen stand ich von meinem Tisch auf. Er bemerkte es und grüßte freundlich. Bis zum nächsten Mal, sollte es wohl heißen. Seine Freundlichkeit zog mich kurz zu seinem Tisch. Ich sagte zu ihm: "I can be your friend, no problem. Before I be your friend I want to hear a good story from you. Afterwards I decide, if I want to know your name or not." Er hob gleich seine Hand, wischte sich mit dem Handrücken die Stirn und meinte "I did not sleep well, I am a little bit tired". "Not now, another day, it is o.k."

    Dann fragte er mich, wo ich denn herkomme. Aus Deutschland. Und wo er herkomme, aus England. Und von wo genau? Aus London. Dann erzählte ich ihm eine kleine Geschichte vom Reading Room im British Museum, nur eine kleine Impression von Schnell-Schreibern in einem Raum hinter Glas. Er sei zweimal im Reading Room gewesen, sagte er. Während dieser Unterhaltung hatte sich sein Gesicht verändert. Zuvor blickte ich in eine freundliche Maske. Nach dem Satz, hinterher werde ich entscheiden, ob ich seinen Namen wissen möchte oder nicht, blickte ich plötzlich in ein jüngeres Gesicht, das keine Maske mehr war, wie auf den Grund seiner Persönlichkeit. Nun erkannte ich den freundlichen Herrn aus London. Die Maske war weg. Er war der Junge seiner Mutter, ganz einfach, er war er selbst. Schon hatte ich seine Geschichte. Nun will ich auch seinen Namen wissen.


Diese Begebenheit zeigt, dass der Weg von einem abstrakten Begriff oder von einer Wort-Hülse oder einer Floskel hin zu einem wahrhaftigen Gehalt lang ist. Worauf will ich hinaus?

Die REPs, die Republikaner, machen Wahlkampf mit der Parole Deutsch statt Multikulti. Beides sind zunächst einmal abstrakte Begriffe ohne Menschen. Jetzt fängt die Geschichte erst an. Ich frage. Was sind für die REPs die Begriffe DEUTSCH und EINIGKEIT? Wie an den Engländer richte ich nun eine Forderung an die REPs. Sie sollen zuerst Deutschland beschreiben. Zwanzig Sätze würden schon genügen. Dann sollen sie beschreiben, was sie sich unter EINIGKEIT der Deutschen vorstellen. Erst dann könne ich entscheiden, ob ich sie näher kennenlernen möchte oder nicht.

Wir befinden uns also in der Geschichte an dem Punkt der Bedingung, die eine Aufgabe darstellt. Der Engländer zeigte gleich ein offenes und ehrliches Gesicht. Bei den REPs tut sich nichts. Sie existieren förmlich aufgrund hohler Begriffe. Eine Beschreibung Deutschlands oder eine genaue Schilderung der EINIGKEIT kommt nicht. Statt einer sachlichen Beschreibung kommen Hetz- und Hass-Parolen.

Die REPs haben kein offenes Gesicht. Sie wollen Deutschland benutzen, nicht beschreiben, Einigkeit in der Nationalhymne singen, als gehöre Deutschland bereits ihnen. Einigkeit bedeutet für sie, dass sie die Möglichkeit erhalten, ihre "Feinde" mit dem abstrakten Etikett "Multikulti" zu vernichten.

Ist nun verständlich, warum der abstrakte Begriff Einigkeit in der Nationalhymne eine problematische Komponente hat, wenn er von Neonazis gesungen wird? Sie erfanden den Massen-Sound, der eine Einigkeit von Massen suggeriert. Sie wenden ihn für gleich alle drei Strophen des Deutschlandliedes an, damit "von der Mass bis ..." dabei ist.

Der Massen-Sound, abrufbar für jeden über YouTube unter dem Stichwort Nationalhymne, wurde zum Vorbild für Bundespräsident (Wessel)-Horst Köhler, dem dabei offenbar Glücks-Schauer deutscher Größe über den Rücken laufen, da er ihn zweimal kopierte, einmal zur 60-Jahrfeier des Grundgesetzes und dann zur Eröffnung der kürzlichen Leichtatlethik-Weltmeisterschaften. Verweise dazu: http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... esetz.html und viewtopic.php?p=2199#2199



