Islam in Deutschland

Deutschland auf den Terrassen seiner schöpferischen Väter - Goethe, Dürer, Schlüter, Kant, Beethoven, Adenauer ...

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Islam in Deutschland

Beitragvon micha » So Nov 14, 2004 21:01:54:

Religionsfreiheit hat eine gesetzliche und eine emotionelle Komponente. In Holland wurde die Religionsfreiheit seit der Ermordung des islamkritischen Filmemachers Theo van Gogh gesetzwidrig eingeschränkt. Gewalt und Brandsätze gegen Moscheen und Koranschulen schränkten sie noch mehr ein, ebenfalls gesetzwidrig. Gesetze werden über den Haufen geworden, wenn sich islamische Aggression und Volkszorn vermischen. Auf beiden Seiten sind es die Extremen, die Gewalt ausüben. Dahinter stehen die Lager der Gefühle.

Der Islam will in seiner fundamentalistischen Form keine Religionsfreiheit. Er will das islamische Gesetz. Er will seine Gottesvorstellung mit Gewalt durchsetzen.

Im Süden Thailands, im Norden von Nigeria, im ganzen Nordteil der Elfenbeinküste, im Sudan und an vielen Schauplätzen mehr üben islamische Bevölkerungsteile Druck aus. Plötzlich ist überall Krieg. Terroristen sind heute extremistische Muslime, abgesehen von Separatistenbewegungen wie der Eta oder dem organisierten Verbrechen zum Beispiel in Bolivien. Das sind lokale Terrorgruppen. Der Islam operiert weltweit. Deutschland ist nur ein Teil davon.

Dagegen will die ohnmächtige deutsche Regierung im eigenen Land mit Deutschunterricht und der Vorschrift, dass in Schulen mit Islamunterricht Deutsch gesprochen wird, Integrationserfolge erzielen. Es wird sie nicht geben. Leider. Wir müssen das potentielle Pulverfass nun einmal annehmen und dürfen uns nicht trösten, so als sei die Realität nicht vorhanden. So ehrenhaft der Innenminister auch kämpft, vergangene Fehler lassen sich jetzt nicht mehr ausbügeln.

Was wäre nun die Konsequenz? Friedliebende Muslime an der Mitarbeit gegen Extremisten in ihren eigenen Reihen beteiligen? Dieser Zahn kann dem Innenminister gezogen werden. Es wird nicht zu blombieren sein. Angst regiert bereits.

Die Konsequenz wäre, das Traditionsalter des Islam in Deutschland immer wieder zu betonen. Der Islam hat hier kein Traditionsalter. Neubauten von Moscheen und immer mehr Koranschulen dürfen einfach nicht mehr zugelassen werden.

Religionsfreiheit kann nur mit harmlosen Religionen funktionieren. Darum muss die Religionsfreiheit in Deutschland bezogen auf den Islam eingeschränkt werden. Statt eines Pulverfasses, das immer größer wird, wird ein kleineres gebraucht, gegen das sich Deutschland noch wehren kann, wenn es explodiert. Es wird explodieren.
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Beitragvon micha » Do Nov 18, 2004 20:39:26:

Wir haben bereits eine Geschichte falscher Entscheidungen. Damit müssen wir nun leben. Wir müssen uns anhören, wie ich heute im TV sah, dass wir bereits als "Nichtgläubige" und "nutzlos" bezeichnet werden, und das im eigenen Land. Zu hören war dies von Predigern des Islam in Deutschland.

Bleiben wir aber bei der gegenwärtigen Struktur, die wegen vieler Fehlentscheidungen unserer Politik so entstand. Wir können sie nicht einfach von Heute auf Morgen lösen. Raus mit ihnen und gut, das geht nicht. Es sind Menschen.

Aber wir können anfangen, ganz geduldig Vorschläge für Regelungen, Gesetzesänderungen, Verhaltensweisen zu machen, so dass Verlorenes wieder ein wenig zurück gewonnen werden kann. Es gibt dringende Forderungen, dann wieder Ansätze, die später angegangen werden können.

Die erste Forderung wäre: Deutsch lernen lassen. Gutes Deutsch als Voraussetzung für jedweden Unterricht einzufordern.

