Libyen: Rückeroberung und Rückzug des Gaddafi

UN, INTERNETPARLAMENT, TERRORISMUS, WELTHANDEL, DIPLOMATIE, andere LÄNDER etc.

Moderator: Co-Autoren

Libyen: Rückeroberung und Rückzug des Gaddafi

Beitragvon micha » Mi Mär 02, 2011 12:15:59:

Wieder hatte der Internet-Schreibtisch vRhein recht: fast alle Kommentare, die Tage Gaddafis seien gezählt, hatten nicht recht. vRhein stemmte sich wieder einmal gegen Presse, TV-Kommentatoren und Politik-Berater, die zu optimistisch waren. Zwei Auszüge, am 22.2.2011 und 26.2.2011, belegen es. Ich schrieb:

    22.2.2011

    Gaddafi geht auf Söldner-Einkauf in Afrika und sonstwo, um das grausame Abschlachten bis zum Machterhalt durchzuführen. Schwere Waffen und Militär werden eingesetzt.

    Unbedingt notwendig ist ein Eingreifen der Nato. Sie muss militärisch eingreifen. Die über 3000 Söldner Gaddafis zum Morden müssen eine internationale konkrete Gegenwehr zu spüren bekommen. Vielleicht würde ein zeitlich begrenztes UNO-Mandat helfen. Sonst setzt der Schlächter Gaddafi sein Anwerben fort. Genug Geld hat er ja. Die Nato muss schnell handeln.

    26.2.2011

    Waffen, bestialische Praxis und Lügen nach außen (Leichenberge werden systematisch beseitigt, um keine Spuren zuhinterlassen) sind die Pfeiler, auf denen seine Rückeroberung Libyens nun ruht. Stoppt ihn niemand durch militärische Gewalt, geht er voran und baut seine Schreckens-Herrschaft erneut auf, diesmal auf Leichenbergen von aufbegehrenden Bürgern, die sich kaum wehren können.


Wie sollte das "militärische Eingreifen" aussehen? Wenn Gaddafi Städte und Ortschaften zuerst mit Flugzeugen angreift, dann seine Schergen mit schweren Waffen folgen lässt, dann müssen beide durch schnelle Aktionen angegriffen und zerstört werden. Das ist möglich, weil Libyen nicht bewaldet ist. Satelliten-Überwachung kann bestens helfen. Eine Bewaffnung der Rebellen, wie sie Peter Scholl-Latour gestern in einer Talkshow vorschlug, käme zu spät und kann nachgeholt werden.

Es geht also um zielgenaue Bekämpfung in Stunden. Das Nato-Militär würde sich schnell wieder zurückziehen. Wichtig wäre die schnelle Reaktion und dann der schnelle Rückzug, da es nicht um "Eroberung" geht und jeder Eindruck in dieser Richtung vermieden werden muss.

Titel Libyen: "Die Rückeroberung des Gaddafi" in "Libyen: Rückeroberung und Rückzug des Gaddafi" am 26/März/2011 17:55 Berlin-Zeit geändert.
Zuletzt geändert von micha am Sa Mär 26, 2011 17:57:15:, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Do Mär 03, 2011 01:17:04:

Die provisorische Libysche Verwaltung/Regierung in Basra, die sich kurzfristig gebildet hatte, fordert bereits Luftunterstützung gegen die Gaddafi-Luftangriffe an. Sie lehnt ausländische Bodentruppen ab. Heute soeben kommt also die Nachricht aus der Deutschen Welle, dass es eine Übereinstimmung zwischen meinem oben Geschriebenen und den dringenden örtlichen Erfordernissen im Kampf gegen Gaddafi und seine Söhne gibt. Der Hilferuf kam ohne vorherige Verhandlungen, weil die Zeit drängt und die Rückeroberung durch Gaddafi übermächtig und erfolgreich ist.

Ich will sogar noch einen Gedanken-Schritt weiter gehen. Deutschland sollte diese militärische Aufgabe beherzt übernehmen, dann sofort ein anderes Nato-Land. Die Luft-Intervention müsste verteilt werden. Warum Deutschland? Weil Gaddafi durch seine grüne Fibel, die soviel Unheil, Despotismus und Staats-Terrorismus angerichtet hat, nicht nur in Libyen selbst, die ehemalige DDR und den Stasi-Sicherheits-Apparat kopiert hat. Ein konkreter Angriff auf die Lufthoheit Gaddafis im eigenen Land wäre Fortsetzung der Wiedervereinigung Deutschlands, weil das antidemokratische und perfide System der DDR nun auch noch in Libyen überwunden werden muss.

Außerdem gilt es, die zukünftige Energie-Versorgung durch Sonnen-Energie aus der Wüste zu sichern. Jetzt ist die Gelegenheit dazu da. Wird nämlich Gaddafi durch Luftangriffe auf seine Truppen gleich am Anfang in die Knie gezwungen, kann sich die Oppositions-Bewegung in Libyen entfalten und tut ein Übriges. Hinterher, wenn Gaddafi seine Kräfte mehr und mehr verstärkt, wird es schwer. Jetzt ist der Zeitpunkt, nicht erst, wenn die Opposition vernichtet ist.

Deutschland kann sich in der Welt bewähren und den Rückzug aus Afghanistan indirekt beschleunigen, indem es der muslimischen jugendlichen Befreiungs-Bewegung insgesamt konkret hilft. Die Absprache mit der EU, NATO und den USA müsste also lauten: "Wir übernehmen kurzfristig den Anfang" - wenn insgesamt Zustimmung und ein Einrasten der anderen Mächte konkret signalisiert und vorbereitet wird.

Nachtrag am 4/März/2001

Nebenbei bemerkt könnte eine konkrete sinnvolle Aufgabe der Bundeswehr helfen, sich Achtung zu verdienen. Der "Heils-Armee" Einsatz in Afghanistan war nicht das Richtige. In Libyen ginge es nicht um einen großen Krieg, sondern um die Nachhaltigkeit der einhelligen Auffassung der UNO, dass Gaddafi weg muss. Die fundamental berechtigte Widerstands-Bewegung in Libyen gegen den Despoten benötigt sehr schnell Nadelstiche gegen die Söldner-Truppen und Sicherheits-Garden des Sohnes, um erfolgreich zu sein. Die jungen Leute sind mutig, ziehen mit völlig unzureichenden Waffen in einen Krieg, den sie ohne kippende Hilfe von außen nicht gewinnen können. Ein junger Korrespondent der DW an der Ostgrenze Libyens stellte zuletzt die zeitliche Dringlichkeit einer solchen Hilfe heraus, die vom maßgebenden Revolutions-Rat angefordert wurde.

Deutschland wäre gut beraten, mit einigen solcher Nadelstiche aus der Luft voranzugehen, um anderen Nato-Ländern Mut zu machen. Die Einsätze müssen sich schnell breit verteilen, um die allseitige Geschlossenheit der UNO gegen Gaddafi zu spiegeln. Solo-Rettungs-Einsätze wie jüngst der Hollands sind unprofessionell und müssen schief gehen, wenn man mitten im "Feind-Gebiet" mit schwachen Kräften auf den Boden geht.

Das "Heils-Armee-Kommando" der Bundeswehr in Afghanistan war von typisch christlichen Motiven getragen, die letztlich zu Selbst-Täuschung und falscher lancierter Berichterstattung führen. Meine dringende Empfehlung zum Handeln in Libyen ist von einer Religion-neutralen Logik bestimmt. Schauen wir in die Natur. Dort gibt es vorwiegend den Rückzug vor der Aggression von außen. Wenn es aber darauf ankommt, die Lebens-Chancen durch einen Sprung gegen ein aggressives Wesen zu erhöhen, dann findet dieser Sprung auch statt.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Mär 04, 2011 05:58:12:

Nebenbei bemerkt könnte eine konkrete sinnvolle Aufgabe der Bundeswehr helfen, sich Achtung zu verdienen. Der "Heils-Armee" Einsatz in Afghanistan war nicht das Richtige. In Libyen ginge es nicht um einen großen Krieg, sondern um die Nachhaltigkeit der einhelligen Auffassung der UNO, dass Gaddafi weg muss. Die fundamental berechtigte Widerstands-Bewegung in Libyen gegen den Despoten benötigt sehr schnell Nadelstiche gegen die Söldner-Truppen und Sicherheits-Garden des Sohnes, um erfolgreich zu sein. Die jungen Leute sind mutig, ziehen mit völlig unzureichenden Waffen in einen Krieg, den sie ohne kippende Hilfe von außen nicht gewinnen können. Ein junger Korrespondent der DW an der Ostgrenze Libyens stellte zuletzt die zeitliche Dringlichkeit einer solchen Hilfe heraus, die vom maßgebenden Revolutions-Rat angefordert wurde.

Deutschland wäre gut beraten, mit einigen solcher Nadelstiche aus der Luft voranzugehen, um anderen Nato-Ländern Mut zu machen. Die Einsätze müssen sich schnell breit verteilen, um die allseitige Geschlossenheit der UNO gegen Gaddafi zu spiegeln. Solo-Rettungs-Einsätze wie jüngst der Hollands sind unprofessionell und müssen schief gehen, wenn man mitten im "Feind-Gebiet" mit schwachen Kräften auf den Boden geht.

Das "Heils-Armee-Kommando" der Bundeswehr in Afghanistan war von typisch christlichen Motiven getragen, die letztlich zu Selbst-Täuschung und falscher lancierter Berichterstattung führen. Meine dringende Empfehlung zum Handeln in Libyen ist von einer Religion-neutralen Logik bestimmt. Schauen wir in die Natur. Dort gibt es vorwiegend den Rückzug vor der Aggression von außen. Wenn es aber darauf ankommt, die Lebens-Chancen durch einen Sprung gegen ein aggressives Wesen zu erhöhen, dann findet dieser Sprung auch statt.

Siehe aber auch meinen Nachtrag von heute unten im Despoten-Blog.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mi Mär 09, 2011 09:56:51:

Wer hat die Idee einer "Flugverbots-Zone" aufgebracht? Sie könnte im Libyschen Kriegs-Gebiet nicht erzwungen werden. Und wer sollte sie kontrollieren? Die Kontrolle wäre ein Bruch des Verbots. Militärs warnen. Ich ebenfalls, hier in der stillen Ecke einer unbeachteten Publikations-Nische.

Sinnvoll wäre aber, von den Aufständischen zu lernen und nicht einen großen Krieg zu führen. Sie haben kein Kommando, haben nur unzureichende Waffen, haben inzwischen Mengen an Toten aus ihren Reihen zu beklagen. Aber sie haben auch immer mehr Freiwillige, die sich an Waffen ausbilden lassen. Wenn sich der Westen daran orientiert, was müsste er tun? Oben hatte ich es schon angedeutet: Nadelstiche aus der Luft gegen Helikopter und Flugeinsätze Gaddafis. Die Nationalität der "Nadelstiche" sollte für Gaddafi nicht kenntlich sein.

Solche Kurz-Einsätze sollte die NATO ihren Mitgliedstaaten erlauben. Dann reihen sich solche Staaten für kurze Zeit, die Zeit ihres Nadelstich-Einsatzes, in die Gemeinschaft der Revolutionäre ein, indem sie sie schlicht unterstützen. Diese Hilfe könnte entscheidend sein.

Die Nato hat das größte Interesse an einer befriedeten Region, weil seine Mitglied-Länder dort sehr große Energie-wirtschaftliche Pläne haben. Russland dagegen hat entgegengesetzte Interessen, weil es eigene Energie verkaufen will. Die Plattform zum Handeln ist also die NATO und nicht die UNO, in der Russland und China ein Veto-Recht haben.

Wenn solche Einsätze für Gaddafi nicht kenntlich sind, müsste sich seine Aggression gegen die gesamte NATO richten, und diese wäre zu groß für ihn. Die geheimen, unkenntlichen Einsätze sollten auch von Deutschland geflogen werden, weil die ehemalige DDR in Afrika sehr aktiv war und als Satelliten-Staat einer kommunistischen Diktatur Logistik, Beratung und Waffen exportiert hatte. Gaddafi ist ein Resultat dieses Exports. Hier ist einiges gut zu machen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Mär 11, 2011 02:10:43:

Es sieht so aus, dass Gaddafi und seine Söhne obsiegen werden, wenn keine Intervention von außen erfolgt. Sie werden ihre Macht konsolidieren. Gleichzeitig wurde Europa zu einem feindlichen Koloss, der unterschiedlich redet, aber keine Kraft zu Taten hat. Die "Mittelmeer-Union" wird später von Libyen übernommen werden, gegen Frankreich und gegen Europa. Das angeschossene Raubtier Gaddafi wird für Europa zu einem großen Problem.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mo Mär 14, 2011 10:03:47:

Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Mär 18, 2011 06:51:26:

micha hat geschrieben:Die Rückeroberung Gaddafis in Libyen geschieht nun im Schatten weltweiter Aufmerksamkeit. Europa verpasste die Chance, durch schnelles Eingreifen eine Wende in Libyen herbeizuführen, als vor etwa einem Monat Gaddafi völlig am Boden lag, er seine afrikanischen Hilfs-Truppen erst anwerben musste und die Nutzung seiner Waffen-Arsenale noch nicht organisiert war. Eine Bombardierung der Militärflug-Startbahnen hätte schon Wunder bewirkt.

Diese Reaktions-Schnelligkeit hatte ich im Internet-Schreibtisch vRhein angemahnt.

Das Zuwarten, typisch für Kanzlerin Merkel, ist mit der verpassten Chance zu vergleichen, die Brennstäbe in Japan, die jetzt außer Kontrolle geraten, durch schnelles Handeln rechtzeitig zu kühlen. Jetzt haben wir leider zwei Brand-Herde, die gigantisch sind: Die Strahlung in Japan und die Ausstrahlung grausamster Diktatur durch den erstarkten Gaddafi.


Die "Flugverbots-Zone" der UN-Resolution macht allein keinen Sinn, wie ich schrieb. Sie ist aber das Trojanische Pferd für ein Bündel von Optionen. Dazu gehören Luftschläge jedweder Art, kurzzeitiges Landen von Truppen ohne "Landgewinnung", Waffen-Lieferungen an die Rebellen und Söldner, um sie daran auszubilden.