________________

Anmerkung zum Begriff Einigkeit

Sie gibt es nicht. Fallersleben benutzte den Begriff, um die Einheit eines Nationalstaates zu erreichen. Die Einheit war eine Existenz-Frage, lag im Trend, um gegen andere Nationalstaaten zu bestehen. Bismarck führte den Nationalstaat nach 1870/71 in eine Balance friedlicher Koexistenz. Die Uneinigkeit zwischen Kaiser Willhel II und seinem Erfolgs-Kanzler jedoch führte dann zu zwei Weltkriegen. Erst war es kaiserliche Einigkeit der Deutschen bis in den Tod, mit dem explosiven Ergebnis der Pariser Vorortverträge, dann war es die braune Einigkeit, die zu einer noch größeren Katastrophe führte. In einer weiteren seltsamen Einhelligkeit unter dem Begriff Einigkeit führten deutsche Parteien der BRD das Land in eine Schulden-Katastrophe, deren Ausgang absehbar ist.

Die Deutschen haben aus der Geschichte kaum etwas gelernt. Sie werden die Einigkeit auch dann noch anbeten, wenn sie nach der weiteren vierten Katastrophe in ferner Zukunft auch noch eine fünfte erleben werden. Darum singen sie eine National-Hymne, mit dem Problem-Wort Einigkeit gleich am Anfang, weiter bis zum bitteren Ende und weiteren Ende, offenbar weil sie sich selbst anbeten. Die Vision einer "Herrenrasse" ist aus ihnen nicht heraus zu prügeln. Die Nation-Hymne ( http://nationalhymne.blogspot.com/2009/ ... lands.html ) ist für Bundes-Präsident Köhler daher offenbar staatsfeindlich, obwohl die dritte Strophe, die derzeitige Nationalhymne, auch integriert werden kann, wenn es denn gar nicht anders geht. Im Kontext der sieben Strophen Anmerkung2 wäre sie dann "gebändigt". Der alternativen dritten Strophe gebührt aber zumindest Aufmerksamkeit, weil sie keine falschen Illusionen mehr enthält.


Anmerkung2

Selbstherrlich verwertete BP Köhler den Inhalt der sieben Strophen, die ihm bekannt gemacht wurden, flugs in seiner ersten Berliner Rede, wie ein politisches Consulting, ohne die Quelle zu zitieren oder sonst irgendwie abzugelten.
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Beitragvon micha » So Aug 30, 2009 04:03:26:

Die Gloriosa ist ein Teil mitteleuropäischer historisch gewachsener Kultur. Moscheen sind es noch nicht. Sie sind noch zu jung. Vom denkmalpflegerischen Standpunkt aus betrachtet sind es Neubauten, die noch in keiner Denkmalliste erscheinen dürften. Die Nation-Hymne beschreibt die historisch gewachsene Kultur unseres Landes. Die Nationalhymne geschreibt sie nicht.

Der Begriff der Einigkeit darin wird deshalb vom Zentralrat der Muslime in Anspruch genommen ( http://www.zentralrat.de/11208.php ), weil er dehnbar ist. Die CDU verfälscht ihre demokratische Funktion und präsentiert sich wie eine Staatspartei, weil der Begriff dehnbar ist, wie an der Wahlpropaganda der CDU in Erfurt ersichtlich war, siehe oben. Muslime wollen Deutschland dominieren und versuchen, den Begriff "Einigkeit" als Einfalls-Tor zu nutzen. CDU wie Muslime wollen eine indifferente deutsche EINIGKEIT auf ihre Seite ziehen.

Diese Gefahr hatte ich schon lange gesehen. Darum durfte die Nationalhymne nicht auf die dritte Strophe des Deutschlandliedes reduziert werden, wie es Kohl und Weizsäcker getan haben. Der Zusammenhang ist weg. Die hohlen Begriffe kann jeder nach Belieben füllen.

Ich verlange ja nicht, dass sich jeder Deutsche darüber Gedanken macht. Aber ich verlange, dass sich die Vertreter des ausgewucherten "Obrigkeit-Staates" darüber Gedanken machen, einschließlich Kanzlerin und Bundespräsident, denn ihnen obliegt jede Verletzung deutscher Identität durch ihre Amts-Schwüre. Leider trifft der Internet-Schreibtisch - trotz aller diebischer Verwertung - auf eine schier unglaubliche Begriffs-Stutzigkeit.
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Beitragvon micha » So Aug 30, 2009 04:04:01:

Die Gloriosa ist ein Teil mitteleuropäischer historisch gewachsener Kultur. Moscheen sind es noch nicht. Sie sind noch zu jung. Vom denkmalpflegerischen Standpunkt aus betrachtet sind es Neubauten, die noch in keiner Denkmalliste erscheinen dürften. Die Nation-Hymne beschreibt die historisch gewachsene Kultur unseres Landes. Die Nationalhymne geschreibt sie nicht.