Die zweite Forderung wäre: Straffere Gesetze gegen Kriminalität, die bei Ausländern zur Abschiebung führen muss. Dies bedingt, dass bei einer Einreise oder Einbürgerung bereits entsprechende Verträge geschlossen werden, sodass ein eventuelles Abschiebeland, das ursprüngliche Heimatland möglichst, von vornherein fest steht.

Die dritte Forderung wäre: Änderung des Asylrechts. Wir können uns nicht mehr leisten, politisch Verfolgte auf Dauer aufzunehmen. Als Gäste auf Zeit ja, aber nicht auf Dauer einbürgern müssen.

Die vierte Forderung wäre: keine "Parallelgesellschaften" entstehen zu lassen. Ausländer müssen verteilt werden. Das kann schon für Jugendliche gelten. Es darf nicht sein, dass sich hier bei uns eine Religion einnistet, die Mischehen mit unseren jungen Leuten verbietet. Ein ganz wichtiger Punkt.

Die fünfte Forderung wären Erziehungsmaßnahmen (schreckliches Wort). Man kann ja den vielen Muslimen einen Feiertag zumindest gönnen. Das wäre sogar ein Beispiel für gute Gastfreundschaft. Wenn aber radikale Muslime hier bei uns irgendetwas anrichten, dann muss eine Streichung dieses Feiertags sofort möglich sein. Oder die Streichung einer anderen Vergünstigung. Dann müssen die unschuldigen Muslime eben für die Schuldigen leiden. Das Leid hat ein erträgliches Maß.

Einige weitere Forderungen könnten mir später noch einfallen. Fünf reichen für Heute.
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Die Welt braucht den liebenswürdigen Islam

Beitragvon micha » So Nov 21, 2004 20:39:29:

20.000 Menschen demonstrierten am Sonntag in Köln gegen Terror und islamischen Extremismus. Die Demonstration endete friedlich. Türkische Organisationen hatten die Demo initiiert.

Damit hatte ich bisher Recht, dass die Türkei das eigentliche Bollwerk gegen den islamischen Fundamentalismus und Terrorismus sein wird. Ich hatte einen Beitritt in die EU befürwortet, weil das Argument, nur die Türkei habe neben dem Mossad den dringend benötigten Geheimdienst, in mehrerer Hinsicht die Einsicht-Möglichkeiten, um Europa vor massivem Schaden zu bewahren und zu schützen. Ohne die Türkei wären wir in Europa geradezu ausgeliefert.

Nun zeigt sich, dass die Furcht vor den Terroragenten des Al Qaida Netzwerkes, des Iran, der pakistanischen und ägyptischen Hetzschulen und des Saudi-Arabischen Untergrundes der Walhabiten noch nicht auf einen Großteil der türkischen Muslime übergegriffen hat. Oder sie sind noch stark genug, um sich zu wehren. Diese Demonstration ist ein großer Hoffnungsschimmer für Deutschland, geradezu eine Befreiung von der fortschreitenden Umklammerung durch Terrorangst und damit generell Angst.
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Beitragvon micha » Fr Jul 22, 2005 15:16:59:

Italien beschließt nach den Anschlägen in London, am 7.7.05 und Gestern, schärfere Antiterror-Gesetze, die auch eine schnellere Ausweisung von Verdächtigen ermöglichen und anwaltliche Rechte etwas zurückdrängen, damit die Polizei erst einmal Verhöre durchführen kann. Solche Gesetze führen zu einem Polizeistaat, in dem solche Gesetze mehr und mehr auch für andere Gruppen, außer den verdächtigen radikalen Muslimen, angewendet werden.

Darum hatte ich Notstandsgesetze vorgeschlagen, die gezielt gerichtet sind, die übrige Bevölkerung verschonen, keinen Polizeistaat in dem Ausmaß hervorrufen und später wieder abgesetzt werden können, wenn die Gefahr vorüber ist.

Im Augenblick liegen die europäischen Großstädte mit aller ihrer Kultur, mit allen ihren hochsensiblen Strukturen, blank, wie bereit zum Abschuss. Die Menschen haben Angst, da wo schon Terror war. Dieser wird immer unverschämter und weidet sich an der Angst der Zivilbevölkerung. Der Terror schmückt sich mit islamisch-religiösen Lorbeeren und jubelt im Hintergrund. Auf Internetseiten drängen sich die Bekenntnisse, um das sicher geglaubte Wohlgefallen Allahs zu erhalten und sich paradiesische "Jungfrauen" seitens der jungen Männer zu sichern. Leider sind die "Jungfrauen" ein Übersetzungsfehler aus dem Aramäischen ins Arabische, das damals sprachlich in den Kinderschuhen steckte. Der falschen Übersetzung "Jungfrauen" liegen "Tauben" zugrunde, damals ein Zeichen für Wohlstand. Den jungen Männern aber wird erzählt, "Jungfrauen" werden ihnen zu Diensten sein.