Außenminister Westerwelle hat die Entwicklung verschlafen. Eine Kanzlerin ohne den geringsten Impetus zog sich vor lauter Angst auf eine Verweigerungs-Haltung zurück. Deutschland verrät damit westliche Werte, das demokratische Prinzip an sich und seine Verbündeten. Leider fehlten Depeschen von Wikilegs, sonst wäre der deutsche Außenminister vielleicht besser informiert gewesen, was sich hinter den Kulissen in den USA tat.

Der Erfolg gegen Gaddafi ist vorprogrammiert, obwohl der Einsatz nun reichlich spät legitimiert wird. Eventuell bekommt die erweiterte Entente gegen Gaddafi noch die geballte Kraft seiner Waffen-Arsenale zu spüren. Die zögernde und uneinige Haltung westlicher Staaten ermöglichten ihm zu mobilisieren. Möglich aber auch, dass das Großmaul aus einem Beduinen-Stamm, das nur Schwächere malträtieren kann, sehr schnell aufgibt. Die USA haben noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen.

Die Unterstützung der Rebellen ist eine Kehrtwende der USA, die sich auf die Seite legitim aufbegehrender muslimischer Bevölkerung schlägt. Nach den vielfach verschuldeten Opfern unter der Zivilbevölkerung im Irak und in Afghanistan wirkt die Wende oder Ausrichtung wie Medizin.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Mär 18, 2011 14:00:11:

micha hat geschrieben:Eventuell bekommt die erweiterte Entente gegen Gaddafi noch die geballte Kraft seiner Waffen-Arsenale zu spüren.


Gaddafi versteht das Geschäft des Terrorismus aus dem FF. Er ist sozusagen der Pate des Staats-Terrorismus in Afrika. Er bezeichnet sich immer noch als Revolutions-Führer. In die Enge getrieben wird er zivile Ziele bedrohen, um zu erpressen. Er nimmt keine Rücksicht.

Bedroht wären Atom-Kraftwerke in Italien. Das mutmaßliche Raketen-Arsenal macht eine solche erpresserische Bedrohung durch Gaddafi wahrscheinlich. Die Erpressung liegt in seiner Natur. Seine Eigenschaft als Terror-Pate und Revolutions-Führer läßt diese Entwicklung als logisch erscheinen.

Spiegel 21.11.1988: Aufgeschreckt wurde Washington jedoch vor allem dadurch, daß Libyens Gaddafi wiederum versucht, weitreichende Raketen zu erwerben, diesmal in Brasilien und China. Die Chinesen scheinen an dem Geschäft bislang nicht interessiert.

Doch im Januar besuchte eine libysche Militärdelegation unter Leitung des Gaddafi-Vertrauten Oberst Ahmed Mahmud Ali Brasilien, um einen Zwei-Milliarden-Dollar-Deal voranzubringen - Gaddafis Morgengabe für die Beteiligung an Brasiliens "Sonda 4"-Rakete.

Das 1000-Kilometer-Geschoß brächte Israel und Nordafrika, aber auch Rom und Athen ins Visier des Libyers. Der läßt derzeit zudem "die größte C-Waffen-Fabrik bauen, die ich kenne", berichtete Ende Oktober CIA-Chef William Webster. Womöglich müßten US-Stützpunkte verbunkert oder gar verlegt werden, um der raketenbewehrten Faust Gaddafis zu entgehen, fürchten US-Militärs.

Vergebens protestierten die USA, die seit 1974 keine Raketen mehr exportieren, bei den Brasilianern. Deren Botschafter entgegnete: "Die Lage unseres Landes erlaubt es uns nicht, auf irgendein Geschäft zu verzichten."

Libyen verfügt über 72 Batterien der sowjetischen Systeme SA-6 und SA-8, gefährliche und hochmobile Boden-Luft-Raketen. Wahrscheinlich hat das Land auch Raketen mit einer Reichweite bis zu Atom-Kraftwerken in Italien. Der "Revolutions-Führer" hat mit Sicherheit unterirdische Abschuss-Rampen, die für einen Moment geöffnet werden können.

Nur total Naive können glauben, mit der lokalen Hilfe für Rebellen sei es getan. Ich erwarte einen großen erpresserischen Schritt Gaddafis, sobald von außen Gewalt gegen sein Militär angewendet wird. Gegen zivile Luftfahrt- und Schiffs-Verkehr-Ziele im Mittelmeer hatte er schon eine erste Drohung losgelassen.

Seit 50 Minuten steht ein Waffenstillstands-Angebot Gaddafis im Raum. Als Mitglied der UNO werde man sich der Resolution beugen, sagte der libysche Außenminister Mussa Kussa. Vielleicht ist dieses Angebot von Gaddafi gar nicht gedeckt. Oder es ist ein kalkulierter Schachzug. Als terroristischer Revolutions-Führer benutzt er die Lüge als Mittel zum Zweck.

Die Nuss "Gaddafi" ist keineswegs leicht zu knacken. Nur ein strategischer Flächen-Schlag gegen seine Militär-Potentiale würde wohl zum Erfolg führen. Voraussetzung wäre allerdings, dass alle möglichen Ziele bekannt sind. Deutschland muss in Anbetracht der Kompliziertheit und der großen Fläche Lybiens eigentlich zu seinen Bündnisverpflichtungen in der NATO stehen und darf sich jetzt nicht entziehen.

Ein weises Angebot wäre, offiziell die pazifistische Version stehen zu lassen und inoffiziell an der Seite der USA, Frankreichs, Englands und anderer NATO-Länder mitzukämpfen. Nur eine geballte Kraft führt diesmal zum Erfolg. Deutschland wird gebraucht, was immer Außenminister Westerwelle auch daherschwatzen mag. Ihn kann man nicht ernst nehmen. Aber den Revolutions-Führer aus der Wüste sollte man ernst nehmen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Sa Mär 19, 2011 00:34:49:

micha hat geschrieben:Die Unterstützung der Rebellen ist eine Kehrtwende der USA, die sich auf die Seite legitim aufbegehrender muslimischer Bevölkerung schlägt. Nach den vielfach verschuldeten Opfern unter der Zivilbevölkerung im Irak und in Afghanistan wirkt die Wende oder Ausrichtung wie Medizin.


Gift und kontraproduktiv ist dagegen das Anbiedern der Bundesrepublik, verstärkte Militär-Präsenz in Afghanistan anzubieten und Awacs-Einsätze zu übernehmen. Merkel will sich mit Hilfe ihres Außenministers vor einem Bündnis der NATO gegen Gaddafi drücken und kommt mit Militär zur falschen Zeit und am falschen Ort daher. Will sie dafür getätschelt werden? Sie schwimmt gegen den geplanten Exodus aus Afghanistan.

Viel schlimmer noch ist, dass sie die leichte Kehrtwendung der USA untergräbt, die eine Fortsetzung der großen Rede Barak Obamas in Kairo nach seinem Amtsantritt bedeutet. Durch die deutsche Verstärkung in Afghanistan wird die Unglaubwürdigkeit des Westens für die muslimische Welt bloß gestellt. Die Hilfe für die Volksbewegung gegen Gaddafi in Lybien wird als verlogen entlarvt. Schon jetzt mehren sich die Beiträge dieser Bewegung in Twitter zum Beispiel: die Hilfe komme von den gleichen Mächten, die Afghanistan zerfleischen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Sa Mär 19, 2011 10:57:25:

Das Katz- und Maus-Spiel Gaddafis, Waffenstillstand auf diplomatischer Ebene und weitere Eroberungen der Burgen der Bürger-Bewegung, lähmt die Mächte um Frankreich. Zwischen Lüge und Nichtwissen kann nicht einfach angegriffen werden. Aber es gibt eine andere Möglichkeit. Der Flächen-Schlag kann verschoben werden. Vorerst kommt es darauf an, den bedrängten und todesmutig kämpfenden Bürgern tatsächlich im Detail zur Hilfe zu kommen. Dazu muss eine Kommunikation zu ihnen aufgebaut werden, so dass schnelle und "leichte" Schläge gegen die Söldner Gaddafis möglich werden. Ganz klein anfangen, schlank, nicht wülstig und dick mit großen Ankündigungen, sondern erst einmal bescheiden und effektiv, das wäre aus meiner Sicht das Gebot der Stunde. Es kommt darauf an, Präsenz im Kleinkrieg zu zeigen, damit weitere interne Verbündete abspringen und zur Opposition überlaufen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » So Mär 20, 2011 02:58:17:

micha hat geschrieben:Ganz klein anfangen, schlank, nicht wülstig und dick mit großen Ankündigungen, sondern erst einmal bescheiden und effektiv, das wäre aus meiner Sicht das Gebot der Stunde. Es kommt darauf an, Präsenz im Kleinkrieg zu zeigen, damit weitere interne Verbündete abspringen und zur Opposition überlaufen.


Obama begann heute. Der Angriff trägt seine Handschrift, die der USA. Die Rebellen sind "wütend und enttäuscht, dass die Angriffe erst kamen, nachdem Gaddafis Gewalt am Samstag in Bengasi mehrere Menschenleben kosteten". Sie erwarteten meine Empfehlung von oben: "Vorerst kommt es darauf an, den bedrängten und todesmutig kämpfenden Bürgern tatsächlich im Detail zur Hilfe zu kommen." Wie kann ich auch erwarten, dass irgendjemand von meinen rechtzeitig losgeschickten Kolumnen Notiz nimmt! Aber es steht dort geschrieben, solange das Internet die Daten bewahrt, das heißt wohl noch Jahrzehnte.

Obama, der Leitwolf im anglikanischen/französischen Rudel, begann "wülstig und dick", so wie ich es vorher warnend an die Wand gemalt hatte. Klein anzufangen und die Möglichkeit von Korrekturen nie aus der Hand zu geben, "schlank" und "effektiv" in einem Detail zu beginnen, das können die USA nicht. Heraus kommt "brüllen", vergleichbar mit einem Sänger, der seine Stimme gleich zu Anfang dick und gepresst einstellt. Niemals kann so ein Belcanto entstehen, ein lockerer schwingender Ton.

Historisch gesehen, haben sich die drei Militär-Mächte im Ton vergriffen, haben ihr Potential brüllend herausgepresst und ernten unter den Rebellen bereits jetzt schon Enttäuschung statt Applaus.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » So Mär 20, 2011 22:27:10:

Französische Flugzeuge haben den Vormarsch der Truppen von Gaddafi mit Panzern und Lastwagen voll mit Raketenwerfern 50 Kilometer vor Bengasi zuerst angegriffen. Der zerstörerische Erfolg revidiert meine Ängste, die ich oben geäußert hatte. "Vorerst kommt es darauf an, den bedrängten und todesmutig kämpfenden Bürgern tatsächlich im Detail zur Hilfe zu kommen", hatte ich geschrieben. Und genau diese Forderung wurde erfüllt. Offenbar trägt dieser Erfolg die Handschrift Frankreichs. Andere Angriffe werden sich auf strategische Ziele, etwa die Ausschaltung der Luftabwehr-Bastionen Gaddafis konzentriert haben. Hierbei mögen die USA maßgebend gewesen sein. 

Ich bin zufrieden mit diesem Verlauf. Offenbar sind auch Offiziere der Armee Gaddafis übergelaufen. Der Angriff französischer Flugzeuge kam gerade noch rechtzeitig, als die Truppen Gaddafis nämlich noch unterwegs waren, auf freiem Feld. "Es kommt darauf an, Präsenz im Kleinkrieg zu zeigen, damit weitere interne Verbündete abspringen und zur Opposition überlaufen", hatte ich ebenfalls geschrieben. So ist es auch geschehen. 

Europa zeigt also Zähne. Die NATO, blockiert durch die Türkei, kann im Hintergrund bleiben. Die Nachricht, dass verdeckte Spione der Engländer schon bereits seit Monaten strategische Ziele markierten, unterstreicht das Gewicht Europas. Deutsche Kommentare und deutsche Verweigerung nach völliger Fehleinschätzung von Merkel und Westerwelle markieren dagegen Versagen. 

"Deutschland muss in Anbetracht der Kompliziertheit und der großen Fläche Libyens eigentlich zu seinen Bündnisverpflichtungen in Europa (ich schrieb NATO, die aber klugerweise im Hintergrund bleibt) stehen und darf sich jetzt nicht entziehen," hatte ich weiter geschrieben. Und: "Außenminister Westerwelle hat die Entwicklung verschlafen. Eine Kanzlerin ohne den geringsten Impetus zog sich vor lauter Angst auf eine Verweigerung-Haltung zurück. Deutschland verrät damit westliche Werte, das demokratische Prinzip an sich und seine Verbündeten. Leider fehlten Depeschen von Wikileg, sonst wäre der deutsche Außenminister vielleicht besser informiert gewesen, was sich hinter den Kulissen in den USA tat." 

Es war noch schlimmer: Merkel und Westerwelle hätten sogar Depeschen gebraucht, die sich auf Europa-interne Informationen hinter den Kulissen bezogen. Stattdessen wurde die Initiative Frankreichs als isoliert hingestellt, was einem nationalen Mobbing gleichkommt. Man muss sich schämen, Deutscher zu sein. Die Kluft zwischen Regierung und der Auffassung des Internet-Schreibtisch vRhein war wieder einmal denkbar groß, die Regierung versagt, hier wurde rechtzeitig eine gegenteilige Linie vorgegeben. 

Oben schrieb ich: "Nur eine geballte Kraft führt diesmal zum Erfolg. Deutschland wird gebraucht, was immer Außenminister Westerwelle auch daher schwatzen mag. Ihn kann man nicht ernst nehmen. Aber den Revolutions-Führer aus der Wüste sollte man ernst nehmen." 

Und was steht soeben im Liveticker?