Der Begriff der Einigkeit darin wird deshalb vom Zentralrat der Muslime in Anspruch genommen ( http://www.zentralrat.de/11208.php ), weil er dehnbar ist. Die CDU verfälscht ihre demokratische Funktion und präsentiert sich wie eine Staatspartei, weil der Begriff dehnbar ist, wie an der Wahlpropaganda der CDU in Erfurt ersichtlich war, siehe oben. Muslime wollen Deutschland dominieren und versuchen, den Begriff "Einigkeit" als Einfalls-Tor zu nutzen. CDU wie Muslime wollen eine indifferente deutsche EINIGKEIT auf ihre Seite ziehen. Kalkulierte Einigkeit ist immer Manipulation.

Diese Gefahr hatte ich schon lange gesehen. Darum durfte die Nationalhymne nicht auf die dritte Strophe des Deutschlandliedes reduziert werden, wie es Kohl und Weizsäcker getan haben. Der Zusammenhang ist weg. Die hohlen Begriffe kann jeder nach Belieben füllen.

Ich verlange ja nicht, dass sich jeder Deutsche darüber Gedanken macht. Aber ich verlange, dass sich die Vertreter des ausgewucherten "Obrigkeit-Staates" darüber Gedanken machen, einschließlich Kanzlerin und Bundespräsident, denn ihnen obliegt jede Verletzung deutscher Identität durch ihre Amts-Schwüre. Leider trifft der Internet-Schreibtisch - trotz aller diebischer Verwertung - auf eine schier unglaubliche Begriffs-Stutzigkeit.
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Beitragvon micha » So Aug 30, 2009 13:10:22:

Der aggressiven nationalistischen Einigkeit "der" Deutschen des rechten Flügels steht inzwischen eine aggressive muslimische Einigkeit "der" Deutschen gegen das Grundgesetz gegenüber, der Nationalhymne entnommen. Die Partei-politische "Internationale" bekämpft die Partei-politische Hymnen-Einigkeit der CDU bis aufs Messer. Alle wollen ihre "Einigkeit" gegeneinander durchsetzen, notfalls mit Gewalt. Und keiner verschwendet ein einziges Wort über das Land, um zu begründen, warum man es eventuell lieben könnte, weder in der Internationalen noch in der Nationalhymne höre ich ein solches beschreibendes Wort heraus, da ist gähnende Leere, aufgemotzt mit Schlagwörtern, durchtränkt mit Kitsch.

Den etablierten Parteien ist nicht einmal klar, was das "Vaterland" eigentlich ist, ohne gefestigte Verfassung, ohne Friedensvertrag, es ist ihnen nur indirekt bekannt, indem nämlich ein scheinbar unerschöpflicher Steuer-Topf für komfortable Bequemlichkeit sorgt. Macht wird gratis mit geliefert. Das reicht dann schon. Um Wählerstimmen zu fangen, wird den Zuhörern die Nationalhymne als Beruhigungsmittel hingehalten wie in Erfurt. Siehe auch http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... n-gel.html
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Beitragvon micha » Di Sep 01, 2009 21:15:23:

Die "Einigkeit", historisch betrachtet, war stets auf ein Zusammenschluss von deutschen Gebieten bezogen. Stets bestand eine Verbindung zur ersten Strophe "Von der Maas bis ..." Deutsche Katastrophen waren vorprogrammiert.

1. Bildung eines Nationalstaates ab Mitte 19. Jh. Endergebnis: Weltkrieg I
2. Rückgewinnung verlorener Gebiete gegen Pariser Vorortverträge Ergebnis: Weltkrieg II
3. Vorläufige deutsche Einheit von West- und Mittel-Deutschland Ergebnis: Futter für die NPD, Kanalisierung eines nationalistischen "Patriotismus" der gesamten rechten Szene mit erneuter Gewaltbereitschaft mit Hilfe der Nationalhymne, um eines Tages auch die Ostgebiete auf die "Einigkeit" zu beziehen.