Zwischen unbedenklichen Muslimen, die sich noch nicht von Hetzpredigern haben beeinflussen lassen, und den Radikalen gibt es eine Grauzone, Menschen, von denen man nicht weiß, wo sie stehen. Wenn ich vorschlug, Notstandsgesetze zu beschließen, dass für einen Terror-Toten zehn und mehr Muslime aus dem Verdächtigenbereich sanft ausgewiesen werden, am besten in ein gesichertes Lager im Irak, dort vielleicht zwei Tage gehalten werden, damit ihnen etwas Geld gegeben werden kann, damit sie sich nach der schnellen Entlassung selbst zurecht finden können, dann war damit verbunden, auch eventuell einmal Unschuldige aus dem beschriebenen Graubereich mit ausweisen zu müssen. Aber gerade darin liegt die Wirkungskraft solcher humanen Gesetze, die niemanden einsperren, töten oder quälen, sondern nur höflich behandelt Ausweisungen ermöglichen.

Meine Art der Ausweisungen ist mit einer Rechnung verbunden, die der Al Qaida dann bekannt ist. Ausweisungen durch die polizeilichen Verhöre hindurch nimmt allmählich inhumane Formen an.

Die Verknüpfung von unschuldigen Terroropfern und möglicherweise auch einmal unschuldigen Muslimen, die ausgewiesen werden, ist das Geheimnis. Dann nämlich entsteht ein spürbarer Schutz für die Bevölkerung, aus folgendem Grund:

    1. Die anständigen Muslime sind erst dann daran interessiert, Terrorverdächtige an die Behörden zu melden, denn dann beugen sie einer möglichen Ausweisung vor.

    2. Die westliche Bevölkerung fühlt sich einwenig geschützt.

    3. Die Gewaltbereiten werden auf jeden Fall spürbar weniger.

    4. Mehr verdächtige Muslime erhalten erkennungswichtige Merkmale in den Antiterrorkarteien.

    5. Eine Wiedereinreise macht erst recht verdächtig.


Natürlich ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass Familien auf Wunsch nicht getrennt werden. Dann werden diese Wünsche erfüllt. Der Staat greift einwenig tiefer in die Tasche, um den Ausgewiesenen eine einmalige Unterstützung zu geben.
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Beitragvon matth » So Jul 24, 2005 12:22:32:

Solche Lösungen, wie du sie vorgeschlagen hast, micha, sind ja noch recht human. Später, wenn alles eskaliert, dann werden Unschuldige plötzlich millionenfach ins Verderben geschickt.
Die Stärke der Mathematik beruht auf dem Vermeiden jeder unnötigen Annahme und auf ihrer großartigen Einsparung an Denkarbeit (Ernst Mach).
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Beitragvon micha » Mo Feb 20, 2006 02:29:17:

aus FAZ, wiedergegeben in Spiegel Online:

19. Februar 2006

DEBATTE

Raus aus der Defensive!

Islamunterricht, Moscheenbau, Lehrstühle: Der Westen braucht endlich eine Strategie im Umgang mit dem Islam. Wie die aussehen muss, beschreibt Nils Minkmar.

Manche machen keine langen Sätze mehr. Die beiden amerikanischen Sicherheitsexperten Daniel Benjamin und Steven Simon beginnen ihr Buch "The Next Attack" mit zwei Wörtern: "Wir verlieren." Der linke französische Journalist Guillaume Dasquié gab seinem Sachbuch über die Effektivität westlicher Geheimdienste im Kampf um den Terror gleich den Titel: "Al Qaida wird siegen."