    Dänische Kampfjets fliegen Angriffe

    Drei italienische Tornados im Einsatz

    Norwegen schickt F-16-Kampfjets

    Katar will sich am Militärschlag beteiligen


Die anbiedernde und gleichzeitig verweigernde Merkel-Mannschaft befindet sich noch in historischer Vergangenheit, als die ehemalige DDR Gaddafi mit der Logistik ihrer Stasi ausstattete. Das demokratische Prinzip wird von ihnen generell und speziell auch innerhalb Deutschland seit geraumer Zeit durch Macht-Politik ersetzt, für die Wahlen geschickt ausgenutzt werden.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mo Mär 21, 2011 02:34:16:

Das Ziel der Bundesrepublik sei der Sturz Gaddafis, lässt der ehrgeizige und undiplomatisch daher schwatzende deutsche Außenminister gebetsmühlenartig wissen. Damit wollen er und Merkel irgendwie einen Anschluss an die Alliierten erreichen. Aber genau dieses Ziel darf niemals ausgesprochen werden. Das Staatsoberhaupt eines Staates ist ein Landes-internes Ziel. Von außen darf nicht vorgegriffen werden.

Daher ist das Ziel der Resolution der UN die Flugverbotszone und der Schutz der Bürger des Landes, nicht der Sturz Gaddafis. Sie ist das trojanische Pferd, das eine Reihe Konsequenzen nach sich zieht. Sie zielen darauf, dass der bürgerliche Revolutions-Rat, wenn er sich als legitim und fundiert herausstellt, über Sturz oder Nichtsturz Gaddafis entscheidet. Er bedarf also der Forderung von außen, wie sie Außenminister Westerwelle geradezu aus Mangel an Intelligenz und fehlender Kooperation formuliert, nicht. Die Forderung unterläuft den stillschweigend von allen gewünschten, aber von den oppositionellen Libyern zu bestimmenden Sturz des Despoten, plump. Westerwelle fällt mit der Tür in ein Haus, das er insgesamt beschädigt hat. Die Depeschen-Diskretionen über ihn, zu finden in Wikileaks, scheinen den Nagel auf den Kopf zu treffen: nicht gerade kompetent.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Di Mär 22, 2011 08:44:53:

micha hat geschrieben:Verfasst am: 09 März 2011 09:56: Sinnvoll wäre aber, von den Aufständischen zu lernen und nicht einen großen Krieg zu führen. Sie haben kein Kommando, haben nur unzureichende Waffen, haben inzwischen Mengen an Toten aus ihren Reihen zu beklagen. Aber sie haben auch immer mehr Freiwillige, die sich an Waffen ausbilden lassen. Wenn sich der Westen daran orientiert, was müsste er tun? Oben hatte ich es schon angedeutet: Nadelstiche aus der Luft gegen Helikopter und Flugeinsätze Gaddafis. Die Nationalität der "Nadelstiche" sollte für Gaddafi nicht kenntlich sein.

Solche Kurz-Einsätze sollte die NATO ihren Mitgliedstaaten erlauben. Dann reihen sich solche Staaten für kurze Zeit, die Zeit ihres Nadelstich-Einsatzes, in die Gemeinschaft der Revolutionäre ein, indem sie sie schlicht unterstützen. Diese Hilfe könnte entscheidend sein.

Die Nato hat das größte Interesse an einer befriedeten Region, weil seine Mitglied-Länder dort sehr große Energie-wirtschaftliche Pläne haben. Russland dagegen hat entgegengesetzte Interessen, weil es eigene Energie verkaufen will. Die Plattform zum Handeln ist also die NATO und nicht die UNO, in der Russland und China ein Veto-Recht haben.

Wenn solche Einsätze für Gaddafi nicht kenntlich sind, müsste sich seine Aggression gegen die gesamte NATO richten, und diese wäre zu groß für ihn. Die geheimen, unkenntlichen Einsätze sollten auch von Deutschland geflogen werden, weil die ehemalige DDR in Afrika sehr aktiv war und als Satelliten-Staat einer kommunistischen Diktatur Logistik, Beratung und Waffen exportiert hatte. Gaddafi ist ein Resultat dieses Exports. Hier ist einiges gut zu machen.


Aus meinem Text geht die Option einer Team-Allianz hervor. Weniger wichtig wäre ein Oberkommando. Die Einsätze sollten die Revolutions-Bewegung widerspiegeln. Ein hierarchisch geordnetes Kommando-Kriegs-Spiel mit einem NATO-Oberbefehlshaber würde aus Hilfs-Aktionen tatsächlich einen Krieg machen. Die Deutschen haben gezeigt, dass sie zur Team-Option nicht fähig sind. Im Gegenteil: Außenminister Westerwelle fällt der Koalition in den Rücken, indem er kritische Stimmen im arabischen Lager anführt. Jeder weiß aber, dass diese Staaten Angst vor Demokratisierungs-Prozessen haben und zum Teil wie Gaddafi reagieren.

Am 17/Oktober/10 befragte ich erneut die Merkel-Kompetenz und kam zu dem Ergebnis: da agiert ein Mensch in einem für ihn zu großen Amt. Im physiognomischen Detail meinte ich, ins Innere dieses Menschen blicken zu können, sie durch ungünstige Momentaufnahmen bloß zu stellen, war nicht meine Absicht. Es ging um das Amt. Nun erlebte man gestern in einer Talkshow mit Anne Will Verunsicherung bei ehemaligen Verehrern der Kanzlerin. Plötzlich schien die ganze Unsicherheit der Kanzlerin angesichts der Ereignisse in Japan und in Libyen offenkundig zu sein. Wieso habe ich fast immer recht? Auch wenn dies anfangs nicht eingesehen wird. Ich verweise auch auf meinen Kommentar zu einer satirischen Kolumne vom November 2008, in der die Allianz Frankreich/England und die zwielichtige politische Haltung Deutschlands vorweg genommen wird.

Wenn Kanzlerin Merkel es nie ganz schafft, zögert, tariert und sich nach dem Zufalls-Prinzip ihrer konträren Berater oft für das Gegenteil ihrer Anfangs-Statements entscheidet, müssen viele Deutsche trotzdem zufrieden sein, denn sie haben sie gewählt.

Wenn dagegen Herr Westerwelle auftritt, sträuben sich allmählich die Haare bei vielen. Seine eitlen Selbst-Inzenierungen stehen im krassen Widerspruch zu seinen Umfrage-Werten und zuletzt auch zum Rauswurf seiner Partei aus dem Parlament in Sachsen-Anhalt. Trotzdem hebt er ab. "Unter uns Außenministern" flocht er ein, sei das und das. Mit Verlaub, aber es hörte sich so an, als spräche er von einem exclusivem Gay-Club.

Mit solchen Politikern kann Deutschland keine Identität finden.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mi Mär 23, 2011 01:31:59:

Was ist zu tun? Wenn sich keine Ziele mehr bieten, die sich lohnen, keine Zivilisten gefährden, sollte die Allianz zuwarten. Man muss der Revolution der Bürger etwas Zeit geben. Vor allem verdienen diese jungen Leute gegen Gaddafi Jobs, die vorerst ihre Existenz sichern. Diese Jobs könnten aus den eingefrorenen Vermögen des Gaddafi-Clans finanziert werden. Für alles wird jetzt Zeit gebraucht. Die Goldreserven, die Gaddafi irgendwo im Land gehortet hat, müssen gefunden werden. Das erweiterte Embargo muss auch das Raubgut einschließen, das sich im Land befindet.

Appelle, Gaddafi müsse abtreten, die Außenminister Westerwelle am laufenden Band an die Presse richtet, sind unrealistisch und lächerlich. Als Fischer noch Außenminister war, wurde er von Gaddafi nicht einmal vorgelassen. Er wurde auf der unteren Ebene wie ein Hund vertrieben. Gaddafi ist ein Kaliber, das mit internationalen UN-Wertmaßstäben nicht zu messen ist. Einen Makro-Verbrecher, der noch aktiv ist, kann man nicht zum Aufgeben überreden.

Nachtrag:

Außenminister Westerwelle verteidigt die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat. „Ich habe diese Entscheidung so getroffen, weil wir uns nicht an einem militärischen Einsatz in Libyen beteiligen werden“, sagt er und fügt hinzu: „Das ist bisher meine schwierigste außenpolitische Entscheidung gewesen. Dass sie mir Kritik einbringen würde, wusste ich vorher.“

Solche Ich-bezogenen Statements sind in der jetzigen Situation und der für Jahre isolierten Stellung Deutschlands so etwas von dumm und eitel, dass von hier aus der Rücktritt des Herrn Westerwelle gefordert werden muss. Weder er noch Kanzlerin Merkel vertreten Deutschland, allenfalls ihr persönliches mangelhaftes Potential im vermeintlichen Dienst ihrer Parteien, ohne die sie NICHTS wären.

Diese Jobs für junge Freiheits-Kämpfer in Libyen, fahre ich fort, müssten an eine provisorische Verfassung gebunden werden, die verpflichtend wäre. Vorbilder könnten die Ergebnisse vorläufiger Verfassungen in Ägypten und Tunesien sein. Die "Jobs" könnten verschieden sein. Zum Beispiel könnte ich mir eine Vorfinanzierung zukünftiger Arbeit in der Industrie, die durch den Bürger-Krieg vorerst vertrieben wurde, vorstellen. Sie könnten auch eine Art Honorar für den Einsatz sein. Das werde ich weiter begründen. Nur durch eine Leistung, Vergütung oder Vorfinanzierung durch die Nationen der Allianz gegen Gaddafi kann die "Revolution" für eine menschenwürdige Verfassung und ein demokratisches Gesicht des Landes an Profil gewinnen. Sie darf nicht sterben, während die Flugverbotszone eingerichtet wird, und während Truppen-Konzentrationen des Gaddafi-Militärs angegriffen oder zerstört werden. Die Eigeninitiative der Freiheits-Bewegung darf nicht "ersetzt" werden, sondern muss lebendig bleiben.

Die Urheber des Aufstands gegen Despotie dürfen nicht vergessen werden. Es genügt nicht, ihnen Waffen in die Hand zu drücken. Die Waffenlieferungen aus Ägypten fördern eine bittere Erfahrung, dass nämlich jede Revolution ihre Kinder frisst.

Peter Scholl-Latour sagte neulich öffentlich: "Gebt ihnen Waffen, aber führt keinen Krieg". Inzwischen, soeben bei Maischberger, ist er ebenfalls mit dem Einsatz der Allianz sehr einverstanden, zumal das Land aus einem offenen Terrain bestehe, ein Argument, das ich oben im Thread ebenfalls anführte. Der Internet-Schreibtisch vRhein war bei seiner Einschätzung des Killers und Terroristen Gaddafis geblieben und hatte das Umwerben Europas heftig kritisiert, so auch Scholl-Latour. Man darf trotzdem nicht den Fehler machen, die großartige Initiative Frankreichs unter Sarkozy zu schmälern, weil es eine falsche Annäherung an Diktaturen in Afrika gab. Das Verdienst Frankreichs, Bengasi und die Freiheits-Bewegung im letzten Moment vor dem Zugriff der mordenden Truppen Gaddafis gerettet zu haben, ist inzwischen ein kleiner Meilenstein in der Geschichte der Menschenrechts-Bewegung allgemein. Ebenso stellt die gleichzeitige Verweigerung Deutschlands unter Kanzlerin Merkel, im Ernstfall verlässlich zu sein, im Sinne der Menschen-Rechte und Freiheit kooperativ sein zu können, eine hässliche Markierung seiner hässlichen Geschichte seit 1933 und seit Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone einschließlich des sowjetischen Sektors von Berlin dar. Merkel profitierte vom Unrecht-System der DDR. Sie hat viel zu verbergen, strahlt in ihrer deshalb fast schizophrenen Persönlichkeits-Spaltung in entscheidenden Momenten Unsicherheit aus und klammert sich an ihre umgeformte Partei.

Jürgen Todenhöfer, der sich zugunsten von Menschenrechten aus der Politik zurück zog, stellte in der gleichen Runde die Bestialität Gaddafis heraus: "Er tötet alles, was sich ihm entgegen stellt" und belegte authentische Dokumente über die Grausamkeit der Gaddafi-Truppen und die Unmenschlichkeit von unterirdischen Verließen.

Das Absterben der Freiheits-Bewegung muss verhindert werden. Die Ursache, der Beginn des Aufstands war die existenzielle Ausweglosigkeit der jungen Generation. Wenn also ihr Kampf in eine noch größere Ausweglosigkeit führt, entsteht Chaos. Dieses Chaos muss vermieden werden. Hier wird die helfende Hand der Länder der Allianz gebraucht.

Die UN, die vor Stunden klugerweise Gespräche mit dem "Revolutions-Rat" in Libyen aufgenommen hat, steht für Verantwortung in ihren Mitglied-Ländern, für Menschen-Rechte, für geordnete Verhältnisse zwischen Staaten, um ihnen einen "fairen Handel", wie es in einem Werbespot so schön heißt, zu ermöglichen, für Ausbildung, ausreichende existenzielle Grundlagen der Menschen, Chancen der Jugend der Welt, Hilfs-Aktionen in vielen Problem-Zonen. Ihre Ziele müssen durch die Libyen-Resolution hindurch greifen. Sie sind das eigentliche Ziel derjenigen, die die Resolution umsetzen. Krieg allein, oder gar Macht- und einseitige Wirtschafts-Interessen, müssen dahinter zurück gedrängt werden. Sicherlich, Frankreich hat solche Interessen im Gebiet der anvisierten "Mittelmeer-Union". Sie müssen jedoch partnerschaftlich sein, das heißt, Libyen muss Partner werden, damit das Land aufblühen kann. Soeben wird gemeldet, dass die UN Korridore zur humanitären Versorgung einrichten will. Diese Korridore haben erst jetzt, nach der Zerstörung der Luftwaffe Gaddafis, eine realistische Chance. England betont, dass nun das Augenmerk verstärkt auf Truppen Gaddafis gerichtet sein wird. Es gilt, die menschlichen Schutz-Schilde Gaddafis zu überlisten.