Um den Explosivstoff aus dem Wort heraus zu nehmen, fordere ich Kanzlerin Merkel auf, gegen den Widerstand des Bundes-Präsidenten die Nationalhymne zu ändern, damit eines Tages Verhandlungen stattfinden können und kein neuer aggressiver Dauerkonflikt mit negativem Ausgang entsteht. Eine Nationalhymne darf niemals Angriffs-Potential enthalten. Sie darf immer nur - wenn schon versteckt militant - Verteidigungs-Potential enthalten.

Alle schönen Worte, die Kanzlerin Merkel gestern in Danzig fand, können nicht wirklich ehrlich gemeint sein, solange die Nationalhymne als revisionistische Reserve beibehalten wird, mit der ersten Strophe im Hintergrund, und die Nürnberger Kriegsverbrecher-Urteile nicht endlich anerkannt werden. Sie definieren nämlich die Schuldigen aufgrund eines riesigen Kellers voller Belege und befreien Deutsche von einer Kollektiv-Schuld.

Wir haben in Merkel einen schwachen Bundeskanzler. Sie gab korrupten Banken nach, ließ sich erpressen, und versinkt nun verbal im Boden, unfähig, an die genannten notwendigen Korrekturen heranzugehen:

Danzig - Mit einem Bekenntnis zur "immerwährenden geschichtlichen Verantwortung Deutschlands" hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am 70. Jahrestag des Kriegsbeginns der Millionen Toten gedacht. Bei einer Zeremonie auf der Danziger Westerplatte sagte Merkel am Dienstag: "Ich verneige mich vor den Opfern."

Merkel sagte in einer kurzen Ansprache, es gebe keine Worte, die das Leid dieses Krieges und des Holocaust auch nur annähernd beschreiben könnten. "Ich gedenke der 60 Millionen Menschen, die durch diesen von Deutschland entfesselten Krieg ihr Leben verloren haben." Mit Blick auf das zwischen Deutschland und Polen immer wieder umstrittene Thema der Vertriebenen versicherte Merkel, Deutschland wolle seine Verantwortung nicht relativieren. Wenn an das Schicksal der Deutschen gedacht werde, die in Folge des Krieges ihre Heimat verloren hätten, geschehe dies in dem "Bewusstsein der Verantwortung Deutschlands, die am Anfang von allem stand. Dann tun wir das, ohne irgendetwas an der immerwährenden geschichtlichen Verantwortung Deutschlands umschreiben zu wollen. Das wird niemals geschehen", sagte die Bundeskanzlerin.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 93,00.html
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Beitragvon micha » Do Sep 03, 2009 08:47:56:

Nun bediente sich auch Innenminister Schäuble der Nationalhymne am Ende einer Wahlveranstaltung vor 300 Leuten. Die CDU will "Staatspartei" sein.

http://www.suedkurier.de/region/schwarz ... 08,3926132

Schäuble: "Die Menschen brauchen Regeln. Regeln und Grenzen." Mit der Nationalhymne überschritt er Regeln und Grenzen. Sie wird zu einer Parteihymne heruntergestuft, die CDU zu einer National-Partei heraufgestuft. Herr Schäuble braucht Regeln, Regeln und Grenzen. Deutschland braucht Schäuble nicht. Er missbraucht Amt, Partei und Hymne, schadet damit dem Land.

Einst gab es Menschen, die Regeln und Grenzen durchbrachen, um Deutschland zu retten. Sie wurden vom Deutschen Obrigkeit-Staat hingerichtet:

    20. Juli 1952

    Auf Anregung von Angehörigen der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 legt Eva Olbricht, Witwe von General Friedrich Olbricht, den Grundstein für ein Ehrenmal im Innenhof des Bendlerblocks.

    20. Juli 1953

    Ernst Reuter, Regierender Bürgermeister von Berlin, enthüllt das von Prof. Richard Scheibe geschaffene Ehrenmal, die Bronzefigur eines jungen Mannes mit gebundenen Händen.
    Vor dem Ehrenmal befindet sich ein Text von Prof. Edwin Redslob:

    Ihr trugt die Schande nicht
    Ihr wehrtet Euch
    Ihr gabt das große
    Ewig wache
    Zeichen der Umkehr
    Opfernd Euer heißes Leben
    Für Freiheit
    Recht und Ehre
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Beitragvon micha » Sa Sep 05, 2009 05:06:20:

http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... hymne.html


Die Nationalhymne erhebt die Forderung nach einer Vaterland-Einigkeit, die "Glück" verheißt. Unter Wilhelm II und Hitler führte die militaristisch und diktatorisch unterlegte Vaterland-Einigkeit ohne Umwege ins Unglück. In der Weimarer Republik war sie, und in der BRD nach der Wiedervereinigung von West- und Mitteldeutschland, ohne Ost-Deutschland, ist die vaterländische Einigkeit insgeheim auf die Rückgewinnung verlorener Gebiete bezogen. Sie enthält daher, mit dem Text der ersten Strophe des Deutschlandliedes "Von der Maas bis ..." im Hintergrund, eine revisionistische Komponente, die nationalistische Rückeroberungs-Gewalt anlegt und Jugend verführt. Statt auf Verhandlungs-Optionen zu warten wird Gewalt-Phantasie gepflanzt.

Eine andere vaterländische Einigkeit gibt es nicht. Sie widerspräche Demokratie und Grundgesetz. Beispielsweise ist das Fieber, das Wir-Gefühl einer Nation, um das Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft zu gewinnen, keine vaterländische Einigkeit, sondern einfach ein nationales Fußball-Fieber. Vaterländische Einigkeit gibt es bei existenziellen Bedrohungen des Landes. Da es eine solche originäre Bedrohung seit Napoleon nicht gab, bezog sich die Einigkeit stets auf Angriffs-Optionen gegen andere Länder.

Der Konsens einer demokratischen Verfassung oder bürgerlicher Gesetze stehen einer vaterländischen Einigkeit sogar im Wege, wie National-Parteien meinen. Jede hingestellte "vaterländische Einigkeit", bezogen auf ehemalige deutsche Gebiete, müsste mit demokratisch gefassten Beschlüssen und Staats-Verträgen brechen, um Gewaltlösungen zu ermöglichen. Wer rechte Internetseiten durchliest, muss erkennen, dass es theoretisch schon soweit gekommen ist.

Die Nationalhymne erhebt also eine Forderung und gibt ein Versprechen. 1870/71 führte das Glücksversprechen zu einem Teilerfolg, einem Sieg über die Franzosen. Gleichzeitig wurde deutsche Überheblichkeit geboren. Der kolonialistische Nachholbedarf führte in Südwest-Afrika dann zu einem Abschlachten ansässiger Völker. Deutsches Herrschafts-Gebaren zeigte unter vaterländischer Einigkeit ihre ersten unmenschlichen Gesichtszüge.

Danach zeigte das völkerrechtswidrige Auslöschen der Kleinstadt Guernica, wozu kritiklose vaterländische Einigkeit fähig war. Das nationale Glück unter den Nationalsozialisten duldete keine Kritik. Die Machtdemonstration zu Übungszwecken am 26. April 1937 durch deutsche Kampfflugzeuge der Legion Condor, angeführt von Wolfram Freiherr von Richthofen, hinterließ Ruinen und eine ermordete Zivilbevölkerung. So sahen am Ende deutsche Städte selbst aus.

Erst der deutsche Widerstand, zuletzt mit Freiherr von Stauffenberg, brach mit der Einigkeit. Er müsse zum "Staatsfeind" werden, um Deutschland zu retten. "Das akzeptiere ich", sagte er.

Unterschwellige und unbelehrbare vaterländische Einigkeit führte nach 1945 zu einer beschämenden Verdrängung von Schuld und Verbrechen und löste einen Generations-Konflikt aus, den deutschen "Herbst". Die Nürnberger Kriegsverbrecher-Urteile wurden bis heute nicht anerkannt. Stattdessen kommt der Neonazismus hoch, der sich vaterländische Einigkeit wieder auf die Fahnen schreibt. Die scheinbar harmlose Bezeichnung in der Nationalhymne leitet Jugend direkt in das fatale Gedankengut hinein.

Mit keinem Wort begründet die Nationalhymne, warum Deutschland vielleicht eventuell liebenswert sein könnte, ob das Land kulturelle Werte besitzt oder ob sich irgendeine Form harmloser Heimatliebe lohnen würde. Darin unterscheidet sich die deutsche Nationalhymne von nahezu allen anderen anderer Völker rund um den Erdball.