Und wo die Sätze länger werden, klart es noch lange nicht auf: Mostafa Danesch warnt in seinem "Krieg gegen den Westen" vor einem Erstarken Irans und insbesondere vor einer Zusammenarbeit zwischen Teheran und den irakischen Schiiten. Eine schiitische Macht am Golf mit frischem revolutionären Elan wäre, so Danesch, sehr gut aufgestellt, die ganze Region zu destabilisieren. "Wie Kartenhäuser könnten die US-freundlichen Regime am Golf und am Hindukusch zusammenfallen: Pakistan, Saudi-Arabien und Afghanistan." Nun kommt die schlechte Nachricht: Das Buch ist zwei Jahre alt, und die von Danesch prognostizierte Entwicklung findet gerade statt. Vorgestern erst forderte der iranische Außenminister die britischen Truppen auf, Basra zu verlassen. Das pakistanische Regime wird mit den Cartoon-Protesten kaum fertig, und der Machtbereich Karzais in Afghanistan beschränkt sich auf den Großraum Kabul.

Um die Lage zu beschreiben, reichen zwei Sätze von Maureen Dowd aus der "New York Times": "Früher brauchte es einen Einmarsch der israelischen Armee, um die arabische Welt in Aufruhr zu versetzen. Heute reichen dänische Cartoons."

Das Bild Europas ist unterdessen das des müden, graugesichtigen Javier Solana, der sich permanent zu entschuldigen scheint und beteuert, Europa werde die Palästinenser nicht fallenlassen. Und dabei die Tatsache ignoriert, daß die palästinensischen Wähler das umgekehrt gerade getan haben. Vor lauter Furcht wird nicht einmal der tätliche Angriff auf diplomatische Vertretungen - früher ein erstklassiger Kriegsgrund - mit einem Abbruch der Beziehungen beantwortet. Sondern gar nicht. Der Mann wirkt wie ein Sinnbild der europäischen Diplomatie: nett, ratlos und ängstlich.

Der französische Philosoph Jean Baudrillard beschreibt es so: "Frankreich und Europa haben die Initiative verloren. Sie sind einer Abfolge unvorhersehbarer Rückschläge ausgeliefert."

Was haben sich die Islamisten wohl für die Zeit nach der Karikaturenkampagne überlegt? Ein spektakulärer Mord an einem Islamkritiker im Theo-van-Gogh-Stil? Wieder ein Bombenanschlag? Der nächste ganz große Angriff?
Seit dem 11. September 2001 geben die islamischen Terroristen, gibt Al Qaida das Tempo vor. Und der Westen stolpert mit militärischen Aktionen hinterher, meist genau dorthin, wo man ihn haben wollte und bequem angreifen kann. Jeden Tag.

Als originelle deutsche Antwort auf den Terror muß schon das Luftsicherheitsgesetz gelten, das, vier Jahre danach, den Fall einer exakten Replik der Attentate vom 11. September gesetzlich regeln würde. Es ist, als hätte der amerikanische Kongreß 1967 ein Gesetz gegen den Gebrauch von Schußwaffen in Schulbuchlagerhäusern bei Präsidentenbesuchen erlassen. Voodoo statt Politik.

So kann es nicht weitergehen. Europa braucht statt solch folkloristischer einzelstaatlicher Gesetze eine Strategie im Kampf gegen den Islamismus. Und wir brauchen sie gestern. Das Bild muß schärfer werden. Das wirksamste Instrument, über das der Westen verfügt, ist die kritische, öffentliche Selbstreflexion. Bloß sollte man ab und an auch von ihr Gebrauch machen. Dann kommt man schnell darauf, daß Europa keine Folter, Geheimgefängnisse und rechtsfreien Räume dulden kann. Ebensowenig ist es hinnehmbar, daß Haßprediger und Gewaltverherrlicher, wie jene, die im Londoner Hyde Park Morddrohungen gegen die europäische Zivilbevölkerung ausstoßen, frei herumlaufen. Man darf sich auch nicht naiver stellen, als man ist.

Diese offensive Strategie erfordert eine Anstrengung ungeahnten Ausmaßes. Sie beginnt mit einer scharf konturierten Außenpolitik und endet noch lange nicht in einer entschlossenen kommunalen Integrationspolitik. Denn die Millionen europäischer Muslime verharren in diesem Kampf noch zu oft stumm zwischen den Fronten. Sie müssen zu Verbündeten werden. Aber das wird dauern und - wie alles im Leben - seinen Preis haben.