Alles deutet darauf hin, dass ich recht behalten werde: der Sturz Gaddafis wird zwangsläufig erfolgen, sei "vorprogrammiert" wie ich schrieb. Umso beschämender steht die sachlich unnötige Verweigerungs-Haltung Kanzlerin Merkels vor der UN da. Wichtige Entscheidungen trifft sie aus Ängstlichkeit, ohne Augenmaß, aus Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen, ohne jeden Charakter, zum Schaden Deutschlands.

Wenn die Ziele der UN und damit auch der Resolution bewusst werden, scheint mir richtig zu sein, mit der Partnerschaft gleich im Keim zu beginnen. Der Anerkennung des Revolutions-Rates durch Frankreich müssen konkrete Schritte folgen, die existenzielle Lage der kämpfenden Freiheits-Durstigen zu verbessern. Das Vermögen des Gaddafi-Clans muss als Eigentum einer repräsentativen und legitimierten Volksvertretung deklariert werden. Es muss dem Makro-Verbrecher Gaddafi abgenommen werden.

Gaddafi hat nicht nur 144 (?) Tonnen Gold gehortet, wenn entsprechenden Berichten geglaubt werden kann. Er besitzt wohl auch unterirdisch verstecktes Waffen-Potential. Die Überwachung innerhalb der Flugverbotszonen muss sich darauf konzentrieren, ob solche Arsenale plötzlich ans Licht kommen.

Gaddafi hat in unvorstellbarem Maße die Ressourcen des Landes für eigene despotische Ziele ausgeraubt. Sie gehören den Menschen in Libyen allgemein, nicht dem Clan eines Despoten. Diese Tatsache kann durch die UN, die NATO, den willigen Alliierten nicht oft genug betont werden. Die Ressourcen gehören in eine partnerschaftliche Nutzung unter maßgebender Beteiligung der Menschen in einem Land, in diesem Fall Libyens, das seine Handels-Partner mehrheitlich bestimmt. Es ist ein liebenswürdiges Land, in dem Gaddafi ein Fremdkörper ist, wie Jürgen Todenhöfer eindrucksvoll schilderte.

Gaddafi hat offenbar auch ungeheure Mengen an Bargeld gehortet. Man kann wieder Parallelen zu Liberia unter Taylor ziehen. Dieser wurde mit einem Koffer-Raum voll Banknoten in Nigeria festgenommen. Ansonsten lässt sich die Kommando-Struktur des Taylor mit derjenigen Gaddafis vergleichen, darauf gerichtet, die eigene Macht durch Töten und Foltern zu erhalten und zu festigen. Gaddafi kann wie Taylor nur mit Gewalt entfernt werden. Dem Exil Taylors in Nigeria mit Ladungen mehrerer Flugzeuge voller geraubter Güter ging der Freiheits-Kampf eines muslimischen heldenhaften Anführers gegen seine Schreckens-Herrschaft voraus. Das Tier Gaddafi, dessen viele Fluchtwege aus seinen Palästen in einem internationalen Haftbefehl aus Den Haag münden, könnte versuchen, Libyen mit in den Abgrund zu reißen, ähnlich wie es Hitler einst plante.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Do Mär 24, 2011 05:00:34:

micha hat geschrieben: Sie könnten auch eine Art Honorar für den Einsatz sein. Das werde ich weiter begründen.


Die Begründung folgt hier. Gemeint war eine existenzielle Unterstützung der Freiheits-Kämpfer in Libyen, um diese Bewegung zu würdigen und konkret anzuerkennen.

Die Kämpfer setzen ihr Leben ein. Ihr Kampf für Menschen-Rechte ist mehr als berechtigt. Sie kämpfen gegen einen diabolischen Massen-Mörder, der gnadenlose Truppen bezahlt, die er zum Teil aus Afrika anwirbt, die Erfahrung mit dem Töten haben. Dieser fast aussichtslose Kampf ist mehr, als jeder Politiker in einer gefahrlosen zivilen Gesellschaft je tun kann.

Stellt man die Gehalts-Listen solcher Politiker dem "Honorar" der Freiheitskämpfer gegenüber, das aus leeren Händen besteht, wird die ganze Unberechtigkeit deutlich. Auf der einen Seite steht die Verweigerung für Menschenrechte einer Merkel, die ihr Amt nicht verdient, und auf der anderen Seite der Einsatz mit Leib und Leben aus Antrieben ohne Gehalts-Liste, ein wahrer Dienst an der Menschheit.

Merkel raubte ihnen Würde und verlor ihre eigene.

Die Tageszeitung "Le Monde" bescheinigte der Bundesregierung "mangelnde Solidarität oder gar Reife". Deutschland erwecke den Anschein eines Trittbrettfahrers, der "ohne sich die Hände schmutzig zu machen, anschließend die ersten Früchte der Entschlossenheit der französischen, britischen und US-Alliierten ernten" wolle.

Die Leistung Frankreich und Englands verdient das "richtige Zitat". Stattdessen tritt die deutsche Politik nach. Zu Guttenberg hat man vorgeworfen, seine Dissertation mit unzitierten fremden Passagen bereichert zu haben. Immerhin sah er diese positiv, denn er baute sie in seinen Text ein. Wissenschaftliche Akribie hatte er nicht gelernt, ein Armuts-Zeugnis der Universität, die ihn ausgebildet hat.

Die Merkel-Riege zitiert dagegen wissentlich abfällig und will die Früchte aus den nachbarlichen Gärten ernten, viel schlimmer. Ignoranz gegenüber Leistung, die heimlich verwertet wird, erlebe ich seit Jahren. Deutschland wird von den falschen Leuten geführt, die über Parteien nach oben gespült wurden. Merkel saß zunächst auf dem Trittbrett der SED, vergleichbar mit den gekauften Helfern des Gaddafi.

Die ägyptische Revolution hatte einen wunderbaren Slogan, der wie von selbst entstanden zu sein schien:

    ERHEBE DEIN HAUPT DU BIST ÄGYPTER

    Die Abwandlung dieses Spruches in Deutschland müsste lauten:

    DU HAST KEIN HAUPT


Der Text der "Nationalhymne" "Einigkeit und Recht und Freiheit usw" benötigt kein Haupt, da "Freiheit" in deutscher Identität nichts bedeutet, wie Merkel festschreibt. Selbst hier, im gestutzten Deutschlandlied, kommt ein Problem der Deutschen zum Ausdruck. Unter der Strophe fehlt nämlich der Nachweis. Die Deutschen können nicht genau sagen, wem sie die Einzel-Strophe als Nationalhymne zuschreiben müssen. Ein Umfrage ergab zu 99 Prozent: Hoffmann von Fallersleben. Aber das ist falsch. Dieser Dichter hat niemals eine solche Einzelstrophe gedichtet. Sie war der dritte Teil eines Liedes mit drei Strophen. (1) Die Isolierung ist also eine Verfälschung - wenn unter dem Text der Name nicht genannt wird, der dafür verantwortlich ist: Helmut Kohl.


______________

(1)

Der Internet-Schreibtisch vRhein vertritt die Auffassung, dass alle drei Strophen in ihrer historischen Originalität Nationalhymne sind, so wie es Adenauer bestimmte. Dann kann vorzugsweise die dritte Strophe zu Anlässen gesungen werden. Das Lied ist nicht zerrissen.

Alternativ dazu können geringe Text-Änderungen besonders in der ersten Strophe das Deutschland-Lied auf die Ebene einer zeitgemäßen National-Hymne anheben, zumal das Lied für diesen hohen Anspruch nicht gedichtet wurde. Zu ändern wären hauptsächlich die Gebiets-Grenzen Deutschlands.

Wenn der Kultur-patriotische Geist des Dichters gewahrt werden kann, wären neben notwendigen Änderungen auch Ergänzungen möglich, um die Identität Deutschlands in seiner heutigen Gestalt und seiner historischen Bedeutung zu umgreifen. Dafür steht die so genannte Nation-Hymne (nicht National-Hymne).
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Mär 25, 2011 11:08:03:

Gaddafi will die Angriffe der Alliierten aus der Luft unterlaufen. Dazu wendet er eine Technik an, die schon in Sarajevo für Angst und Schrecken sorgte: Scharfschützen, die geschickt postiert werden, schießen auf Zivilisten, Demonstranten, Menschen-Ansammlungen. Sie können durch die Alliierten nicht geortet werden. Gaddafi bezahlt diese Schützen, vorwiegend Experten aus den afrikanischen Bürger-Kriegen.

Diese Taktik könnte einen lang andauernden Bürger-Krieg bedeuten, wenn sich die Alliierten nicht ein Gegenmittel einfallen lassen.

Ich schlage vor, Gaddafi mit diesen seinen eigenen Waffen zu schlagen. Was wäre also zu tun? Die Alliierten können ebenso Scharfschützen engagieren und anwerben, genau so, wie es Gaddafi macht. Sie müssen gut bezahlt werden. Ihre Aufgabe wäre, die Scharfschützen des Gaddafi zu orten und auszuschalten. Das ist viel schwieriger, als auf wehrlose und ahnungslose Zivilisten zu schießen.

Die Allianz darf am Boden nicht kämpfen. Aber die UN-Resolution verbietet keineswegs, dass Kämpfer im Auftrag meinetwegen des Revolutions-Rates angeworben und indirekt von der Allianz honoriert werden, um auf dem Boden gegen die Scharfschützen-Taktik Gaddafis anzukämpfen. Sie sollten ihre Arbeit dokumentieren können, um ihr Honorar zu bekommen.

Noch könnte eine solche Söldner-Truppe, wenn sie aus Afrika käme, von den angeworbenen Söldnern Gaddafis nicht unterschieden werden. Gaddafi rechnet nicht damit, plötzlich verdeckte Scharfschützen der anderen Seite vorzufinden. Diese Möglichkeit liegt außerhalb seiner Denk-Kategorien. Diese Kämpfer müssen gut bezahlt werden. Sie hätten auch die Aufgabe, gelegentlich Söldner Gaddafis abzuwerben. Sie hätten die übergeordnete Aufgabe, Zivilisten in Libyen zu schützen, ebenso wie die Einsätze der Alliierten.

Soeben sah ich eine Talk-Runde bei Maybrit Illner. Dirk Niebel (FDP) und Oskar Lafontaine argumentierten gegen den Militär-Einsatz in Libyen. Sie haben nicht verstanden, dass eine besondere Situation schnelles Handeln erforderte, Libyen im Gegensatz zu Afghanistan und anderen Brennpunkten direkt vor der europäischen Haustür liegt und Gaddafi mit diplomatischen Mitteln oder Embargos von seinem Konzept des Tötens nicht abzubringen ist. Herr Lafontaine wirkte unangemessen selbstgefällig.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Sa Mär 26, 2011 12:25:40:

Weitere Kritik zur oben zitierten Illner-Runde: Das Argument von Herrn Gregor Gysi, wenn alle ehemaligen Handelspartner Gaddafis gleichzeitig und vollzählig auf alle Waffen- und Öl-Lieferungen verzichten würden, dann könnte man den Despoten in die Knie zwingen, ist obskur unrealistisch und dient dem LINKEN lediglich als Argument, den neuen Pazifismus der SED-Wende-Partei, deren früheres DDR-Profil ganz Afrika mit Waffen belieferte - für den Sozialismus, für den großen Sowjet-Bruder - zu unterstreichen, nunmehr für die kommenden Wahlen in Deutschland.

Sarkozy sei ein kleiner Mann, wurde gesagt, der nun den Napoleon spielt, lege ich dem Redner mal in den Mund. Dennoch hat dieser "vom Wuchs Kleine" ziemlich pragmatische Ideen. Obama spricht von einer Unterstützung der Rebellen, Frankreich unterstütze überdies Überlegungen, die Gegner von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi militärisch auszubilden und auszurüsten.

Diese Überlegung gehen nun genau in meine oben beschriebene strategische Richtung, auch wenn ich Söldner-Scharfschützen aus Afrika vorschlug, um die Verwechselbarkeit mit den Söldnern Gaddafis auszunutzen.

Die umkämpfte Stadt Adschdabija ist wieder unter Kontrolle der libyschen Rebellen, die ihrerseits versuchen, restliche Scharfschützen Gaddafis zu identifizieren, nachdem Gaddafis andere Schergen vorbei an ihren von den Alliierten getroffenen brennenden Panzern das Weite gesucht haben. Während die Sendung mit dem selbstgefälligen Lafontaine und dem keck und mit hochrotem Kopf dialektisch argumentierenden Gysi wiederholt wurde, hatte sich das Blatt in Libyen schon wieder gewendet, beten Muslime zum Dank für die Hilfe der Alliierten, die der "kleinwüchsige" Sarkozy rechtzeitig angestoßen hat, weil die Lage Libyens als Fußmatte Europas und als Öl-Land im Kontext mit einer geplanten Mittelmeer-Union so immens wichtig ist.

Gelegentlich nehme ich ebenfalls physiognomische Eigenarten zu Hilfe, besonders wenn der Internet-Schreibtisch vRhein satirisch wird, um wahren Argumenten Durchschlag-Kraft zu verleihen. Der "kleinwüchsige" Sarkozy wurde von der Illner-Runde schon abgehandelt. Aber wie steht es mit dem Wuchs des selbstgefälligen Oskar Lafontaine mit überhängendem Lebemann-Bauch über zurückgebildeten Beinchen? Ich will nachsichtig sein, denn durch das Tal einer Krebs-Gefahr gehen zu müssen hinterlässt Spuren. Oder sah er vorher schon so aus? Sein Kapital - das Kapital - ist sein Kopf, sein kapitalistisches Ich. Die LINKEN belügt er, glaube ich zu sehen, nur um wieder eine lukrative Rolle in der Politik spielen zu können.

Ich schlage vor, Herrn Lafontaine in seiner ganzen Statur zusammen mit seinen "unanständigen" (gemäß dem deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad) Argumenten dem ehemaligen Politiker und jetzigem Schriftsteller und Menschenrechtler Jürgen Todenhöfer gegenüber zu stellen, der vor ein paar Tagen in Libyen war, dort in Lebens-Gefahr geriet und einen Dokumentarfilm über die wahre Lage in Libyen und das Gesicht Gaddafis hinter seiner Maske mitbrachte.