Zum Singen dieser Nationalhymne, die von Helmut Kohl und Richard von Weizsäcker von oben herab diktiert wurde, können mich keine zehn Pferde bewegen. Bundespräsident Köhler will es anders: er bevorzugt neuerdings den 1000-Stimmen-Massen-Chor, so wie zur kürzlichen Einweihung der Leichtatletik-WM, um die nationale Gefühls-Duselei ohne Rücksicht auf den Text - oder gerade wegen des Textes - zu fördern. Ich denke: gerade wegen.

Die schöne Melodie, aus dem 1797 entstandenen österreichischen Kaiserlied von Joseph Haydn entlehnt, hätte einen anderen, unmissverständlicheren und besseren Text verdient, Deutschland einen anderen klügeren Präsidenten. Der jetzige Text als Rudiment des Deutschland-Liedes ist aus einem historischen Kontext gerissen und wurde deshalb reinster Kitsch mit nationalem Aggressions-Potential. Köhler und Neonazis lieben ihn und offenbar sich selbst, Deutschland wohl kaum.

http://online-schreibtisch-micha-vrhein ... rbung.html Nachtrag vom 7/Sept/2009
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Beitragvon micha » So Sep 06, 2009 23:04:14:

Wahlkampf-Endspurt in Düsseldorf mit einer CDU/CSU-Wahlveranstaltung. Das Team „Angieâ€
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Beitragvon micha » Mi Sep 23, 2009 04:23:11:

Die Nationhymne schleppt das Deutschland-Lied in den ersten drei Strophe mit sich herum, korrigiert, was nicht mehr Inhalt sein kann und greift die Ideen Hoffmann von Fallersleben auf, um seine Intentionen zu erhalten und ihn zu würdigen. Die Bindung der Eine-Strophe-Nationalhymne an den Dichter spielt dabei eine Rolle. Das Loslösen fällt schwer. Versmaß und Geist wurden übertragen, Deutschland genauer in Richtung seiner Eigenschaft als Kultur-Nation beschrieben. Daher kamen 4 Strophen hinzu.

Nach allen Überlegungen in den letzten Wochen entsteht nun die Frage, ob es nicht besser wäre, sich ganz vom Dichter des Deutschlandliedes zu trennen, da seine visionäre Euphorie "Deutschland, Deutschland über alles" in der Praxis, im Rahmen späterer Angriff-Kriege, katastrophale Auswirkungen hatte. Auch kann sich die vaterländische Einigkeit nur auf diese Bedeutung beziehen, wie die Vorliebe der Rechten für dieses Lied auch heute noch, in einigermaßen friedlichen Zeiten, beweist.

Nun aber ein völlig neues Lied zu entwerfen gestaltet sich aus meiner Sicht etwas schwierig, da offenbar trotz aller logischen Gründe kein Bedarf besteht. Man will so weitermachen, als ob alle Kritik bedeutungslos wäre.

Die vier ergänzenden Strophen haben freien Fluss, ohne den Hemmschuh, Fallerslebens Deutschlandlied von der Burschenschaft-Ebene auf die Ebene einer Nationalhymne zu bringen. Indessen lassen sich die ersten drei Strophen nicht einfach kappen. Was tun?

Diese Frage ist berechtigt, da die Nationhymne auf Mitarbeit ausgelegt war. Jeder war eingeladen, daran mitzuwirken. Darum meine Frage: Was tun?
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Beitragvon micha » So Okt 04, 2009 02:16:33:

Siehe auch mein Blog: http://online-schreibtisch-micha-vrhein ... itter.html

Nach Anti-Ausländer-Äußerungen ist Thilo Sarrazin in Nöten - die Bundesbank auch. Die Nachrichten über diese Äußerungen stehen ganz oben auf der Tages-Agenda der deutschen Presse. Sie werden von Auländern auch reflektiert, nicht gerade positiv bewertet. Was hat nun der Internet-Schreibtisch vRhein dazu zu sagen, der ja immer Tages-Ereignisse, Meldungen, blanke Fakten und ungefilterte aktuelle Nachrichen zugrunde legt, um kommentierend Zusammenhänge sichtbar werden zu lassen?

Solche Äußerungen sind einfach überflüssig. Sie sind Anklagen, Abrechnungen mit einem status quo, der nun einmal so ist, wie er ist. Deutsche Politik hat diesen status quo herbeigeführt, gelegentlich auch, um Wähler zu erschließen, also aus Partei-Motiven. Integration-Probleme sind entstanden. Ein Haufen Arbeit wurde angehäuft. Ein Land kann deswegen geradezu auch seine Identität verlieren, überlastet sein. Mit Schimpftiraden ist aber niemandem geholfen, weder den alteingesessenen Deutschen noch dem ganzen Integration-Volk, das sich zum Teil nicht integrieren lassen will, weil Herabwürdigung Barrieren geschaffen hat.