In einem seiner letzten "Bild"- Kommentare im Dezember 2004 schrieb Peter Boenisch (bekanntlich kein von der Schönheit des Multikultigedankens verzückter Brausekopf) zum Thema eines deutschsprachigen Islamunterrichts, damals ein Vorschlag von Renate Künast: "Kühn gedacht, Frau Künast. Aber Mädelchen, du gehst einen schweren Gang. Unsere verkrustete Gesellschaft wird diesen vernünftigen Gedanken plattmachen. Erst mit dem Hinweis, daß kein Geld da ist, und dann mit dem erhobenen Zeigefinger christlicher Werte. Durch die deutschen Lande wird die alte Leier tönen: Bloß nichts Neues versuchen, was uns neue Chancen zu einem vernünftigen Miteinander gibt."

Nun geht es gar nicht mehr anders. So wie es Bismarck unternahm, die Arbeiter mit Sozialgesetzen und dem allgemeinen Wahlrecht mit dem Nationalstaat zu versöhnen, so muß auch der öffentlich geförderte Bau von Moscheen und der deutschsprachige Islamunterricht an Regelschulen durchgesetzt werden. Beide Themen köcheln seit Jahrzehnten vor sich hin. Sie haben Schwierigkeiten und Tücken. Aber ein Land, das eine gewaltfreie Wiedervereinigung durchgeführt hat, kann auch diese Probleme lösen, wenn der politische Wille da oder die Not groß genug ist. Solche Gesetze und Staatsverträge bringen mehr Sicherheit als jedes Flugzeugabschußgesetz.

Erste Schritte sind gemacht. An der Universität Osnabrück wurde ein von den muslimischen Gemeinden anerkannter Lehrstuhl für Islamstudien eingerichtet, der einen Aufbaustudiengang für Pädagogen anbietet, die später auf deutsch und an staatlichen Schulen einen ordentlichen Islamunterricht durchführen können. Solch einen Lehrstuhl braucht jedes Bundesland. Professoren für Islamstudien sind deutsche Beamte. Zugleich bilden sie - mit den aus den Studien hervorgegangenen Studienräten für Islam - auch ganz unvermeidlich so etwas wie die soziale Keimzelle einer muslimischen bildungsbürgerlichen Schicht in Deutschland. Und obendrein sind sie der Öffentlichkeit kompetente und transparente Ansprechpartner.

Schließlich: Der Islam verliert jeden Reiz des Provokanten auch unter den hitzigsten Jugendlichen mit Migrationshintergrund, wenn es jeden Montagmorgen Wissensfragen zum Leben des Propheten zu beantworten gilt.

Schnellstmöglich müßten islamische Gemeinden einen öffentlich-rechtlichen Status erhalten, Kirchensteuer erheben und die Fernsehräte beschicken dürfen.

Das werden echte Anstrengungen. Zu diesem Prozeß gehört auch der ausgewachsene, faire Streit zwischen den Weltanschauungen, über die Rolle der Frau, die Homosexuellen und die Weltlage. Das gegenseitige Ignorieren war sicher bequemer. Die schweren Probleme im Milieu der Migrantenfamilien - die schlechten Bildungsstandards, die mangelnden Deutschkenntnisse, die Gewaltbereitschaft - werden auch noch mal ganz eigene Maßnahmen von Staat und Gesellschaft erfordern.

Umgekehrt müssen die gutausgebildeten, cleveren Jugendlichen - und es gibt davon mehr, als man annehmen möchte - besonders gefördert werden. Nichts festigt den Glauben an den guten Willen einer Gesellschaft wie der soziale und symbolische Aufstieg von Töchtern zu Lehrerinnen, von Söhnen zu Rechtsanwälten. In derart auf regionalen, religiösen und parteipolitischen Proporz fixierten Institutionen wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten müßte es möglich sein, endlich eine angemessene Repräsentanz von Menschen mit langem Namen und anderen Hautfarben zu erreichen, auf dem Bildschirm und selbst mal in Nachrichtensendungen. Als Moderatoren und Reporter wohlgemerkt, nicht bloß im Film als fahnenschwingende Schreihälse, die dänischen Havarti in Brand setzen.

Deutsche, Europäer muslimischen Glaubens können am besten deutlich machen, wo die Kampflinie verläuft: keineswegs zwischen Christen und Moslems, Arabern und Weißen, Türken und Juden, sondern zwischen Mördern und Demokraten. Diese Linie müssen wir auf allen Politikfeldern im Blick behalten. Es kann nicht sein, daß mit den mächtigen Despoten in Teheran, Kairo und Damaskus geschäftliche, politische und sogar nachrichtendienstliche Verbindungen gepflegt werden, während einbürgerungswillige Habenichtse erst mal und grundsätzlich verdächtigt werden.