__________________

Aus Sicht von US-Präsident Barack Obama hat der internationale Militäreinsatz in Libyen ein Blutbad in der Zivilbevölkerung verhindert. Weil schnell gehandelt worden sei, "wurde eine humanitäre Katastrophe verhindert und das Leben zahlloser Zivilisten - unschuldiger Männer, Frauen und Kinder - gerettet", sagte Obama am Samstag in einer Radioansprache, die auch im Internet verbreitet wurde. Der Einsatz in Libyen liege im "nationalen Interesse der USA". "Und es ist unsere Verantwortung", fügte der Präsident hinzu.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Sa Mär 26, 2011 14:18:04:

Hier einige Stimmen zum "historischem Zynismus" und Fehler mit "unvermeidlichen Spätfolgen" der Merkel/Westerwelle-Koalition: siehe den Link.

Mit zunehmendem Erfolg werden sich diese Stimmen mehren. Der Internet-schreibtisch vRhein hat aber vorher eine entsprechende klare Linie vertreten und den richtigen Weg von möglichen Regierungs-Entscheidungen vorgegeben. Wieder hörte Merkel zunächst nicht darauf und fällt nun herein. Ihr kleiner Schwenk nützt nun nichts mehr. Der Fehler hat tatsächlich historische Dimension. Deutschland wird miserabel geführt, so dumm, dass nicht einmal Vorgaben nützen. Ergänzung: Handlung und Erläuterungen Barak Obamas könnten eine Lehrstunde für sie sein.

Ähnlich war es mit der Atom-Politik. Ich schrieb rechtzeitig vorher über die Notwendigkeit des Atom-Ausstiegs, als Terror-Angriffe auf die außen befindliche Stromversorgung für die Kühlung der Brennstäbe diskutiert wurden. Auch damals hörte Merkel nicht auf den Internet-Schreibtisch vRhein. Und fällt nun aufgrund der Lage in Japan in ein Loch, das Wähler-Stimmen verschlingt. Hätte sie damals gehört und weise Entscheidungen in aller Ruhe getroffen, müsste sie angesichts der Ereignisse nicht kopflos reagieren. Nicht Ereignisse irgendwo dürfen für einen Bundeskanzler entscheidend sein, sondern sachliche Argumente zum Schutz unserer Bevölkerung. Das sachliche Argument war:

Die Atomtechnik ist eine selbständig wachsende Bedrohung, wenn nicht gekühlt wird. Wie eine Büchse, die mit der Hand verschlossen gehalten werden muss, damit der brodelnde Teufel keine überdimensionale Vernichtung anrichten kann. So war es der Bevölkerung nie bewusst.

Nur durch die Kühlung wird dieser lauernde Teufel unter Verschluss gehalten. Die Kühlung aber fällt aus, wenn der Strom ausfällt. Und dieser ist nicht sicher. Also ist das Ganze nicht sicher.

Schon damals hätte konkret reagiert werden müssen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Sa Mär 26, 2011 18:10:34:

Die besten Analysen der Entwicklung in Libyen sind zurzeit wohl im STERN zu lesen. Zum zweiten Mal zitiere ich hier. Der Ãœberblick ist Google NEWS zu danken.

Frankreich will UN für Elfenbeinküste mobilisieren. Auch hier tut Frankreichs Sarkozy im Einvernehmen mit den USA das Richtige.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » So Mär 27, 2011 09:51:43:

Französische Kampfjets zerstörten bei ihren Einsätzen in Libyen mindestens fünf Militärflugzeuge und zwei Kampfhubschrauber des Typs Mi-35. Damit hätten die französischen Piloten am Samstag verhindert, dass die libysche Luftwaffe in die Kämpfe um die Stadt Misurata eingreift, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit.


Da eine Koalition verschiedener Länder an den Kampfeinsätzen gegen Gaddafi beteiligt ist, dürfte die zitierte Meldung wohl kaum gelogen sein, auch wenn sie aus Paris selbst stammt. Sarkozy scheint klug zu agieren, während die deutsche Kanzlerin den Satz-Teil: "Einsatz der Alliierten nicht durchdacht", in die Welt gesetzt hatte, in der Hoffnung, dass es sich so verhalten werde und dass sie dann als besonders kluge Regierungs-Spitze Respekt einsammeln kann.

Merkels rhetorischer Spieleinsatz wurde ein Niete. Sie wollte die Welt belehren und verlor an Ansehen. Man schätzt sie nun ganz anders ein als vor der deutschen Verweigerung, die UN-Resolution mit einem JA zu unterstützen. Weder die lasche Enthaltung noch die anschließende Belehrung, alle anderen hätten nicht richtig nachgedacht, hat Kraft. Beides ist, ich traue es kaum auszusprechen, dumm.

Um ihren deutschen Eiertanz um Laufzeit-Verlängerungen der hiesigen Kernkraft-Werke harmonisch zu begleiten, hatte Kanzlerin Merkel ebenfalls eine Belehrung für die Welt aus ihrem Repertoire parat: Nach Fukushima müsse die gesamte Welt umdenken. Andere sollen nach-denken, um-denken, sie selbst denkt an ihre Wahlen. Ihr Deutsch habe gelegentlich Klosett-Qualität, fiel mir nach einem Statement von ihr auf, ihr Vordenken hat die Qualität einer Grube unter einem Donnerbalken, muss ich hier leider hinzufügen. Deutschland schlittert über eine Isolierung direkt in diese Grube hinein.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » So Mär 27, 2011 13:50:09:

Die Wende zugunsten der Rebellen in Libyen scheint dank der Luftunterstützung der Alliierten, zu denen sich Frau Merkel zu fein war (alle anderen haben alles nicht richtig durchdacht, meinte sie), unumkehrbar zu sein.

Glückwunsch zu diesem Erfolg!

Ich schrieb: der Sturz Gaddafis ist vorprogrammiert. Merkel handelte: laienhaft und ängstlich auf Wählerstimmen in Deutschland blickend, statt auf die Gebote der Stunde, nicht, will aber mit Awacs einen Hofknicks versuchen, um nicht völlig abzufallen. Sie und Westerwelle haben auf der ganzen Linie versagt.

Nun hat sich auch der Papst angemeldet. Auf ihn muss momentan nicht gehört werden, denn dann würde Gaddafi sofort wieder auf der Oberfläche erscheinen. Vielmehr sollte sich der Papst am UN-Generalsekretär Ban Ki Moon orientieren, der die Ursache der Resolution beseitigen will, indem er Gaddafi auffordert, das Morden seiner Landsleute zu beenden.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Di Mär 29, 2011 03:40:52:

Prompt scheiterten die Rebellen bei dem Versuch, die rund 150 Kilometer südlich von Bengasi gelegene Stadt Adschdabija im Alleingang zurückzuerobern. Zwei Dutzend Panzer, eine Handvoll Geschütze – mehr brauchte Gaddafi nicht, um den strategisch wichtigen Ort eine Woche lang gegen den Ansturm der schlecht organisierten Angreifer zu verteidigen. Ihre Verbände stünden vermutlich noch heute dort, wenn nicht britische "Tornado"-Kampfjets in der Nacht zum vergangenen Samstag das schwere Gerät des Diktators mit gezielten Bombardements ausgeschaltet hätten.


Der englische Anteil muss ebenfalls gewürdigt werden. Sicherlich gibt es später eine zuverlässige Dokumentation, wer was unter den Alliierten zustande gebracht hat. Jeder erfolgreiche Einsatz gegen Gaddafi und sein Tötungs-Potential verdient, in die Geschichte Europas eingetragen zu werden. Europa verteidigt Bürgerrechte gegen Despoten - ein Markenzeichen, das noch größere Bedeutung hat, als selbst der Euro als Währung.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mi Apr 06, 2011 23:23:12:

Die Rebellen beginnen, selbst Öl zu exportieren und erwirtschaften sich Waffen. Katar hilft ihnen und nimmt das Öl ab. Gleichzeitig gibt es immer mehr hochrangige Überläufer, die Gaddafi den Rücken kehren. Diesem schwimmen die Felle davon, weil er keine oder kaum neue "Soldaten" aus Afrika anwerben kann. Dazu benötigt er Luft-Mobilität. Diese hat er an die NATO verloren.

Gaddafi versucht nun, mit den verbliebenen angeworbenen Truppen, die Alliierten zu täuschen. Er lässt sie in PKWs und in Zivil agieren. Sie sind dann keine Ziele für Luftangriffe. Mit Hilfe von Scharfschützen versucht er, die Aufständischen zurück zu drängen. Mittels menschlicher Schutz-Schilde versucht er, Bomben auf seine Truppen zu verhindern. Er spielt gut auf der Klaviatur westlicher Medien.

Die strategische Lage wird enger für Gaddafi. Der Nachschub fehlt, ebenso die Luft-Mobilität. Die Rebellen nutzen inzwischen Ressourcen des Landes und verkaufen Öl. Überläufer dezimieren seine Macht. Er versucht nun, militärische Positionen trotzdem zu verbessern, gleichzeitig agiert er "diplomatisch", schickt einen Brief an Obama. Seine "Diplomatie" ist allerdings stets verlogen, weil Lüge und Finten für ihn Mittel zum Zweck sind. Der Zweck heiligt die Mittel. Der Zweck ist sein Machterhalt und die Rückeroberung verlorener Macht.

Sein Ende ist vorprogrammiert - wenn die NATO nicht nachlässt, Kontakt zu den Aufständischen aufnimmt und zielgenauer arbeitet. Solange die USA das Oberkommando hatte, liefen die Aktionen besser. Die NATO muss einfach schneller und konsequenter werden. Das Haupt-Ziel, indirekt Gaddafi zu stoppen und zu beseitigen, auch wenn es nicht Direktziel sein darf, sollte nicht aus den Augen verloren werden.

In der NATO scheinen zu viele Köche den Brei zu verderben. Die Franzosen und Engländer dürften aber das Ruder herumreißen. Jede Änderung einer Kommando-Struktur kostet Zeit. Diese muss aufgeholt werden.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Do Apr 07, 2011 04:52:39:

Im Ganzen gesehen übernehmen Länder, Alliierte, UN und NATO Aufgaben, die in der gesamten Geschichte so noch nie wahrgenommen wurden: Aufgaben, die dem Schutz der Zivil-Bevölkerung dienen.

Entsprechend wurde die UN-Resolution gegen Gaddafi formuliert. So wird auch das Eingreifen Frankreichs in den Präsidenten-Konflikt in Ivorycoast begründet: Schutz der Zivilbevölkerung. Viel früher, schon bei anderen sogenannten Bürger-Kriegen in Afrika, hätte diese unausgesprochene Doktrin im Vordergrund stehen müssen. Und man hätte handeln müssen.

Der Schutz von Zivilbevölkerung hängt mit dem Verständnis von Menschen-Rechten zusammen. Gelegentlich wird aber "Zivil-Bevölkerung" zum gefährlichen Mob, der tötet, wie unlängst in Afghanistan. Gelegentlich werden auch Menschenrechte als Begründung militärischen Eingreifens vorgeschoben, im Ergebnis wird aber Zivil-Bevölkerung doppelt gefährdet, wie im Irak und Afghanistan.

Kriege haben diese Unlogik an sich, auch ein Krieg gegen den Terrorismus religiös-fundamentalistischer Prägung. Religion basiert auf Glaubens-Bekenntnissen großer Teile einer Zivil-Bevölkerung, fundamentalistische Indoktrination führt zu Aggressionen aus dieser Bevölkerung heraus. Kriege, in denen sich Armeen gegenüber stehen, gibt es nicht mehr.

Die so genannte Zivil-Bevölkerung gilt es genauer zu betrachten. Aus ihr heraus wird Nachschub für den Terrorismus rekrutiert, aus ihr heraus entstehen über Facebook, Twitter und sogar Heirats-Sites im Internet aber auch Freiheit-Bewegungen, wie jüngst in der arabischen Welt.

Diese Bewegungen bedeuten, dass sich die Welt-Ordnung hin zur Basis von Bevölkerungen verlagert und Hierarchien mit Despoten zurück gedrängt werden. Die ungerechte Verwertungs-Pyramide der Schätze eines Landes für die oberen Nutznießer einer Hierarchie ließ das breite Volk verarmen. Nun stellt eine junge Generation diese Unrechts-Pyramide auf den Kopf. Wichtiger als Despoten werden Demokratien. Nur sie gewährleisten einen bescheidenen Wohlstand auch breiterer Massen, so dass junge Leute Ausbildungen und Arbeit erhalten, Familien gründen können und eine einigermaßen sichere Zukunft haben.

Auch wenn in der Freiheits-Bewegung in Libyen vielleicht die Al-Qaida mitmischen will, vielleicht auch andere radikal-religiöse oder radikal-ideologische Gruppen, darf nicht aus den Augen verloren werden, dass eine junge Generation durch alle Schichten existenziell aufbegehrt, um natürlichste Lebens-Ziele zu erkämpfen, auch mit dem Einsatz ihres Lebens für andere Teile dieser jungen Generation.

Darin unterscheidet sich diese Revolution etwa von der Wiedervereinigung Deutschlands. Sie muss kämpfen, das eigene Leben riskieren. Die Wiedervereinigung war dagegen ein gefühlter Druck in ein Vakuum, das Michail Sergejewitsch Gorbatschow geschaffen hatte - ohne Kampf und ohne Einsatz des Lebens, belohnt und gelockt durch einen 1:1 Umtausch der unterschiedlichen deutschen Währungen. Michail Sergejewitsch Gorbatschow wollte den Westen als Investor und Kunden über Polen hinweg an sein Land heran ziehen, bot sogar Ostpreußen an. Aber Kohl und Co. lehnten ab. Kohl wollte "blühende Landschaften" in einem überschaubaren Teil, in Mittel-Deutschland, wollte den persönlichen Erfolg und vergaß das originäre Deutschland, das eigentlich rechtlich als Reich noch bestand.

Ob es nach der Wiedervereinigung rechtlich immer noch weiter besteht, weiß ich nicht so genau. Immer wieder muss jedoch an die große Rede von Carlo Schmidt erinnert werden, der im Gegensatz zu Helmut Kohl das originäre Deutschland nicht vergaß.