Wenn Integration degradierende Vorzeichen hat, entsteht eher Hass, das Gegenteil von dem, was vielleicht ursprünglich beabsichtigt wurde. Negative Äußerungen von beiden Seiten können von Hass geprägt sein. Integration-Aufgaben und -Ansinnen bedürfen einer Wert-neutralen Grundlage. Diese Grundlage ist nicht vorhanden. Belehrung, verbunden mit Degradierung, dominiert.

Dabei ist die Sache einfach. Deutschland muss erst einmal selbst die eigene Identität finden, bevor andere Identitäten anderer Völker erkannt werden können. Beide Seite benötigen Erkenntnis-Tiefe.

Wenn die Identität von Zugereisten, von anderen Völkern mit anderen Religionen würdigend und nicht herabsetzend beschrieben und erkannt wird, kann dann auch die eigene Identität beschrieben und erkannt werden.

Darum existiert eine Nationhymne neben der Nationalhymne. Die Nationalhymne beinhaltet leider eine aggressiv vaterländische Einigkeit mit verheerenden Zerstörungen besonders außerhalb des Landes. Auch die Selbstzerstörung aufgrund falscher "Einigkeit", diktatorischer, befohlener "Einigkeit", ist Teil deutscher Geschichte. Eine vaterländisch verteidigende Einigkeit gab es nur am Anfang, als das Deutschland-Lied gedichtet wurde. Ab 1870/71 dann nicht mehr. Ab dann war verteidigende vaterländische Einigkeit aufseiten der Völker, die von Deutschland angegriffen wurden.

Wir haben also die Situation, dass die nationale Identität in der derzeitigen Nationalhymne ausgerechnet die schlechtesten Seiten unserer Nation betont und insgeheim auf eine Rückeroberung von Ostgebieten zulasten Polens gerichtet ist.

http://michavrhein.blogspot.com/ und http://bundespraesident.blogspot.com/ und http://bundespraesident.blogspot.com/20 ... -sich.html und http://michavrhein.blogspot.com/2009/09 ... tisse.html

Gleichzeitig wird herabsetzende Integration-Politik betrieben. Beides zusammen kulminiert in Äußerungen wie die des Sarrazin aus der Bundesbank heraus.

Der richtige Weg wäre, die bessere Kultur Deutschland in das Identität-Bewusstsein herein zu holen, um dann auch anderen Identitäten anderer Völker gerecht werden zu können. Der richtige Weg ist die Nationhymne im Gegensatz zur Nationalhymne, denn sie beschreibt die eigentliche Identität Deutschlands als Kultur-Nation, nachdem Vergangenheit-Bewältigung geschultert wurde. Sie ist offen. Jeder kann mithelfen, sie zu verbessern. http://solidar-partei.de/hymne.html Anmerkung1


________________

Anmerkung1

Der erste, der höflich, achtungsvoll und in gutem Glauben an eine integere Persönlichkeit dazu eingeladen wurde, war Bundespräsident Horst Köhler. Die Antwort fiel herablassend ignorant aus. Hingegen verwertete er den Inhalt der Nationhymne für seine erste Berliner Rede, in der falschen Annahme, das Copyright sei für solche Zwecke der BRD geschenkt worden. Bis heute fehlt eine Entschuldigung. Ich möchte hier aber nicht über Charakterlosigkeit philosophieren. Das Copyright wurde gebrochen. Irgendeine Vergütung gab es nicht. Kein Dankeschön, keine Erwähnung, keine Reflektion, nur Ignoranz zu einem Thema, das eigentlich für einen Bundespräsidenten ein zentrales sein sollte. Theodor Heuss hätte anders reagiert, andere auch. Stattdessen legte BP Köhler Wert auf aberwitzige Begnadigung-Prozeduren vor bevorstehender Sowieso-Entlassung des inhaftierten Ex-Terroristen Christian Klar, um als Gnaden- oder Ungnade-"Monarch" im Mittelpunkt der Medien zu stehen.
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Beitragvon micha » So Okt 11, 2009 14:06:40:

Spiegel Online als Bericht-Quelle:
Zehntausende Menschen haben in Leipzig der friedlichen Revolution vor 20 Jahren gedacht, für Gesprächsstoff sorgt jetzt ein einzelner Mann: Bundespräsident Horst Köhler hat sich offenbar für seine Rede unwissentlich auf falsche historische Fakten aus einem bekannten Buch verlassen. . .