Neben einem schärferen Bild brauchen wir auch effizientere Polizeistrategien. Am vergangenen Donnerstag äußerte sich der französische Innenminister Nicolas Sarkozy in einer Rede in Berlin entsetzt über die mangelnde Kooperation der Sicherheitskräfte und Immigrationsstellen in Europa. "Warum sind die innereuropäischen Grenzen für jeden Verbrecher durchlässig, aber nie für Polizisten?" Um die ewigen Beschlußverfahren zu beschleunigen, favorisiert er eine Art G-6-Rat der Innenminister der großen EU-Staaten, die das Tempo vorgeben. Auch hier läuft uns die Zeit davon.

Guillaume Dasquié, der eine Zeitlang eine Internetseite mit Nachrichten aus der intelligence community betrieb, zeichnet ein schonungsloses Bild der Schwäche, vor allem aber der schieren Langsamkeit der französischen Dienste. Selbst die Existenz eines radikalen salafistischen Gebetsraums im Sicherheitsbereich des Pariser Flughafens Roissy sei den Diensten verborgen geblieben. Er dokumentiert viele solcher Fälle mehr: freigelassene Verdächtige, geförderte muslimische Wohltätigkeitsorganisationen, deren Wohltat dem Terror galt. Dasquié schließt das düstere Buch mit dem Hinweis, mancher habe es bedauert, daß unsere Gesellschaften keine großen politischen Projekte mehr zu entwickeln verstünden: "Hier wäre eines."

Wir müssen schneller werden. Wir brauchen eine Offensive, eine Strategie, die den Horizont erweitert, statt einer Taktik, deren Blick vom jeweils von den Islamisten vorgegebenen Einzelfall gebannt bleibt. Wir haben keinen Kampf der Kulturen, wenn in Berlin, Marseille und London 99,9 Prozent der Muslime zu Hause bleiben, während einige Eifrige gegen Dänemark protestieren. Wir bekommen ihn aber in vollem Ausmaß, wenn wir weiterhin den Islam in Europa ignorieren, statt ihn zu adoptieren, immer bloß reagieren, Despotenregime stabilisieren und den Terror durch fleißigen Ölkonsum täglich finanzieren.


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SPIEGEL ONLINE hat den Text mit freundlicher Genehmigung der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" übernommen. Die von der "FAS" gepflegte alte Rechtschreibung haben wir beibehalten.


Hier erst einmal das Zitat. Der Artikel repräsentiert einen Teil europäischer Politik, die Flucht nach vorn zu ergreifen und einen vermeintlich "besseren" Islam, möglicherweise den sogenannten Euro-Islam, vollständig zu integrieren, Kirchensteuern auf ihn auszuweiten, Schulen und Universitäten mit dem Islam zu versorgen, neue Islamschulen zu gründen und zu hoffen, dass danach europäische Lehrer diese Religion besser vertreten, als es in Moscheen, die aus dem Boden schießen, geschieht.

Diese Politik läuft darauf hinaus, die Gegensätze zwischen christlicher und muslimischer Religion, den Ikonoklasmus des Islam, das islamische Recht, die Scharia, in Europa aufzutürmen. Das Christentum ist nicht in der Lage, europäische Werte durchdringend zu definieren und in die Gesellschaft zu integrieren, auch der Islam soll ermächtigt werden, seine Werte in die Gesellschaft zu integrieren: es kommt dann zu einem Wettstreit sich widersprechender Vorstellungen, schlimmstenfalls zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Im Gegensatz zum Christentum ist der Islam in der Lage, religiöse Werte durchdringend in einer Gesellschaft zu integrieren. Nur durch eine Annäherung an das Modell eines Gottesstaates ist dieses Endziel allerdings zu erreichen. Daher beinhaltet der Islam ein diktatorisches Prinzip, das keine Kritik erlaubt, und ein Verdrängungsprinzip, das Widerstände gegen islamische Glaubensdiktate aus dem Wege räumt. Die islamischen Werte beginnen mit Herabwürdigung dieser Hindernisse. Europa repräsentiert die Lebensart des verhassten Westens, die fortwährend gegen islamische Glaubensmaximen verstößt. Diese Lebensart muss automatisch herabgewürdigt werden, damit sich der Islam auf Kosten anderer Religionen ausbreiten kann. Die Ausbreitung ist deshalb sein Ziel, weil Muslime erst dann vor allen Versuchungen einer angeblich ungläubigen und dekadenten Lebensart geschützt werden können. Erst dann wird Friede sein.