Das originäre Libyen ist ganz sicher nicht das des Despoten Gaddafi. Despoten sind Krebsgeschwüre, die ein Land ruinieren. Daher war es richtig, die Rebellen-Bewegung als eigentliche Vertretung des Landes frühzeitig anzuerkennen. Frankreich war Vorreiter. Andere Länder zogen nun nach. Die Anerkennung muss nun aber auch durch konkrete Unterstützung im Kampf gegen den Lügner und Makro-Verbrecher Gaddafi bestätigt werden. Die dort aktive Nato darf sich jetzt nicht mit einer "Patt-Situation" herausreden. Sie muss sich gefälligst anstrengen und den Kampf als eine Identitäts-Verstärkung im Sinne ihrer eigenen Freiheit und ihres Menschenrechts-Verständnisses begreifen. Das innovative Friedens- und Sicherheitskonzept des Kofi Annan muss mit Leben gefüllt und Libyen befreit werden.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Do Apr 07, 2011 15:51:06:

Wenn sich die BRD Deutschland wie ein verlorener Sohn verhalten will und doch noch in die Familie der befreundeten NATO-Staaten zurückkehrt, macht sie es richtig. Die Bundeswehr sollte erst einmal kleine Brötchen backen und Konzepte der Franzosen und Engländer lernend annehmen. Es kann nicht schaden, wenn Deutsche vor allem im Ton Zurückhaltung üben und kooperativ agieren.

Es ist nicht zu spät, das Fehlverhalten des Außenministers zu korrigieren. Dabei muss nicht unbedingt auffallen, dass hinter allem auch die ängstliche und unsichere Kanzlerin Merkel gesteckt hat. Auch für sie ist es nicht zu spät, sich neu zu orientieren. Die Alliierten brauchen den deutschen Einsatz dringend, damit die ganze Aktion gegen Gaddafi auch wirklich zum Erfolg führt. Ich sehe diesen Erfolg, wenn die Bundeswehr in aller Bescheidenheit tatkräftig und kooperativ zupackt. Teamarbeit ist gefragt. Führung-Ambitionen der Deutschen wären zum Schaden für unser Land. Wichtig ist nun der gemeinsame Erfolg. Er ist möglich, Gaddafi steht bereits an der Wand.

Kleiner Nachtrag: Sollte Außenminister Westerwelle diese neue Richtlinien-Korrektur der Kanzlerin vertreten, wird diese gleich mit Unglaubwürdigkeit belastet, sobald er den Mund aufmacht. Westerwelle kann kein "Teamwork".
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Apr 08, 2011 13:09:17:

micha hat geschrieben:Die dort aktive Nato darf sich jetzt nicht mit einer "Patt-Situation" herausreden. Sie muss sich gefälligst anstrengen und den Kampf als eine Identitäts-Verstärkung im Sinne ihrer eigenen Freiheit und ihres Menschenrechts-Verständnisses begreifen. Das innovative Friedens- und Sicherheitskonzept des Kofi Annan muss mit Leben gefüllt und Libyen befreit werden.


Nach dem Nato-Luftangriff nahe des libyschen Ölhafens Brega will sich das Nordatlantische Bündnis nicht bei den Aufständischen entschuldigen. "Es scheint, dass unsere Angriffe von gestern den Tod einiger Rebellen zur Folge hatten", sagte der Nato-Kommandeur Russell Harding. "Aber ich werde mich nicht dafür entschuldigen." Nato-Kampfjets hatten auf der Straße zwischen Adschdabija und Brega mehr als zehn Rebellen getötet, die in Panzern unterwegs waren.

"Bis gestern hatten wir keine Ahnung, dass die Aufständischen Panzer benutzen", sagte der britische Konteradmiral Harding. Er ist stellvertretende Kommandeur des internationalen Militäreinsatzes in Libyen. "Unsere Aufgabe ist der Schutz von Zivilisten. Und Panzer sind in der Vergangenheit benutzt worden, um Zivilisten anzugreifen." Harding lehnte auch eine bessere Kommunikation mit den Rebellen ab: "Wir, die wir Zivilisten mit welchen Überzeugungen auch immer zu schützen versuchen, haben nicht die Aufgabe, die Kommunikation mit den Rebellen zu verbessern."


Der Vorgang ist so empörend, so sehr von Arroganz geprägt, so dumm und so beschämend, dass mir die Worte fehlen. Ist das Europa? Man muss sich diesen stellvertretenden Kommandeur im Link zu Anfang des Zitats nur ansehen! Der Befehls-Geber gehört wegen fahrlässiger Tötung vor ein Kriegsgericht. Die Begründung für die Fahrlässigkeit - Verweigerung der Kommunikation - wurde gleich mitgeliefert. Der Fall könnte auch in Den Haag verhandelt werden. Auf keinen Fall dürfen solche mordenden, ignoranten und arroganten Täter ohne empfindliche Strafen davon kommen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » So Apr 10, 2011 03:20:19:

Am 1. August 2009 wurde Fogh Rasmussen Generalsekretär der NATO. Ende des vergangenen Jahres formulierte er ein überarbeitetes NATO-Strategie-Papier, das um die Partnerschaft Russlands wirbt. Als Liberal-Konservativer und Minister-Präsident Dänemarks unterstützte er die USA im Irak. Diese Beteiligung war in seinem Land umstritten.

Sollte ein reiner Politiker Generalsekretär eines Verteidigungs-Bündnisses wie der NATO sein? Möglich, wenn er strategisch-militärische Aufgaben ernst nimmt. Dann würde er etwa so wie Barak Obama denken und handeln. Das ist nicht der Fall. Seine politische Karriere wurde durch Angriffe von Amnesty International getrübt, weil seine Ausländerpolitik extrem untolerant war. Der Verdacht kommt auf, dass sein Interesse an Freiheits-Bewegungen in der arabischen Welt NULL ist, da es sich um Menschen handelt, die er mit Ausländer-Feindlichkeit abgewehrt hat.

Die NATO hat nun den Auftrag, die UN-Resolution in Libyen durchzusetzen. Dies ist nur mit militärischen Mitteln möglich, da es sich bei Gaddafi um einem militärisch hochgerüsteten Terroristen und Makro-Verbrecher handelt, der in Verhandlungen zu seinen Ungunsten niemals einwilligen wird, sondern sogar Teile der eigenen Bevölkerung hinmetzelt, um seine Macht zu behaupten oder wieder zu gewinnen.

Die Agenda der NATO ist also zurzeit eine notgedrungen militärische. Als General-Sekretär der NATO lautet das Statement Rassmussens jedoch: NEIN zu einer militärischen Lösung in Libyen und Ja zu Verhandlungen. Er unterminiert damit den Kampfwillen gegen die Truppen Gaddafis und signalisiert: Hat alles keinen Sinn.

Demenstsprechend lax wurde aus der Luft auch auf genau die Falschen geschossen, auf Panzer der Rebellen-Bewegung. Eine Kommunikation wurde verweigert, die Mutmaßungen in der NATO-Befehls-Hierarchie führten zum Ermorden von Mitkämpfern auf dem Boden.

Rassmussen ist jetzt wirklich der falsche Mann. Er steht für Erfolglosigkeit und ein bürgerlich-liberales, in Wirklichkeit geradezu rassistisches Herausreden. Seine Neuorientierung der NATO, die er Ende 2010 verfasste, enthält Fälle wie Libyen nicht. Nun versagt er, auch weil er Libyen mit dem Irak vergleicht. Er ist ein gebranntes Kind. Er kann die besondere Situation in Libyen nicht richtig einschätzen.

NATO und Allierte macht er unglaubwürdig. Am liebsten würde er sich in sein kleinbürgerliches Bett zurück ziehen und von einer heilen Welt träumen. Der Mann ist lasch, unfähig, ungeeignet und belastet.

Europa und die NATO haben im Augenblick eine Riesen-Bewährungs-Probe zu bestehen, die internationales Ansehen erkämpfen und die Grundlage für eine wirtschaftliche Gesundung Europas legen kann. Ein mickriger Kleinbürger an der Spitze darf jetzt nicht bremsen. Rassmussen sollte über das "Friendly Fire" in Libyen, das Kriegsverbrechen an Verbündeten, stolpern und zurück treten müssen. Das Bewußtsein für diese Notwendigkeit ist in Europa aber überhaupt nicht entwickelt. Es gibt keinen STOLZ AUF EUROPA. Dagegen gibt es nationales Mobbing, an dem sich Deutschland dank Außenminister Westerwelle und einer völlig hilflosen, kopflosen Kanzlerin unrühmlich beteiligt.

Rassmussens Statements verschlimmern, muss nachgetragen werden. Die Taktik Gaddafis habe sich geändert. Sie hat sich geändert und Herr Rassmussen streckt die Waffen, gibt auf. Sieht so die NATO aus? Ein 80gr-Papiertieger, über den man weltweit lacht?
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mo Apr 11, 2011 11:42:18:

Schwächling Rassmussen sorgt dafür, dass Gaddafi bleiben kann, der deutsche Außenminister Westerwelle lässt keine Gelegenheit aus zu betonen, dass sich Deutschland am "Krieg" in Libyen nicht beteiligen werde, da wird Gaddafi doppelt gerne an der Macht bleiben. Man kann diesen Westerwelle schon nicht mehr hören, weil die beteiligten Mächte dadurch indirekt von oben herab gemaßregelt werden. Die anderen halten ihre Köpfe für Freiheit und Menschen-Rechte hin, Deutschland zieht feige den Schwanz ein, verrät seine Partner und verhält sich obendrein noch arrogant.

Wie soll bitteschön eine "Absicherung von Hilfslieferungen" (Westerwelle) durch deutsche Soldaten konkret eigentlich aussehen? Sollen sie ein rotes Kreuz auf der Brust tragen? Auch das würde Gaddafi nicht davon abhalten, Hilfs-Aktionen zu beschießen, die Zivilisten retten sollen, da er diese töten will. Auch Westerwelle nützt Gaddafi, der schon jetzt Geiselnahmen einplant. Die Deutschen kommen und sind ein Leckerbissen für terroristischen Aktionen, weil sie nicht kämpfen. Die Deutschen wollen "helfen", so wie vor einiger Zeit bulgarische Krankenschwestern.

Rassmussen ist u. a. deshalb extrem schwach, weil ihm keine strategische Antwort auf die veränderte Taktik Gaddafis einfällt. Zum Überfluss ließ er wissen, dass die NATO keinen Kontakt zu den Aufständischen aufnehmen werde. Zum Schutz der Bevölkerung ist ein Kontakt mit den Freiheits-Kämpfern am Boden aber unumgänglich. Rassmussen bestätigt seine Fehlbesetzung durch Worte und Taten.

Gaddafi tarnt neuerdings seine Truppen, lässt sie in unauffälligen PKWs als Zivilisten verkleidet und verdeckt schwer bewaffnet in die Gebiete der Rebellen eindringen. Er will vermeiden, dass sie von NATO-Flugzeugen beschossen werden. Sind sie erst einmal eingedrungen, veranstalten sie ein Schlachtfest. Dann sind Freund und Feind von oben nicht mehr zu unterscheiden.

Diese Taktik hat Rassmussen veranlasst, in sich zusammen zu sacken. Er fürchtet, für eventuelle Zivilisten-Opfer durch NATO-Beschuss später zur Rechenschaft gezogen zu werden. Politiker sichern sich gerne persönlich ab.

Überlegungen für eine richtige Antwort auf den Strategie-Wechsel Gaddafis.

Die Schergen Gaddafis machen nach oben Mimikri, am Boden sind sie klar zu identifizieren, denn sie greifen an, schießen und morden. Die Freiheits-Kämpfer erfahren leidvoll am eigenen Leib, wer sie angreift und wer sie aufmischt. Dann ist es für Luftschläge schon zu spät. Also müssen "Fallen" aufgestellt werden.

Wer sich bis zum Nahkampf unsichtbar oder nicht identifizierbar macht, kann trotzdem besiegt werden. Ein Vergleich soll es verdeutlichen.

Man stelle sich Mücken-Schwärme vor, die am Abend nach Opfern suchen. Solche Stechmücken werden angelockt, fliegen sehr zielstrebig vorzugsweise an die Füße, oder an andere dünne Hautpartien, um leicht an das Blut des Opfers heran zu kommen, saugen und verschwinden. Übrig bleibt Juckreiz, schlimmstenfalls Malaria.

Ähnlich funktioniert der unsymmetrische Krieg im Irak und in Afghanistan, entsprechend der terroristischen Taktik Gaddafis nun auch in Libyen. Die Opfer laufen frei herum, zwischen Häusern, auf Wegen und Straßen. Und genau das ist falsch.

Das potentielle Opfer muss Fallen aufstellen. Eine solche Falle hatte ich entdeckt und konnte Mücken um mich herum töten. Die Falle war ich selbst, die Waffe ein elektrischer Mücken-Vernichter, der wie ein Tennis-Schläger aussieht. Zur richtigen Abendzeit setzte ich mich, nur mit einer kurzen Hose, in den Garten, als Opfer für die Mücken, die von meiner Haut angelockt wurden. Etwa nach zwei Minuten kamen sie, meist zu dritt oder zu viert. Dann brauchte ich nur noch um die Füße herum oder an den nackten Armen entlang mit dem Schläger hantieren, ohne jede Hektik, mit relativ langsamen Bewegungen. Die elektrischen Schläge, die knallig zu hören waren, vernichteten sie alle. Nach etwa zehn Minuten kamen die nächsten Mücken und flogen sämtlich in die Falle und in ihr Verderben, ohne vorher an mein Blut heran zu kommen.