Bei Zeitzeugen und Historikern stieß vor allem folgende Passage der Rede auf Widerspruch: "Zeugenaussagen und Dokumente belegen: (...) Vor der Stadt standen Panzer (...) und in der Leipziger Stadthalle wurden Blutplasma und Leichensäcke bereitgelegt."
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) teilte mit, diese Darstellung zur Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 sei nicht korrekt. Nach Recherchen des MDR gab es weder Panzer vor der Stadt noch seien Blutplasma oder Leichensäcke bereitgestellt worden. Der Bundespräsident habe seine Angaben wahrscheinlich aus einem bekannten Buch, das teils falsche Fakten nenne, sagte der Leiter der Feature-Redaktion beim MDR-Hörfunk, Ulf Köhler. Seine Redaktion hat die Befehlsakten der DDR-Machthaber aus dem Herbst 1989 studiert.


Oben hatte ich in meiner Anmerkung1 gerade soeben erst darüber berichtet, dass Bund-Präsident Köhler nicht zu zitieren geruht. Er schmückt sich gern mit fremden Federn. Nun ist er hereingefallen. Er fiel auf falsche Fakten rein und kann sich auf kein Zitat berufen. Erst Journalisten, die er jüngst rügte, mussten den Diebstahl an Wissen herausfinden und Quelle wie Ursprung eruieren.

Seine erste Berliner Rede verwertete, ebenfalls ohne Zitat, meine Nation-Hymne, die ihm anlässlich der bevorstehenden Fussball-WM 2006 von mir zugeschickt worden war. Er wurde gebeten zu überlegen, den Text vielleicht vorzustellen, um ein Gröhlen der ersten Strophe des Deutschland-Liedes durch Neonazis während der WM zu verhindern. Den Neonazis könne durch einen unbedenklichen Text der Wind aus den Segeln genommen werden, schrieb ich ihm begleitend. Stattdessen verwertete er den Text der Nation-Hymne ( http://solidar-partei.de/hymne.html ) für seinen persönlichen Erfolg in Berlin. Und er war sehr erfolgreich damit. Die Presse fiel förmlich aus dem Häuschen und schrieb: "Horst? Wer" - einen Lorbeer-Kranz gab es für den Präsidenten, eine Abfuhr für micha vRhein durch seinen Sekretär aus dem Bundespräsidial-Amt, eine widerliche ignorante Abfuhr von oben herab, kein Dankeschön, geschweige denn eine Vergütung für jahrelange Arbeit an der Hymne, deren Text er als willkommene Rosine geschwind in seinem verwertenden Kröpfchen verschwinden ließ.

Diesen Erfolg mit seiner ersten Berliner Rede von damals wollte Köhler nun wiederholen und ging mittels Copyright-Verletzung so sehr ins Detail, als sei er noch weit mehr als der Sonnengott Ludwig XIV persönlich, nämlich ein Präsidial-Gott der Deutschen, der alles weiß, dem von weit oben nichts entgeht, der alle Umstände im Detail und alle Deutschen in ihrem Wesen zu erkennen glaubt, so wie neulich auch die Journalisten, die er rügte und aus dem Paradiese der Demokratie vertrieb http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 85,00.html.

Korrigieren soll nun wieder sein Sprecher aus dem Präsidial-Amt, wie schon bei der Vergabe des Bundesverdienst-Kreuzes erster Klasse an Felicia Langer. Nachdem Köhler mithilfe der Verdienst-Kreuz-Vergabe Juden gegeneinander ausspielte, verdächtig ähnlich wie seinerzeit Adolf Eichmann, der Judenräte für seine Zwecke benutzte, folgte zunächst kein Kommentar, dann eine quälende Entschuldigung durch seinen Sprecher im Präsidial-Amt, eine Belehrung durch einen Boten an "minderwertige" Fragesteller auf tieferer Ebene, anstatt sich persönlich zu äußern.

[quote]Zum ersten Mal seit 1945 wurde in Deutschland wieder ein Orden für besonders engagiertes Vorgehen gegen Juden verliehen. Bundespräsident Horst Köhler hat am Donnerstag die in Deutschland lebende israelische Anwältin und Vorzeige-â€
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