Dem "Lügengebäude" des Christentums, das darin besteht, ständig Gutes exportieren zu sollen, ohne die eigenen Seelen genügend reinigen zu können, steht dann eine vermeintliche Seelenreinigung durch den Islam gegenüber, der eine Gottesvorstellung eines absoluten und allmächtigen Allah wie ein Diktat ausbreitet und in Europa praktisch das Zweitstudium Europa-fremder, in seiner Geschichte unbekannter Riten und Rituale erzwingt.

Vergessen werden zur Zeit andere Religionen völlig, wie der Artikel offenbar belegt. Dem Islam wird eine Priorität zugestanden, die mit seiner aggressiven und gelenkten Ausbreitung Hand in Hand geht.

Mein Aufenthalt in Thailand läßt mich die Islam-Freundlichkeit mit etwas anderen Augen sehen. Thailand konnte das Christentum im wesentlichen heraushalten, und erst recht den Islam, der in der Geschichte Indiens, nicht weit entfernt, wütete und zerstörte. Das kleine Land blieb bei einem originalen Buddhismus. Die Achtung vor buddhistischen Mönchen in der Bevölkerung ist groß und tief verwurzelt. Sie sind es, die den Buddhismus studieren, eine Universität in Bangkok unterhalten, Tempel und Anlagen bauen und darin diszipliniert arbeiten. Damit sie bauen, leben und studieren können, gibt die Bevölkerung Geld und Gaben, freiwillig. Kein Mönch darf um Gaben bitten.

Die Ehrfurcht einfacher Bürger auch beim Geben selbst habe ich gesehen.

Außer dem Christentum und dem Islam existieren geistige Welten voller stiller Ehrfurcht, die Aggressionen aus der Gesellschaft herausnehmen und zu einem friedlichen und weitgehend harmonischen Zusammenleben in Frieden hinführen.
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Beitragvon micha » Fr Aug 29, 2008 06:54:21:

Spiegel Online heute:
KLARE MEHRHEIT
Kölner Stadtrat stimmt für umstrittene Großmoschee
Der Bau der bisher größten Moschee in Deutschland kann beginnen - so hat es der Rat der Stadt Köln am Abend entschieden. SPD, Grüne, FDP und Linke stimmten dafür, die CDU überwiegend dagegen.

Deutsche Identität kam früher ohne den Islam aus. Bevor Deutschland eine gemischte Identität annimmt, müsste geklärt werden, ob Misch Ehen ohne religiöse Vorgaben möglich sind oder nicht. Entsprechend dem Grundgesetz müssten sie es sein. Sind sie es nicht, besteht darin ein Verstoß gegen das Grund Gesetz. Dieser Verstoß müsste eigentlich dazu führen, dass mit Baugenehmigungen von Moscheen noch abgewartet wird, bis die grundgesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Da nun aber trotzdem gegen grundgesetzliche Vorgaben entschieden wird, muss auch der Einfluss islamischer Organisationen geprüft werden. Vor allem aber sollte der Islam selbst hinterfragt werden. Wir haben zwar Religions Freiheit. Dennoch sollte eine Religiion in sich plausibel sein. Der Islam scheint es nicht zu sein. Dafür gibt es Gründe. Ein sehr merkwürdiges Werte System wird mit dem Islam importiert, das deutsche Einwohner stufenweise degradiert. Frühere Freiheiten werden durch Unfreiheiten ersetzt.

Untersuchungen, ob der Islam in sich plausibel ist, finden sich in Yahoo Clever, wo die Möglichkeit besteht, Fragen zu stellen:

http://de.answers.yahoo.com/question/in ... 434AAjMZGD

http://de.answers.yahoo.com/question/in ... 659AAy782w

http://de.answers.yahoo.com/question/in ... 616AAFNYxy

Auch Muslime können dort teilnehmen, müssen sich dann den gemeinsamen kritischen Fragen stellen. Auch der Islam bedarf einer historischen (Denkmal) Pflege. Eine Expansion des modernen Islam könnte allerdings die historrische und gegenwärtige Identität anderer Länder beschädigen.
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