Die Mücken selbst konnte ich nicht sehen. Aber sie wurden trotzdem besiegt. Dasselbe praktizierte ich viele Male an drei Orten, da ich in dieser Zeit umzog. Ich stellte fest, dass es unterschiedliche Mücken-Völkchen gibt, mit unterschiedlicher Reaktions-Weise, unterschiedlicher Schnelligkeit und unterschiedlichem "sozialem" Verhalten. Es gab "Einzel-Täter" und Gruppen. Es gab "vorsichtige" Generationen, die sich erst einmal in der Nähe verstecken. Und es gab die Gruppen, die schnurstracks auf das Opfer losflogen, sehr zielstrebig und schnell agierten, auch wenn sie von weiter her kamen. Nach einer Fallen-Aktion waren am nächsten Abend deutlich weniger Mücken unterwegs, manchmal überhaupt keine mehr. Andere Mücken, die anderswo "zuhause" waren, fanden das "Vakuum" nicht und blieben in ihren eignen "Jagdrevieren".

Man lernt den Feind kennen, wenn man ihn tötet und zu diesem Zweck auf ihn wartet. Die gleiche Strategie muss nun auf Libyen übertragen werden. Benötigt wird eine "Falle", die anlockt und eine Waffe, um die Angreifer zu vernichten.

Nun sagen Sie mir, lieber Leser, was würde Gaddafi wo am meisten anlocken? Die Antwort ist einfach: Ölfelder mit Bohrtürmen, Raffinerien, Häfen, wenn sie anscheinend von Rebellen besetzt sind. Dort müssen sich die Freiheits-Kämpfer postieren und warten. Gaddafi wird dort angreifen. Er will weiter Reichtum und Macht. Er will die Quellen dieses Reichtums zurück haben.

Die Rebellen dürfen also nicht locker im Land verteilt nach Gelegenheiten zum Kampf suchen. Dann werden sie zurück geschlagen und haben hohe Verluste. Sie müssen sich an den genannten Punkten konzentrieren. Sie müssen über Spezial-Mobiles Kontakt zu den Alliierten halten, denn deren Luft-Schläge sind der eine Teil der Waffe, die mit dem Mücken-Schläger vergleichbar ist. Wenn die Alliierten genau wissen, wo sich die Rebellen befinden, nämlich an speziellen Zugängen zu den genannten "Fallen", können nahende Gaddafi-Fahrzeuge zweifelsfrei identifiziert werden, auch wenn diese "getarnt" sind. Es können auf dem Weg zu den "Fallen" keine Rebellen, sondern nur Schergen Gaddafis sein.

Der Krieg gegen Gaddafi wird nicht durch eine totale Vernichtung gewonnen. Er hat Nachschub-Schwierigkeiten, seine Truppen kämpfen nur für Geld, nicht für ihr Land, und sie haben Angst, sobald der Erfolg ausbleibt und sie dezimiert werden. Gleichzeitig werden immer mehr Anhänger Gaddafis in den höheren Rängen erkennen, dass es Zeit ist über zulaufen.

Einer der Denkfehler des Herrn Rassmussen war, von einem "Gewinnen" zu reden. Die Anhängerschaft Gaddafis muss stattdessen ausgedünnt und seine Söldner demoralisiert werden. Dann ergibt sich der Rest von allein.

Die Waffen-Stillstand-Vorschläge der Afrikanischen Union sind gefährlich, wenn sie Gaddafi ermöglichen, seine Kräfte zu sammeln. Das würde er machen. Die Union war in der Elfenbeinküste bereits erfolglos, Frankreich und die UN dagegen hatten vor Stunden Erfolg (Nachtrag). Es war richtig, die möglichen abgesicherten Luftschläge über Libyen fortzusetzen. Die Kommunikation mit den Rebellen muss verbessert oder aufgebaut werden. Nach der Elfenbeinküste muss nun Libyen zu einem Erfolg der Vernunft geführt werden. Frankreich gebührt eine stärkere Mitsprache.

Die Strategie muss sinnvoll sein. Das Nahziel wäre das Ausdünnen der Macht Gaddafis - mit Geduld, Stetigkeit und Unbeirrbarkeit. Ein weiteres Nahziel für die Rebellen wäre, so schnell wie möglich von weiteren Öllieferungen an Katar zu profitieren, um Waffen kaufen zu können. Auf gar keinen Fall darf Gaddafi vertraut werden. Waffenstillstände wird er missbrauchen, Versprechen einer neuen Bürger-Verfassung sind Makulatur. Er ist und bleibt Revolutions-Führer mit allen Registern des Terrorismus und allen Raffinessen, westliche Medien zu täuschen. Er reißt Libyen weiter in den Abgrund. Er ist noch unbelehrbarer als Laurent Gbagbo, selbstherrlicher ehemaliger Herrscher der Elfenbeinküste, von dem nun ein Haufen Elend übrig geblieben ist. Grausame Despoten sind oft wahre Memmen, wenn sie gefasst werden.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mi Apr 13, 2011 00:00:42:

micha hat geschrieben:Wie soll bitteschön eine "Absicherung von Hilfslieferungen" (Westerwelle) durch deutsche Soldaten konkret eigentlich aussehen? Sollen sie ein rotes Kreuz auf der Brust tragen? Auch das würde Gaddafi nicht davon abhalten, Hilfs-Aktionen zu beschießen, die Zivilisten retten sollen, da er diese töten will.


Der hirnkranke Samariter-Einsatz der martialisch gerüsteten Bundeswehr in Afghanistan soll auf Libyen übertragen werden. Westerwelle will sich mit diesem (falschen) Bundestags-Konzept anschleimen. Gaddafi spielte bei seinen Überlegungen keine Rolle. Der meldet sich jetzt zu Wort und will solche verkappten Militär-Einsätze angreifen, wie ich oben schon dachte.

Der Irrläufer Westerwelle plant naiv wie im Sandkasten, so, als gäbe es Gaddafi nicht. In Frankreich wird Westerwelle (und damit Deutschland) verspottet. Hier wird er bloß gestellt. Er schadet Deutschland. Auch Frau Merkel kann man nicht mehr ernst nehmen. Sie wird im übrigen als Staatsschulden-Tante (inzwischen 2 Billionen), kopfloses Polit-Huhn mit Verankerungen in der SED bis CDU und als schwach in die deutsche Geschichte eingehen. Unter ihrer Ägide spazierte Markus Wolf aus dem Grab. Was ihr unangenehm ist, zum Beispiel eine fachliche Aufarbeitung der RAF-Morde, schiebt sie beiseite, antwortet auf offene Briefe nicht. Sie steckt noch tief in den Seilschaften von damals, denke ich (und schrieb darüber). Gaddafi kennt diese Zusammenhänge nebst Einzelheiten. Das DDR-Staatssicherheit-System war Vorbild.

Abdul, 16, wurde von Gaddafi in den Krieg geschickt, diese Meldung lässt erahnen, wer Gaddafi eigentlich ist. Die Kindersoldaten des ehemaligen Präsidenten und Makro-Verbrechers Charles Taylor in Liberia, gelehriger Schüler Gaddafis, lassen grüßen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Do Apr 14, 2011 07:50:53:

"Westerwelle verwirrt Freund und Feind" ist zu lesen. Besser hieße es: "Westerwelle irritiert Freund und Feind". Er ist unbedeutend und kann nicht "verwirren". Seine vollmundigen Statements sind alle nicht durchdacht. Darum sollte er aus diesem Amt verschwinden. Er schadet Deutschland, wenn er nur den Mund aufmacht.

In Berlin ist von einer Patt-Situation in Libyen zwischen Gaddafi und den Rebellen die Rede. Dieser Unsinn stammt wahrscheinlich von dem kleinbürgerlich gestrickten Rassmussen. Die Feststellung aus der Phantasie soll Verhandlungen eröffnen. In Wirklichkeit gibt es keinen Stillstand bei gleichen Chancen.

Die NATO will sich drücken. Nur ein stetiger Einsatz ohne Hektik führt zum Ziel. Höchste Überläufer haben inzwischen berichtet, wo die Munition-Depots Gaddafis sind, auch wo er seine Panzer versteckt hält usw. Es gibt Arbeit. Diskutiert und gestritten werden kann später.

NATO Generalsekretär Rassmussen beschwerte sich, weil Gaddafi seine Panzer neuerdings in Stadtzentren neben Zivilisten postiert. "Das ist unverantwortlich!", meinte Rassmussen in der DW. Dümmer geht es nicht. Soll Gaddafi seine Panzer zwecks NATO-Beschuss auf das freie Feld fahren lassen? - Ein General der NATO war ebenfalls in der Deutschen Welle zu sehen. Doppelkinn, fett, der Mann. Sieht so ein Soldat aus? Ein Vorbild für Soldaten? Die ganze Truppe ist verweichlicht. Wo bleibt das Kraft-Training, wo die Disziplin, die Selbstdisziplin?
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Sa Apr 16, 2011 15:30:27:

micha hat geschrieben:Vor allem verdienen diese jungen Leute gegen Gaddafi Jobs, die vorerst ihre Existenz sichern. Diese Jobs könnten aus den eingefrorenen Vermögen des Gaddafi-Clans finanziert werden. Verfasst am: 23 März 2011 02:31


Nun macht Brüderle einen knappen Monat später einen ähnlichen Vorschlag. Für "humanitäre Hilfe" sagt er, klingt besser. Mein Gedanke scheint verwertet worden zu sein.

Plagiate ohne Zitat haben in der Regel die Eigenschaft, dass die Inhalte schwächeln. Die Übertragung auf "Humanitäres" und das Hinschieben an die UN ist ein solches Schwäche-Zeichen. Für eigene Verantwortung fehlte das Originäre des Plagiators.

Eingefrorene Mittel des Gaddafi gezielt an die jungen Oppositionellen zu senden, um ihren Kampf für Freiheit anzuerkennen, wie ich vorschlug, wäre Verantwortung übernehmen, das Schieben dieser Mittel zur UN ist Verantwortung wegschieben. Ich erinnere an den Sohn von Kofi Annan, ein Beispiel für die Korruption innerhalb der UN. Ob solche Gefahren unter dem jetzigen Generalsekretär Ban Ki-moon lauern, weiß ich nicht. Schieben und Abschieben sind keine guten Tätigkeiten und verraten den Schieber.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mi Apr 20, 2011 10:40:25:

Ruf nach Bodentruppen: Belagerte in Misurata flehen Westen um schnelle Hilfe an. Die Lage in der libyschen Rebellenhochburg Misurata wird immer dramatischer, jetzt bitten die Aufständischen offiziell um Hilfe: Zum Schutz von Zivilisten sollen Frankreich und Großbritannien Bodentruppen schicken. "Wenn sie nicht kommen, werden wir sterben", sagt ein Sprecher.

Knapp einen Monat nach meinem Appell an die Alliierten und vielleicht auch an kluge Köpfe in Deutschland, die um und in Merkel und Westerwelle herum allerdings kaum zu finden sind, ist die Not-Situation da. Mein "Ich schlage vor..." datiert vom 25 März 2011 12:08, siehe oben.

Eigentlich zitiere ich mich selbst sehr ungern. Manchmal, sehr selten, aber muss es sein. Die Lage für die Zivilbevölkerung in Misurata, der Hafenstadt Libyens, ist himmelschreiend. Gaddafi kann seine dumm-brutale Strategie mit Scharfschützen, Söldnern, durchführen. Sie haben die Stadt durchdrungen. Die Frontlinien zerschneiden die Stadt. In einem Dokumentar-Bericht der Deutschen Welle wird seit gestern darüber berichtet, weil wenige Journalisten den Mut aufgebracht haben Nachtrag-Link am 21/April/2001, als Passagiere auf einem Hilfs-Schiff nachts im Hafen zu landen, um die wahre Situation zu erkunden, Aufnahmen zu machen, Rebellen zu interviewen und das letzte noch leidlich funktionierende Krankenhaus der Stadt aufzusuchen. Ich hoffe, dass die lasche Führung der NATO davon aufgeschreckt wird. Sie steht vor der Öffentlichkeit als Versager-Führung da.

micha hat geschrieben:25 März 2011 12:08. Gaddafi will die Angriffe der Alliierten aus der Luft unterlaufen. Dazu wendet er eine Technik an, die schon in Sarajevo für Angst und Schrecken sorgte: Scharfschützen, die geschickt postiert werden, schießen auf Zivilisten, Demonstranten, Menschen-Ansammlungen. Sie können durch die Alliierten nicht geortet werden. Gaddafi bezahlt diese Schützen, vorwiegend Experten aus den afrikanischen Bürger-Kriegen.

Diese Taktik könnte einen lang andauernden Bürger-Krieg bedeuten, wenn sich die Alliierten nicht ein Gegenmittel einfallen lassen.

Ich schlage vor, Gaddafi mit diesen seinen eigenen Waffen zu schlagen. Was wäre also zu tun? Die Alliierten können ebenso Scharfschützen engagieren und anwerben, genau so, wie es Gaddafi macht. Sie müssen gut bezahlt werden. Ihre Aufgabe wäre, die Scharfschützen des Gaddafi zu orten und auszuschalten. Das ist viel schwieriger, als auf wehrlose und ahnungslose Zivilisten zu schießen.

Die Allianz darf am Boden nicht kämpfen. Aber die UN-Resolution verbietet keineswegs, dass Kämpfer im Auftrag meinetwegen des Revolutions-Rates angeworben und indirekt von der Allianz honoriert werden, um auf dem Boden gegen die Scharfschützen-Taktik Gaddafis anzukämpfen. Sie sollten ihre Arbeit dokumentieren können, um ihr Honorar zu bekommen.

Noch könnte eine solche Söldner-Truppe, wenn sie aus Afrika käme, von den angeworbenen Söldnern Gaddafis nicht unterschieden werden. Gaddafi rechnet nicht damit, plötzlich verdeckte Scharfschützen der anderen Seite vorzufinden. Diese Möglichkeit liegt außerhalb seiner Denk-Kategorien. Diese Kämpfer müssen gut bezahlt werden. Sie hätten auch die Aufgabe, gelegentlich Söldner Gaddafis abzuwerben. Sie hätten die übergeordnete Aufgabe, Zivilisten in Libyen zu schützen, ebenso wie die Einsätze der Alliierten.


Diese verdeckten Scharfschützen im Dienste der NATO oder indirekt der Bürger-Vertretung Libyens gegen den "Schlächter" Gaddafi (Aussage in der Dokumentation) würden jetzt dringend gebraucht werden, weil Luftschläge aufgrund der "schlauen" Tarn-Technik Gaddafis Anmerkung1 nicht mehr möglich sind. Ich kann ja nicht erwarten, dass wichtige Argumente durchdringen. Aber ich weiß, dass mein verzweigter "Internet-Schreibtisch vRhein" hier schon aus Eitelkeit von denjenigen aufgerufen wird, die sich in meinen Blogs, im Grunde auch in allen Texten, Persiflagen des politischen Gegners erhoffen.

Also muss ich davon ausgehen, dass Argumente einfach aus Trägheit, Faulheit oder Arroganz nicht aufgegriffen werden. Ein knapper Monat, 27 Tage waren Zeit genug, um zu reagieren. Sie reagieren mit Achselzucken, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer kentern und sterben. Sie basteln indirekt und aus den genannten Gründen "Trägheit, Faulheit, Arroganz" schon jetzt an einem sehr viel größeren Strom politischer Flüchtlinge, die in Europa alle aufgenommen werden müssen, wenn Gaddafi gewinnt.


________________

Anmerkung1 am 21/April/2001

Das Benzin-Embargo unterläuft Gaddafi offenbar durch Schmuggel-Routen auch über Tunesien.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Apr 22, 2011 12:45:13:

Wieder sind es die USA, die eine Lanze für die Freiheit brechen, während der deutsche Außenminister seinen persönlichen selbstherrlichen und eitlen Amoklauf fortsetzt, dabei aber heiß läuft wie ein Schwulen-Kolben auf einer Gala-Autoshow für Homosexuelle.
US-Senator McCain feiert libysche Rebellen als Helden. Der US-Politiker zeigte sich unbesorgt, dass sich auch Kämpfer der Terrororganisation al-Qaida unter die Rebellen mischen könnten. Als der US-Politiker vor seinem Hotel von Journalisten darauf angesprochen wurde, entgegnete er: "Wieso? Sie (die Rebellen) sind meine Helden.


Dieser Wind entspricht schon eher dem Wetter meines "Internet-Schreibtisches vRhein". Der Deutsche Westerwelle scheint antihistorisch zu denken und benötigt dringend Nachhilfe-Stunden über den Kampf der Alliierten gegen Hitler, dem ein "Erziehungs-Programm" folgte, so dass Deutsche lernen konnten, was Demokratie und Freiheit bedeutet.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » So Apr 24, 2011 15:05:46:

Hier hatte ich Überlegungen für eine richtige Taktik aufgeschrieben. Misurata kann offenbar von den Freiheits-Kämpfern gehalten werden. Die Unterstützung der Alliierten muss sich auf den Ring konzentrieren, den Gaddafi um das Zentrum der Stadt gezogen hat, um dort seine Geschütze aufzubauen.

Was aber geschieht eines Tages mit Tripolis? Die Stadt darf weder ein Misurata noch ein Bagdad werden. Gaddafi sollte es gestattet sein, dort seine Kräfte zu konzentrieren. Dort sind keine Ölquellen. Die Eroberungen sollten sich im Sinne meiner beschriebenen Taktik auf die Ressourcen des Landes konzentrieren, auch auf den Hafen Misurata; das ist bereits geschehen.

In Tripolis sollte nur dann gezielt angegriffen werden, wenn es sich tatsächlich um Reserve-Lager Gaddafis handelt und wenn die Chance besteht, diesen Unmenschen "versehentlich" zu treffen und auszuschalten. Etwas Besseres könnte nicht geschehen.

Ansonsten aber darf Tripolis nicht das Ziel sein. Im Gegenteil. Gaddafi sollte dort schalten und walten dürfen. Wenn seine Ressourcen landesweit jedoch in Gefahr sind, wird er aus seinen Verstecken in Tripolis herauskommen. Außerhalb der Stadt sind seine Truppen dann ein relativ leichtes Ziel. Man muss nur warten, bis sie herauskommen, denn man weiß, wo sie sich konzentriert haben.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mi Apr 27, 2011 11:13:50:

Die Luft-Alliierten über Libyen, zu denen nun auch Italien gehört, Deutschland schämt sich seiner Feigheit, bomben wild auf Gaddafis Paläste, in denen sie "Kommando-Zentralen" vermuten, immer in der Hoffnung, ihn selbst ganz nebenbei, unbeabsichtigt und zufällig zu treffen und auszuschalten. Sie werden verrückt dabei, weil die Hoffnung auf ein schnelles Ende des teuren Einsatzes den Verstand verdrängt. Gaddafi wird nicht getroffen, dafür garantiere ich, dafür sind die Bombardements auch zu plump.

Andere Zwischen-Ziele wären wichtig, nämlich die Konzentration auf Misurata, das unbedingt von den Freiheits-Kämpfern gehalten werden muss, weil der Hafen für sie so enorm wichtig ist, auch für die Zukunft, sollte sich das Blatt zu ihren Gunsten wenden. Aber das wild wuchernde Bombardement an ganz anderen Orten spricht dafür, dass sich das Blatt leider so schnell nicht wenden wird. Die Alliierten machen etwas falsch. Was falsch?

Die Beschränkung auf Misurata hatte ich schon genannt. Sie wäre richtig. Aber ich denke noch an ein anderes lohnendes Ziel. Gefangene aus der "Armee" Gaddafis waren von ihm betrogen worden. Sie glaubten, gegen die Al-Qaida zu kämpfen, einen berechtigten nationalen Kampf zu führen. Alles Lüge, wie maßgeschneidert aus dem Lügen-Maul des Kamel-Affen Kadaffi oder Gaddafi, um seine Leute zu motivieren. Selbst Assad könnte niemals so perfekt lügen, der wäre einfach zu dumm.

Der nächste Schritt, statt Tripolis zu erschüttern und die verängstigte Bevölkerung aufzubringen und dem Kamel-Affen in die Arme zu treiben, wäre nun, Aufklärungs-Material auf die Gaddafi-Söldner regnen zu lassen, was ganz leicht machbar wäre, da die Alliierten die Lufthoheit besitzen. Es sieht so aus, als ob Politiker Krieg spielen, bzw. Roulett wie vor der Banken/Wirtschafts-Krise, und deshalb regnet es Bomben statt Information.

Heidelberger Druckmaschinen wären geeignet, um solche Informationen herzustellen und sie über den Stellungen der Gaddafi-Söldner abzuwerfen. Damit könnten die deutschen Drückeberger wenigstens drucken und ein gutes Werk tun, nämlich das Casino-Bomben oder das Roulette-Bombardement durch Informationen gegen die Ka-Affi-Lügen ersetzen.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Fr Apr 29, 2011 03:53:16:

Die Information der Bevölkerung und des Gaddafi-folgenden Militärs wäre extrem wichtig und fehlt als Zwischen-Schritt auf der logistischen Palette der Luft-Alliierten. Gaddafi lässt Frauen und Kinder kämpfen, motiviert sie an die Front zu gehen, oder er zwingt sie, um eine "nationale" Verteidigung gegen Feinde von außen aufzubauen. Die alliierten Politiker mit ihrer Idee, mit den Palästen auch die Herrschaft Gaddafis zerstören zu können, arbeiten Gaddafi zu, weil der Eindruck der Gefahr von außen für die libysche Bevölkerung besonders in Tropolis sehr verstärkt wird.

Die Alliierten und deren Politiker, die hereinreden, hektisch agieren, machen also genau das Verkehrte. Währenddessen gelingt es Gaddafi, Misurata von der Versorgung durch Schiffe abzuschneiden.

Ich wiederhole also meine Kritik von oben, um förmlich mit der Hammer-Methode auf die Politiker-Köpfe der Luft-Alliierten einzuwirken. Die Wirkung wird gleich NULL sein, wie stets. Das Resultat aber werden wieder die einfachen Bürger in Europa zu tragen haben, die, wie nach der Wirtschafts-Krise, die aufgerissenen Finanz-Löcher der Fehlentscheidungen zu verkraften haben - und die vielen Flüchtlinge, die aus Lybien herkommend Europa überschwemmen werden.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Di Aug 23, 2011 07:46:01:

Spiegel Online schrieb am 28/Juli/2011:
Abd al-Fattah Junis war libyscher Innenminister, lief nach Beginn des Aufstandes zu den Rebellen über und wurde deren Oberkommandierender. Jetzt starb er in Bengasi unter mysteriösen Umständen kurz nach seiner Festnahme. Er soll noch immer Kontakte zu Gaddafi gehabt haben.


Seitdem hatte ich das Gefühl, dass die Rebellen nun erfolgreich sein werden. Der Mann hatte wohl ein doppeltes Spiel getrieben, wenn er nicht sogar verdeckt treuer Gefolgsmann Gaddafis geblieben war. Er versorgte Gaddafi mit Informationen aus erster Hand, wie ich meine.

Ansonsten kann mein gesamter Thread als Roadmap gesehen werden, die zum Erfolg geführt hat. Der Internet-Schreibtisch hatte nie Zweifel an der Richtigkeit des Nato-Einsatzes, kritisierte Zweifler scharf, auch die deutsche Regierung und deren Außenminister, der besser angesichts des Erfolges jetzt erst einmal seinen Mund halten sollte.

Noch aber ist die Schlacht nicht ganz gewonnen. Der Diktator Gaddafi muss gefasst werden. Nicht auszudenken, wenn ihm die Flucht in ein Land wie Angola, das erwähnt wurde, gelänge. Dann würde er als Terror-Schmied weiter machen. Auch sein Sohn Saif al-Islam, der sich befreien konnte, muss erneut geschnappt werden. Er war vom Paulus zum Saulus geworden und hat sich in die verbrecherische "Revolution" seines Vaters begeben, hat nun die mörderischen Hinterhalte gegen libysche Zivilbevölkerung mit zu verantworten. Hinter den Kulissen war der gesamte Gaddafi-Clan verbrecherisch und ließ die Bevölkerung nach Befreiung hungern.

Die immer motiviertere NATO mit den tatsächlich kämpfenden Alliierten konnte eine immer bessere Kommunikation mit den Rebellen aufbauen und gezielter zuschlagen als im ersten Drittel des Einsatzes. Ihr fällt das Hauptverdienst am Sturz des Terror-Regimes zu. Gleichwertig waren die mutigen zivilen Kämpfer aus allen Schichten der Libyschen Bevölkerung. Sie ließen sich immer schneller ausbilden und stellten ihre Fähigkeit, aus einem chaotischen Widerstand eine geordnete Strategie zu machen, unter Beweis. Sicherlich waren auch Stämme im Westen am Umschwung zum Erfolg beteiligt, aber nicht in dem Maße, wie es der Nahost-Experte Lüders in der Deutschen Welle darstellte (Ich kann ihn nicht mehr hören, am Anfang hatte er sich bezüglich Gaddafi völlig verschätzt, von Assad meint er "da wissen die Weltmächte, was sie an ihm haben - wie beim Krebs? Da weiß man auch "was man hat"?). Nun das falsche Bild, die Stämme hätten die wohl entscheidenden Voraussetzungen geschaffen, damit die Rebellen in Tripolis eindringen konnten. Vielmehr lockerte sich der Druck des Gaddafi-Clans auf diese Stämme in dem Augenblick, als die Versorgungs-Wege nach Tripolis durch die Rebellen und die Nato-Einsätze immer konsequenter abgeschnitten wurden.

Ein anderer, der meist etwas sehr daneben liebt, ist Außenminister Westerwelle. Seine Verweigerung im Sicherheitsrat der UN und sein Ruf nach Fairness für Gaddafi zusammen genommen kippen ihn aus den Schuhen. Statt "liebt", ein Schreibfehler, muss es im obigen Satz heißen: "liegt". Loriot, an den ich denke, meinte ja, die Komik liegt im Mißgeschick.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Mi Aug 24, 2011 08:35:28:

Gaddafi will Märtyrertod sterben, Titel-Nachricht - und sie ist eine Finte. Ich sehe in dieser lancierten Nachricht den Beweis, dass Gaddafi Tripolis verlassen hat. Alliierte und Rebellen müssen jetzt verdammt aufpassen, dass Gaddafi am Abfeuern von Raketen gehindert wird. Er will möglichst viele Öl-Basen zerstören, das ist es, was er "will". Ob er es schafft, ist eine andere Frage. Und nebenbei "will" er noch Tripolis und andere neue Hochburgen der Rebellen beschießen. Wenn Aufklärungs-Flüge Sinn haben mögen, dann jetzt. Vielleicht kann Deutschland aushelfen - und sollte auf gar keinen Fall von Bundeswehr-Soldaten im Landeinsatz faseln. Ohnehin geht Deutschland der Ruf voraus, sich vor Kämpfen immer drücken zu wollen. Dieser Ruf aus Afghanistan verfolgt unser Land. Truppen schicken, wenn die Kämpfe vorbei sind - typisch Deutsch? Aber Aufklärungs-Flüge wären jetzt gut.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:

Beitragvon micha » Di Aug 30, 2011 08:19:58:

Gaddafi wird in Tripolis oder Sirte, seinem Heimatort vermutet. Ich denke, er hat sich nach Süden geschlichen. Die lange Grenze mit Algerien garantiert ihm einen leichten Fluchtweg. Teile seiner Familie sind schon in Algier, aus humanitären Gründen, wie es heißt.

Im Süden könnte sich das Terroristen-Ausbildungs-Camp Madavi befinden. Die Lage ist geheim. Zitat: Gut eine Woche nach dem Einmarsch der Aufständischen in Tripolis werden neben Sirt noch einige Ortschaften tief in der Wüste im Süden des Landes von Gaddafi-Getreuen gehalten.

Die gepanzerten Wagen der Gaddafi-Familie, die über die Grenze nach Algerien fuhren, könnten große Mengen Gold transportiert haben. Die Rebellen-Bewegung hat nicht aufgepasst. Wir werden sehen, was passiert.
Benutzeravatar
micha
Administrator
 
Beiträge: 1995
Registriert: Mo Jun 21, 2004 16:17:47:


Zurück zu THEMEN zum WELTGESCHEHEN

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste